Zum Auftakt begrüßte Dr. Juliane Lanz (Leiterin des Hochschulsports und des Universitären Gesundheitsmanagements (UGM), Uni Rostock), die Teilnehmenden bevor diese unter der Seminarleitung von Dr. Brigitte Steinke und Lisa Jung ihre Erfahrungen aus dem ersten Seminar reflektierten. Zum Rückblick gehörte unter anderem die offene Transferaufgabe zur Übertragung des House of Studyability. Dieses Konzept beschäftigt sich mit der Studierfähigkeit und den Herausforderungen, mit denen Studierende an ihrer Hochschule konfrontiert sind. Inhaltlich bildete der Perspektivwechsel zwischen Erzähler und Zuhörer den Einstieg in das Thema „Aktives Zuhören“. Durch praktische Übungen erprobten die Teilnehmenden zentrale Techniken wie Paraphrasieren, gezieltes Nachfragen und strukturierendes Zusammenfassen.
Organisationen bewegen – Der Hochschulsport als Ausgangspunkt und Treiber für Organisationsentwicklung
Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Seminars war der Vortrag von Dr. Sebastian Kunert (Partner bei artop – Institut an der HU Berlin). Er zeigte die Entwicklung des Hochschulgesundheitsmanagements an der Humboldt-Universität zu Berlin auf und verdeutlichte die Rolle des Hochschulsports als Motor organisationaler Veränderung. Besonders betonte er dessen Sichtbarkeit, Attraktivität und integrative Wirkung auf dem Campus.
Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse wurde deutlich, dass die Veränderung von Gewohnheiten ein zentraler Hebel für gesundheitsförderliches Verhalten ist. Erfolgreiche Maßnahmen setzen darauf, erwünschtes Verhalten möglichst niedrigschwellig zugänglich zu machen und gleichzeitig Hürden für unerwünschtes Verhalten zu erhöhen.
Als analytisches Werkzeug stellte Kunert das „Grundmodell der Beratung“ vor, das auf der Wahrnehmung einer Diskrepanz zwischen Ist- und Soll-Zustand basiert und daraus Veränderungsdruck erzeugt. In Übungen analysierten die Teilnehmenden Fallbeispiele aus unterschiedlichen Perspektiven („Beratungsbrillen“) und auf verschiedenen Ebenen – vom Individuum bis zur Organisation. Dabei wurde die Komplexität von Veränderungsprozessen deutlich und sichtbar, dass mehrere Ansatzpunkte gleichzeitig berücksichtigt werden müssen.
Zentrale Erfolgsfaktoren der Organisationsentwicklung waren dabei die Unterstützung durch das Top-Management, klare Zielsetzungen, strukturierte Planung und transparente Kommunikation. Ebenso wurde deutlich, dass unklare Zuständigkeiten und fehlende Abstimmung Veränderungsprozesse erheblich erschweren können.
Der PHAC als professioneller und strukturierter Rahmen für die Arbeit im Gesundheitsmanagement
Am zweiten Seminartag stand der Public Health Action Cycle (PHAC) im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden setzten sich mit den Phasen Analyse, Planung, Umsetzung und Evaluation auseinander und reflektierten dessen iterative Struktur.
In einer interaktiven Übung verorteten sie ihre eigenen Projekte innerhalb dieses Zyklus und diskutierten Steuerungsebenen sowie zeitliche Perspektiven. Dabei wurde deutlich, dass zwar häufig Steuerungsgruppen existieren, deren Aufgaben und Rollen jedoch nicht immer klar definiert sind.
Best-Practice-Beispiele von Dr. Brigitte Steinke lieferten zusätzliche Impulse. Vorgestellt wurden unter anderem studentisch initiierte Angebote an der FOM – Hochschule für Ökonomie und Management sowie Projekte wie der „CampusWald“ der Universität Paderborn und das Gesundheitsmanagement „Healthy Campus“ der Universität Bonn. Die Beispiele zeigten, wie unterschiedlich gesundheitsförderliche Maßnahmen umgesetzt werden können und lieferten wertvolle Impulse für nachhaltige Strukturen.
Fazit und Ausblick
Zum Abschluss wurden offene Fragen, etwa zur stärkeren Integration von Gesundheitsmanagement in die Lehre durch Bewegungsimpulse oder Verknüpfungen mit Abschlussarbeiten aufgegriffen und Hinweise auf weitere Best‑Practice‑Beispiele vergangener Projekte gegeben. Ein Ausblick galt dem nächsten Online‑Termin mit Schwerpunkt Reflexions- und Entwicklungsinstrument des HIS-HE bevor es dann im Juni in Präsenz in Mainz weitergeht. Die Teilnehmenden nahmen zahlreiche Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Standorte mit. Wie gewinnbringend die Verbindung aus Theorie und Austausch ist, fasste Lara-Marie Jacobs von der Universität Göttingen zusammen:
„Ich fand sehr spannend, dass durch den theoretischen Input zu Organisationsentwicklung noch einmal eine ganz neue Ebene hinzugekommen ist, wie Unisport betrachtet werden kann und sich dadurch neue strategische Perspektiven ergeben.“
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