Vom 4. bis 7. Juli 2012 fand die 9. Studierenden-Weltmeisterschaft Bogenschießen in Cordoba (Spanien) statt. Am Start waren 124 Teilnehmer aus 25 Nationen, davon 40 im Bereich „recurve men“, 33 im Bereich „recurve women“, 25 im Bereich „compound men“ und 26 im Bereich „compound women“. Gleich mehrere Nationen nutzten diesen hochrangigen Wettkampf als Vorbereitung auf die in Kürze anstehenden Olympischen Spiele. Der adh war mit vier Athleten vertreten: Paul Titscher (compound men/TU Braunschweig), Kristina Berger/Uni Salzburg, Anja Baumgarten/HS Ostfalia und Velia Schall/KIT Karlsruhe (alle compound women).
Compound Women: Gold für Kristina Berger
Nach 678 Ringen und Platz drei in der Qualifikation startete Kristina Berger mit einem Freilos in die Einzelentscheidung „compound women“. Im Achtelfinale setzte sie sich zunächst in einem hochdramatischen Match mit 141:140 gegen Emeline Salmon aus Frankreich durch. Das Viertelfinale hingegen gewann sie anschließend deutlich mit 143:134 gegen Jieun Oh aus Korea und konnte auch ihre Halbfinal-Begegnung gegen die Vize-Weltmeisterin von Turin 2011, Pascale Lebeque aus Frankreich, auf höchstem Niveau mit 146:143 für sich entscheiden. Im Gold-Finale bezwang sie schließlich Tristan Skarvan aus den USA mit 142:141 und ist damit erste deutsche Weltmeisterin der Studierenden im Bogenschießen!
Anja Baumgarten, mit 666 Ringen nach der Qualifikation auf Rang zwölf notiert, gewann zunächst ihr Auftakt-Match sicher mit 135:130 gegen Alessia Foglio aus Italien, bevor Kendal Nicely aus den USA im Achtelfinale beim 137:143 eine Nummer zu groß war. Für Velia Schall, die mit 653 Ringen nach der Vorrunde auf Platz 20 lang, kam bereits in der Runde der letzten 32 das frühe Aus: sie unterlag der erfahrenen Joanna Chesse aus Frankreich allerdings nur hauchdünn mit 135:136.
Compound Men: Viertelfinale für Paul Titschner
Im Bereich „compound men“ setzte sich Paul Titscher, der mit 697 Ringen das Feld der versammelten universitären Weltelite nach der Qualifikation mit fünf Ringen Vorsprung deutlich angeführt hatte, nach einem Freilos in Runde eins zunächst souverän mit 146:138 gegen John Smith aus Irland durch. Im Viertelfinale verlor er dann allerdings äußerst unglücklich trotz guter Leistung mit 145:147 gegen den US-Amerikaner Evan Scudner. Gegen jeden anderen Gegner in der Runde der letzten Acht hätte sich Paul Titscher mit seinem Ergebnis durchgesetzt.
Silber für Titscher/Berger im Mixed-Teamwettbewerb
Im Finale des Mixed-Teamwettbewerbs, der bei universitären Meisterschaften im „hit/miss“-Modus ausgetragen wird, setzten sich Titscher/Berger in der Runde der letzten Acht bei stark wechselhaftem, böigem Wind zunächst mit 12:10 gegen überraschend stark auftrumpfende Belgier durch. Anschließend wurde im Halbfinale auch Malaysia deutlich mit 11:07 bezwungen. Das Gold-Finale um den Weltmeister-Titel ging dann allerdings knapp mit 10:12 gegen die USA verloren – es bleibt der Vize-Weltmeistertitel für Titscher/Berger!
Mannschaftswettbewerb Compound Women - Aus bei 40 Grad im Schatten
Im Mannschaftswettbewerb „compound women“ belegte das deutsche Team mit Berger/Baumgarten/Schall nach der Vorrunde hinter den USA und Korea Rang Drei, konnte diese gute Platzierung im Finale aber leider nicht bestätigen: Bei knapp 40°C im Schatten kam gegen Malaysia beim 14:16 bereits im Viertelfinale das frühe Aus.
Rundum positives WUC-Fazit
Sebastian Sdrenka, der als Vorstandsmitglied die Delegation betreute, zog ein sehr positives Fazit: "Alle Sportlerinnen und Sportler haben großen Einsatz und spannende Wettkämpfe gezeigt. Neben den beiden Medallien konnten alle Delegationsmitglieder viele positive Erfahrungen aus einer ergeinisreichen Woche in Cordoba mitnehmen. Das Ausrichterteam hat uns trotz einiger kleiner Verständigungsprobleme eine entspannte Wettkampfatmospäre geboten und war sehr bemüht, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Am Ende der Woche waren sich alle eingig, dass die WUC ein großer Erfolg war." Die nächsten WUC findet in zwei Jahren in Belgien statt, die nächste Universiade mit Beteiligung von Bogenschützen erst wieder 2015 in Korea.
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