Strategieprozess zwischen Vielfalt und Priorisierung
Die Perspektivtagung markierte einen wichtigen Meilenstein im laufenden adh-Strategieprozess. Dabei wurde deutlich: Der Verband bewegt sich in einem Spannungsfeld unterschiedlicher Erwartungen und Anforderungen.
„Der Strategieprozess ist kein Wohlfühlprozess, sondern ein gemeinsamer Aushandlungsprozess“, betonte adh-Vorstandsvorsitzender Dr. Arne Göring in der Einführung. Ziel sei es, gemeinsam zu definieren, in welchen Bereichen der adh künftig die größte Wirkung entfalten könne – und wo bewusst Grenzen gezogen werden müssten.
Unterschiedliche Entwicklungsrealitäten sichtbar gemacht
Im Zentrum des ersten Veranstaltungstags stand die Arbeit mit einem Stufenmodell, das unterschiedliche Entwicklungsrealitäten im Hochschulsport beschreibt – von Aufbau- und Etablierungsprozessen bis hin zu Hochschulen mit stark integrierten und innovationsorientierten Strukturen. In Gruppenarbeitsphasen reflektierten die Teilnehmenden ihre jeweiligen Herausforderungen und formulierten konkrete Bedarfe an den adh.
Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Frage, welche Unterstützungsangebote Hochschulen tatsächlich benötigen und welche verbandlichen Angebote aus Sicht der Mitgliedschaft weniger relevant sind. Die Ergebnisse wurden anschließend in eine Strategiematrix übertragen, die Entwicklungsstufen und mögliche Handlungsfelder des adh systematisch miteinander verknüpft.
Von Bedarfen zu strategischen Entscheidungen
Der zweite Tag stand im Zeichen der Priorisierung. In thematischen Gruppen diskutierten die Teilnehmenden unter anderem zu Gesundheitsförderung, Breitensportentwicklung, Wettkampfsport, Netzwerk- und Lobbyarbeit, sowie zu Digitalisierung. Dabei ging es ausdrücklich nicht nur um neue Projekte, sondern auch um die Frage, in welchen Bereichen der adh künftig bewusst keine zusätzlichen Aktivitäten entwickeln sollte.
Im Rahmen eines Dot-Votings wurden anschließend strategische Prioritäten identifiziert und kontroverse Themenfelder sichtbar gemacht. Die Diskussionen machten deutlich, dass die Vielfalt der Hochschulsportlandschaft unterschiedliche Erwartungen an den Verband mit sich bringt – gleichzeitig aber ein gemeinsames Interesse besteht, die Rolle des adh langfristig klarer zu profilieren.
Als zentrale strategische Schwerpunkte kristallisierten sich insbesondere Netzwerkarbeit, Austauschformate, Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung studentischen Engagements und eine stärkere politische Interessenvertretung des adh heraus. Darüber hinaus wurden Gesundheit, Breitensportentwicklung, Wettkampfsport sowie Netzwerk- und Bildungsarbeit als Kernaufgaben definiert, in denen der Verband auch künftig eine gestaltende Rolle übernehmen soll. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit stärker als unterstützende Querschnittsaufgaben verstanden werden sollten, bei denen die Expertise zunehmend an den Hochschulen selbst gesehen wird. Kontrovers diskutiert wurde unter anderem die zukünftige Schwerpunktsetzung des nationalen Wettkampfsports. Ebenfalls sichtbar wurde das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach neuen Angeboten und den begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen des Verbands.
Klare Aufträge für den Strategie-Sprint 2026
Zum Abschluss der Tagung formulierten die Teilnehmenden konkrete Erwartungen an den weiteren Strategie-Sprint 2026. Im nächsten Schritt sollen die Ergebnisse der Perspektivtagung erneut mit den Mitgliedshochschulen unter anderem in einem digitalen Austauschformat rückgekoppelt sowie anschließend durch Vorstand und Geschäftsstelle ausgewertet und in konkrete Maßnahmen für den Strategie-Sprint 2026 überführt werden. Dieser soll der Vollversammlung 2026 im November zur Entscheidung vorgelegt werden.
Dr. Arne Göring zog ein positives Fazit: „Die Perspektivtagung hat gezeigt, dass der adh bereit ist, strategische Entscheidungen gemeinsam zu tragen. In zwei intensiven Tagen haben wir gemeinsam mit einem großen Teil unserer Mitgliedschaft auf die zukünftige Ausrichtung des Verbands und seine strategischen Eckpfeiler geblickt. Die Diskussionen waren offen, engagiert und inhaltlich sehr wertvoll. Dafür gilt allen Beteiligten mein ausdrücklicher Dank. Nun geht es darum, die Ergebnisse der Tagung weiter zu konkretisieren, zu operationalisieren und konsequent in den weiteren Strategieprozess zu überführen. Dabei freuen wir uns, weitere Anregungen und Impulse aus der Mitgliedschaft, in den Prozess zu intergieren.“
Auch die adh-Partner Sport-Thieme und MATRIX bereicherten die Tagung mit kreativen Challenges und interaktiven Elementen. Der adh bedankt sich herzlich bei Lena Schalski und ihrem Team des Allgemeinen Hochschulspots Gießen für die gelungene Organisation und die engagierte Ausgestaltung der Tagung.
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