Die 22 Jahre alte Rollstuhltennisspielerin und Studentin der Rehapädagogik, Katharina Krüger. (Foto: Jörg Schulze)
10.09.2012 | Kategorie: Bildung , 2012 , Studis

Katharina Krüger ist "Spitzensportlerin des Monats" September

Die Rollstuhltennisspielerin und Studentin der Rehapädagogik wurde vom Hochschulsport der Humboldt-Universität zu Berlin für ihre hervorragenden Leistungen im Studium und Sport ausgezeichnet.

Der Hochschulsport der HU Berlin fördert seit 2002 in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt Berlin (OSP) und dem Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) aktiv die Vereinbarkeit von Hochschulstudium und leistungssportlicher Karriere. Mit aktuell mehr als 120 immatrikulierten studierenden Spitzensportlern unterstützt die HU Berlin deutschlandweit die meisten Athletinnen und Athleten in Ihrer Dualen Karriere.

Seit diesem Jahr vergibt der Hochschulsport der Humboldt-Universität zu Berlin monatlich die Auszeichnung "Spitzensportlerin/Spitzensportler des Monats". In diesem Monat kürte der Hochschulsport die mehrfache deutsche Meisterin im Rollstuhltennis Katharina Krüger. Sie ist eine von insgesamt 16 Olympia- und Paralympics-Teilnehmenden der Humboldt-Universität zu Berlin.

Die von Geburt an querschnittsgelähmte Krüger trat schon 2008 bei den Paralympics in Peking an. In London erreichte sie das Achtelfinale im Einzel und das Viertelfinale im Doppel. Doch "sie leistet nicht nur auf dem Tenniscourt außergewöhnliches, sondern zeigt auch auf universitärer Ebene ihre Klasse", so der Hochschulsport der HU Berlin in seiner Pressemitteilung. Seit 2010 studiert Krüger Rehapädagogik und "meistert hierbei die Doppelbelastung von Studium und Sport in bemerkenswerter Weise", so der Hochschulsport weiter. Die beiden Mitarbeiter des Hochschulsports Sercan Sek und Mewes Goertz interviewten die "Spitzensportlerin des Monats" kurz vor ihrem Abflug nach London.

(Interviewauszug)

Hochschulsport:Wir werden dich ab dem 29.08.2012 bei den Paralympischen Spielen in London sehen können. Bei so vielen internationalen Turnieren, die du bestreitest, sind die Paralympischen Spiele überhaupt noch etwas Besonderes?

Katharina: Na klar! Es ist einfach ein großes Ding. Wenn du dort hin fahren kannst, dann weißt du einfach, dass du es geschafft hast. Die Medaillenjagd macht das Ganze auch noch reizvoller. Außerdem ist die Medienpräsenz viel höher als sonst. 4 Jahre lang verschwinden wir in der Versenkung und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für unseren Sport ist nahe zu Null. Behindertensport hat einfach noch keine Position in den Medien. Da ist es schon schön zu sehen, dass zumindest die Paralympics immer präsenter in den Medien sind.

Hochschulsport: Du warst schon 2008 in Peking mit dabei, bist damals mit 18 Jahren bis ins Viertelfinale gekommen. Aktuell stehst du auf Platz 13 der Weltrangliste. Wie ist das mit so jungen Jahren bereits im Hochleistungssportsystem zu stecken? Mehr Freude oder mehr Belastung?

Katharina: Ich habe es mir in letzter Konsequenz ja selber ausgesucht Hochleistungssport zu betreiben. Ich hatte eben die Vision, irgendwann bei den Paralympics dabei zu sein und dass es 2008 schon mit 18 geklappt hat, hat mich natürlich riesig gefreut. Für London 2012 habe ich mir das Ziel gesetzt mit realistischen Medaillenchancen anzutreten und das habe ich geschafft. Wenn ich jetzt die Erfahrungen aus Peking mitnehmen und umsetzen kann, könnte alles passieren.

Hochschulsport: Ich kann mir gut vorstellen, dass du nach London sicher schon weitere Turniere auf dem Plan stehen hast. Kannst du uns erklären, was dich so sehr antreibt? Siegeswille? Spaß am Spiel?

Katharina: Tennis ist mein Leben. Seit Geburt an bin ich im Rollstuhl, hatte aber schon früh Kontakt zu dem Sport. Irgendwann habe ich die Puppe weggelegt und dafür den Tennisball in die Hand genommen. Mir wurde dann mein erster Dämpfer erteilt, als mir gesagt wurde, dass man erst mit 7 anfangen darf. Ich musste mich dann zwar gedulden, aber als ich dann angefangen habe, hat es mir so viel Spaß gemacht, dass ich gleich kleben geblieben bin. Solange ich gesund bin und die finanziellen Mittel auftreiben kann, bleibe ich dabei! Es ist Ehrgeiz, es ist Siegeswillen, es ist aber auch einfach Spaß am Tennis. Für mich ist der Sport fester Bestandteil meines Lebens geworden. Wer mich kennen lernen möchte und was mit mir zu tun haben will, der muss gleichzeitig auch mit Tennis klarkommen (lacht!).

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Das vollständige Interview finden Sie hier.