Die Entscheidung zwischen Gold und Silber bei der diesjährigen EUC Futsal hätte nicht enger sein können. Nach sechs Spielen hatten die Titelverteidigerinnen der Universität Rouen (Frankreich) und die Sportlerinnen der WG Münster jeweils 15 Punkte auf dem Konto. Mit je fünf gewonnen Partien bei einer Niederlagen dominierten die beiden Teams das Geschehen auf dem Parkett in Posen. So gab am Ende der direkte Vergleich den Ausschlag zu Gunsten der Französinnen. Denn in der Auftaktbegegnung hatten die Spielerinnen von der Seine nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2 gegen die Münsteranerinnen gewonnen. So feierten die Spielerinnen aus dem Norden Frankreichs nach 2013 ihren zweiten EUC-Titel. Für die Münsteranerinnen blieb nach einem starken Turnier der Vize-Europameisterschaftstitel. „Wir sind stolz auf die Mannschaft. Mit ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit haben wir uns in einem starken Feld behauptet“, blickte Eduard Nickel, Betreuer des Teams aus Münster auf die Spieltage in Polen zurück. Denn nach der Niederlage zu Beginn des Turniers blieben die Sportlerinnen aus der westfälischen Universitätsstadt in der Erfolgsspur. Nach zwei deutlichen 8:2-Siegen gegen die Mannschaften der Ege Universität (Türkei) und der Universität Trondheim (Norwegen) siegten die Münsteranerinnen auch in den verbliebenen drei Partien. Gegen die Universität Leuven (Belgien) gewannen die Deutschen mit 4:0. Auch im Spiel gegen die Gastgeberinnen der Adem Mickiewicz Universität (Polen) gingen die Sportlerinnen aus der Fahrradstadt Münster als Siegerinnen vom Platz. Ein enges Spiel folgte zum Abschluss gegen die Portugiesinnen der Santarem Universität. Nach einer intensiven Partie machten die Spielerinnen aus Münster mit 3:2 den fünften Sieg im sechsten Spiel perfekt. „Der internationale Vergleich hat uns gezeigt, dass wir mit Nationen wie Frankreich, Portugal und Türkei mithalten können. Die Spielerinnen haben gesehen wie wichtig es ist, die verschiedenen Spielzüge mitsamt der Rotation zu üben. Dies gibt weitere Motivation für das Training“, erklärte Nickel die Bedeutung des Turniers. Dass die Spielerinnen der WG Münster schon jetzt zur kontinentalen Spitze des studentischen Futsal gehören, machten zwei Ehrungen am Ende des Turniers deutlich. Katrhin Klimas wurde zur besten Turhüterin des Turniers gewählt. Außerdem freute sich Lena Gosewinkel mit neun erzielten Toren über den Pokal für die beste Torschützin der diesjährigen EUC.
Bei den Männern gingen die Mannschaften der WG Münster und der TU Darmstadt an den Start. Dabei fehlte den Münsteranern in ihren Begegnungen das gewisse Quäntchen Glück. Schon in der Gruppenphase fielen die Entscheidungen denkbar knapp. Auch in der K.o.-Phase, welche die Sportler aus der Domstadt durch einen dritten Rang in der Vorrundengruppe B erreichten, setzte sich dieser Trend fort. Nach einem Sieg und drei Niederlagen, jeweils mit nur einem Tor Unterschied, in der K.o.-Phase beendeten die Münsteraner die EUC auf Rang 14. „Ich bin mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden. Wir konnten gegen alle Teams gut mithalten und haben in jeder Partie gezeigt, was wir drauf haben“, sagte Christoph Rüschenpöhler, Spieler und Trainer der WG Münster. Für die Münsteraner ist der internationale Vergleich bei kontinentalen Meisterschaften im Hochschulsport ein wichtiger Bestandteil der Saisonplanung. „Die Turniere sind immer das absolute Highlight der Saison. Das Niveau bei den Veranstaltungen ist immer extrem hoch. Es macht Spaß, sich mit den Nationalspielern der großen europäischen Futsal-Nationen zu messen oder ihnen beim Spielen zu zusehen“, so Rüschenpöhler. Die Sportler aus Westfalen waren schon 2014 bei den EUSA-Games dabei und haben nach der EUC in diesem Jahr schon wieder den Fokus auf die kommenden Aufgaben gelegt. „Wir wollen uns immer für die kontinentalen Hochschulsport-Wettkämpfe qualifizieren. Das ist auch für 2016 unser Ziel“, erklärt Rüschenpöhler. Im kommenden Jahr treffen dann die besten europäischen studentischen Futsalmannschaften in Zagreb bei den EUSA-Games aufeinander.
Während die Sportler der WG Münster in den vergangenen Jahren schon internationale Erfahrungen sammeln konnten, standen die Spieler der TU Darmstadt zum ersten Mal auf dem internationalen Parkett. In Posen gelang den Darmstädtern in der Platzierungsrunde ein Sieg. Am Ende belegten die Heiner den 20. Platz in der Gesamtwertung.
