05.09.2012 | Kategorie: WUC , Schach , international

Erfolgreiche WUC Schach 2012 in Portugal

Vom 18. bis 26. August fand die WUC Schach in Guimaraes (Portugal) statt. Sarah Hoolt (Uni Duisburg-Essen) und Judith Fuchs (Uni Leipzig) belegten am Ende die Plätze drei und fünf.

Am 19. August begann die WUC mit einer Eröffnungsfeier in der Altstadt von Guimaraes. Der Einlauf der Nationen mit ihren jeweiligen Flaggen wurde durch die Trommel-Gruppe Bomboemia untermalt und von den Zuschauern bejubelt.

Direkt am nächsten Morgen startete die erste Doppelrunde, die für die Deutschen siegreich begann. Jeweils ein Sieg von Sarah Hoolt gegen eine Mongolin sowie ein Sieg von Judith Fuchs gegen eine Portugiesin konnten verbucht werden. Die Runde am Nachmittag gestaltete sich leider weniger erfolgreich, da Judith Fuchs gegen die spätere Weltmeisterin, die Chinesin Zhongyi Tan, verlor und Sarah Hoolt bei geringer Rest-Bedenkzeit ihre Stellung nicht mehr verteidigen konnte. Am zweiten Wettkampftag standen wiederum zwei Partien an. Nachdem am Morgen Judith Fuchs einen halben Punkt liegen ließ, strich das deutsche Team in der Nachmittagsrunde die volle Punktzahl ein, sodass Judith und Sarah am Ende des zweiten Tages mit 2,5 bzw. 3 Punkten aus vier Runden gut im Rennen lagen.

Im Folgenden teilte sich das Feld in zwei Hälften. In der oberen Hälfte befanden sich überwiegend Spielerinnen mit einer Spielstärke von 2200-2450 Elo, so auch die Deutschen, während in der zweiten Hälfte die etwas schwächeren Spielerinnen um die Punkte kämpften. Dadurch wurden die Gegnerinnen stärker und das punkten gestaltete sich schwieriger, da man auch nach einer Verlustpartie noch starke Gegnerinnen zu erwarten hatte. Am dritten Tag musste auch Sarah Hoolt gegen die spätere Weltmeisterin nach langem Kampf aufgeben. Während Judith Fuchs morgens die Polin Marta Przezdziecka noch mit einem halben Punkt davon kommen ließ, überspielte sie in der Nachmittagsrunde eine weitere Polin. Da Sarah Hoolt in der Nachmittagsrunde auch punktete, lagen die beiden deutschen Spielerinnen nach sechs von neun Runden mit jeweils vier Punkten auf den Plätzen fünf und sechs und befanden sich in Lauerstellung auf die Medaillenränge.

An den letzten drei Tagen wurde jeweils nur eine Runde gespielt, sodass trotz Vorbereitung der folgenden Partien etwas Zeit blieb, um die schöne Altstadt von Guimaraes (Kulturhauptstadt Europas 2012) zu besichtigen.

In der siebten Runde mussten die beiden deutschen Vertreter gegen China und Russland antreten. Während Sarah Hoolt einen Theoriesieg gegen ihre chinesische Gegnerin einfahren konnte, konnte Judith Fuch nach langem Kampf der späteren Silbermedaillen-Gewinnerin nur die gratulierende Hand reichen. In der vorletzten Runde hatte Judith Fuchs jedoch keine Probleme, den vollen Punkt zu erzielen. Hoolt spielte an Brett eins gegen die Russin Alina Kashlinskaya, welche zu dem Zeitpunkt einen halben Punkt Vorsprung hatte und zusammen mit der Chinesin Tan führte. Damit musste mindestens ein Remis her, um Medaillenchancen zu wahren. Dies gelang Sarah dann auch.

Vor der letzten Runde lagen somit die Chinesin Tan und die Russin Kashlinskaya mit sechs Punkten in Führung. Dahinter teilte sich Sarah Hoolt mit der Chinesin Xiaowen Zhang den dritten Platz und direkt dahinter lag Judith Fuchs.

Dann folgte zunächst der Schock: Die Auslosung der letzten Runde sah vor, dass die beiden Deutschen gegeneinander spielen müssen und ebenso die Russin Kashlinskaya gegen eine Landeskollegin. Dies war überraschend, da es in den letzten zwei Jahren eine Regel gab, in der Spielerinnen aus demselben Land in den letzten beiden Runden nicht gegeneinander spielen durften, um so möglichen Absprachen vorzubeugen. Deshalb legten die chinesische, deutsche und schweizer Delegationen Protest ein. Nach langer Diskussion bis spät in die Nacht wurde dem Protest stattgegeben, sodass die Auslosung geändert wurde und die beiden deutschen Spielerinnen gegen nominell stärkere Gegnerinnen antreten mussten, aber beide Chancen auf einen vollen Punkt hatten.

Nachdem Judith Fuchs bereits 1,5 aus 2 gegen die Polinnen erzielt hatte, hatte auch die Polin Kadziolka in der letzten Runde keine Chance. Am Ende standen für Judith Fuchs somit 2,5 aus 3 Punkten gegen Polen, insgesamt 6 Punkte aus neun Runden, und ein toller fünfter Platz, punktgleich mit der Viertplatzierten, zu Buche. Sarah Hoolt gewann ihr letztes Match nach spannendem Kampf und konnte dann nur noch Daumen drücken, da die ersten Bretter alle noch liefen. Da die Chinesin Zhang nicht über ein Remis hinauskam, war der dritte Platz sicher und die Freude riesengroß. Zwar konnte die Russin Kashlinskaya am Ende auch nur remisieren, sodass sie punktgleich mit Sarah auf dem zweiten Platz lag. Ihre Zweitwertung war jedoch besser, so holte Sarah Hoolt einen hervorragenden dritten Platz.

Der Endstand hieß somit: Platz 1 Zhongyi Tan 7 Punkte, 2. Alina Kashlinskaya 6,5 Punkte, 3. Sarah Hoolt 6,5 Punkte, 4. Xiaowen Zhang 6 Punkte, 5. Judith Fuchs 6 Punkte.

Somit konnte Deutschland abends zufrieden einen dritten und fünften Platz feiern.