Das EAS-EC (links außen Jörg Förster, FU Berlin)
05.12.2012 | Kategorie: Projekte , Wettkampf , Wir über uns

„Duale Karriere“ international gefragtes Thema

Das EC des Europäischen Netzwerkes EAS traf sich am 3. und 4. Dezember 2012 in Paris. Aus vielen Persektiven wurde das Thema Duale Karriere behandelt. EC-Mitglied Jörg Förster (FU Berlin) berichtet.

Anlass der EAS-Tagung die zum vierten Mal veranstaltete Jobbörse des Institut National du Sport, de l'Expertise et de la Performance (INSEP), bei der sich in diesem Jahr etwa 40 nationale und internationale Unternehmen in der Leichtathletikhalle des INSEP als potentielle Arbeitgeber für die etwa 870 akkreditierten Kaderathletinnen und -athleten präsentierten. Die Mitglieder des EAS-Exekutivkomitees hatten nicht nur die Gelegenheit, sich mit Unternehmensvertretern über deren Motivation zur Teilnahme am "4eme Carrefour de la Performance" aus zu tauschen, sondern auch die Möglichkeit, den anwesenden Vertretern des französischen Spitzensports und des Ministeriums ihre Netzwerkarbeit vorzustellen und die Perspektiven des Themas "Duale Karriere" im europäischen Kontext zu illustrieren.

EAS hat Expertenstatus im EU-Sport Unit
Grund für das Treffen war natürlich auch, die Arbeit nach der gelungenen EAS-Konferenz im September in Riga fortzuführen. Dort hatte Bart Ooijens als Vertreter der EU-Sport-Unit deutlich gemacht, dass nach der erfolgreichen Mitarbeit von EAS-Vertretern am Athleets To Business-Projekt (A2B) durch Guy Taylor, Bengt Nybelius und Jörg Förster das Netzwerk als Expertengruppe für Fragen der DC bei der EU-Sport Unit große Akzeptanz genießt. Man erwartet dort, dass EAS für den kommenden EU Haushalt ein eigenes Projekt initiiert und ihre Expertise zielgerichtet weiter einbringt. Daher hat EAS auch Beobachterstatus für die Arbeit der Expert-Group Education and Training in Sport erhalten, in der die Richtlinien für die das Thema Duale Karriere weiter zu konkreten Empfehlungen für die Regierungen der Mitgliedsstaaten ausformuliert werden sollen. Guy Taylor (TASS, GBR) hat zudem den Vorsitz in diesem Gremium.

EAS international aktiv und gefragt
Am zweiten Tag informierte EAS-Präsident Dr. Tibor Koszla (Semmelweiss Universität Budapest, HUN) zunächst über die in der Zwischenzeit wahrgenommenen Termine. 

EAS wurde durch ihn und Guy Taylor beim EU Sports Forum im September in Nicosia (CYP) vertreten und ebenfalls im September beim Treffen der Experten-Gruppe Education and Training in Sport in Poznan (POL). Anlässlich eines Besuches in Aserbeidschan durch eine Regierungsdelegation aus Ungarn hatte Dr. Kozsla zudem die Möglichkeit, mit FISU-Vertretern über die Einbeziehung von EAS in die FISU-Konferenz während der Universiade in Kazan zu beraten.

Im November folgte das Seminar "Sport-University-Labour-Market" in Warschau, wo Experten für die Duale Karriere aus verschieden Institutionen in Europa auf die Stakeholder des polnischen Leistungssportsystems trafen. Mit großem Interesse wurde dort die Netzwerkarbeit registriert und so dürften bald auch polnische Bildungseinrichtungen unter den Mitgliedern zu finden sein. 

Als Fazit des Jahres 2012 bleibt fest zu halten, das Thema Duale Karriere ist auf Europäischer Ebene angekommen und genießt über alle Mitgliedsstaaten hinweg große Aufmerksamkeit. Dazu beigetragen haben der A2B Abschlussbericht und natürlich auch die Olympischen Spiele in London, in deren Kontext die Athleten an verschiedensten Stellen ihre Unterstützungsbedarfe formuliert haben. Selbst in Asien wird EAS inzwischen wahrgenommen, und so ließen sich taiwanesische Spitzensport-Verantwortliche anlässlich des Besuches einer ungarischen Delegation umfänglich zu Fragen der Dualen Karriere informieren.

Wissenschaftspreis zum Thema Duale Karriere
Im Anschluss an die Besprechung der Chancen und Möglichkeiten aus all diesen Initiativen diskutierte und beschloss das EC, im Gedenken an den im letzten Jahr verstorbenen Präsidenten Bengt Nybelius (Darlarna Universität, SWE) in Zukunft jährlich auf der Mitgliederkonferenz einen Preis für eine herausragende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Duale Karriere zu vergeben. Kriterien und Bedingungen dafür werden Anfang 2013 auf der EAS-Webseite www.dualcareer.eu veröffentlicht.

Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung
Nach einem ersten Relaunch soll www.dualcareer.eu künftig noch mehr Informationen für EAS- Mitglieder und Interessierte bieten. Gleichzeitig sollen die Mitglieder motiviert werden, dort "Good Practice Storys" zu präsentieren und so nicht nur Werbung für die eigenen Projekte machen, sondern Kolleginnen und Kollegen anderer Einrichtungen auch Anregungen geben. Das EC bedankte sich vor allem bei Abby Forman vom TASS Office in Newcastle (GBR), die an diesem Projekt mit großem Engagement arbeitet. Nächster Schritt soll eine Matrix sein, in der Projekte zur Dualen Karriere standardisiert erfasst werden sollen, um sie vergleichbar zu machen. Die Informationen der entstehenden Datenbank sollen dann in kommende Projekte einfließen. Auch die weiteren Schritte der Öffentlichkeitsarbeit wurden in diesem Kontext besprochen, denn das Netzwerk hat natürlich das Ziel, systematisch zu wachsen. Die deutschen Hochschulsporteinrichtungen, die sich zum Beispiel im Rahmen des Projekts "Partnerhochschulen des Spitzensports" für ihre studierenden Spitzensportlerinnen und -sportler einsetzen haben hier die Möglichkeit, sich international zu vernetzen und vom intensiven Austausch zu profitieren. 

Abschließend wurden die Rahmenbedingungen für die künftig immer im April/Mai geplanten Study Visits und die Ausschreibung der nächsten Konferenz im September 2013 besprochen und beschlossen.

Zwei Tage intensiver Arbeit gingen viel zu rasch vorbei und so wird der weitere Austausch wieder digital stattfinden. Mit Dank an die beiden Gastgeberinnen vom INSEP Veronique Leseur und Patricia Vandewalle verabschiedeten sich die EC-Mitglieder am Nachmittag um ihre Heimflüge anzutreten.