Dr. Arne Göring, Dr. Ute Sonntag, Benjamin Schenk und Jan-Philipp Müller bei der Tagung

Arbeitskreis „Gesundheitsfördernde Hochschulen“ tagte in Berlin

Am 29. und 30. Oktober 2015 tagte der Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen unter dem Motto „Gesund studieren, lehren, forschen und arbeiten“ in Berlin. Für den adh war Jugend- und Bildungsreferent Benjamin Schenk vor Ort.

Hochschulen sind das bisher in Deutschland am wenigsten in der gesundheitspolitischen Öffentlichkeit stehende Setting. Die zweitägige Tagung, die anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Arbeitskreises Gesundheitsfördernde Hochschulen in Berlin stattfand, hat die Bedeutung dieser Lebenswelt herausgestellt. Außerdem wurden Perspektiven aufzeigt, die das Bundespräventionsgesetz für Hochschulen bietet.

Diana Hart, Referentin im Bundesministerium für Gesundheit, stellte dazu das Ende Juli 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz vor. Sie machte deutlich, dass sich durch das Gesetz zahlreiche Möglichkeiten für das Setting "Gesundheitsfördernde Hochschule" ergeben.

Darüber hinaus wurden bisherige Arbeitsfelder des Arbeitskreises dargestellt und bilanziert. Hierzu erläuterte Dr. Arne Göring (stellv. Leiter des Hochschulsports Göttingen) in einer Podiumsdiskussion die Meilensteine aus Sicht des Hochschulsports. Er hob hervor, dass der Hochschulsport maßgeblich an der Weiterentwicklung und Etablierung von Gesundheitsangeboten an Hochschulen mitwirken kann.

Am Freitag stand die vor kurzem verabschiedete Okanagan-Charter im Mittelpunkt der Tagung. Die Charter verfolgt drei Ziele:

  1. Sie bietet ein Bezugsystem, indem sie die aktuellsten Konzepte, Prozesse und Prinzipien reflektiert, welche für die "Health Promoting Universities and Colleges"-Bewegung relevant sind.
  2. Sie fördert Dialog und Forschung, welche lokale, regionale, nationale und internationale Netzwerke erweitert und unterstützt Projekte innerhalb, außerhalb und zwischen Hochschulen.
  3. Sie initiiert internationale, bereichsübergreifende Projekte mit dem Ziel, das Thema Gesundheitsförderung in alle relevanten Strategien und Prozesse zu integrieren und so die kontinuierliche Entwicklung der "Health Promoting Universities and Colleges" voran zu treiben.

Prof. Dr. Sigrid Michel (Fachhochschule Dortmund) stellte die Bedeutsamkeit der Charter heraus. Bedingt durch die gesellschaftliche Entwicklung werde es immer wichtiger, das Thema Gesundheitsförderung an Hochschulen auf verschiedenen Ebenen – insbesondere auf der politischen – zu platzieren. So fordert Michel unter anderem die Implementierung eines Health-Mainstreamings als Äquivalent zum Gender-Mainstreaming an den Hochschulen. Der Arbeitskreis wird sich weiter detailliert mit der Charter befassen, um Gesundheitsfördernden Hochschulen diesbezüglich Orientierung zu geben und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Die Teilnehmenden des Arbeitskreises zogen nach zwei Tagen intensiven Austauschs eine sehr positive Bilanz und bedankten sich bei Dr. Ute Sonntag und ihrem Team für die gelungene Veranstaltung.

Ergebnisse und Präsentationen der Tagung können bei Benjamin Schenk angefragt werden.

Weitere Infos:
Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen
Präventionsgesetz
Okanagan-Charter