17. ENAS-Konferenz in Lille erfolgreich durchgeführt

Unter dem programmatischen Titel "Innovation: Maximise Your Potential“, mit den Subthemen "Managing the Future – Student Engagement – Broadening Your Horizon“, fand die 17. Konferenz des "European Network of Academic Sport Services" (ENAS) vom 03. bis zum 07. November im nordfranzösischen Lille statt. Aus Deutschland waren Hochschulsportvertreterinnen und -vertreter der RWTH Aachen, der Freien Universität Berlin, der TU Braunschweig, der HS Darmstadt, der Uni Jena, der Uni Münster und der Uni Potsdam in Lille, um neue Anregungen und Argumente für die Entwicklung des eigenen Standortes zu erhalten.

Die ENAS bringt seit 1997 regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 100 Hochschulen und Hochschulsporteinrichtungen aus über 20 europäischen Nationen zusammen. Während der inzwischen jährlich stattfindenden Konferenz wird in vier Tage lange und intensiv über die Hochschul- und Hochschulsportentwicklung diskutiert.  Das Thema der diesjährigen Konferenz konzentrierte sich auf die aktive Förderung eines aktiven und gesunden Lebensstils sowie die Integration von Sport in das Universitätsleben als wichtigen Faktor für einen attraktiven Campus.

Mit zahlreichen interessanten Vorträgen, „Best Practice“-Beispielen und Workshops wurde den Teilnehmenden das Thema facettenreich nahegebracht, was für viel Gesprächsstoff in den kurzen Kaffeepausen sorgte. Prof. MC Schraefel, University of Southhampton (UK), überzeugte die Zuhörer mit ihrem Einstiegsvortrag: „Move more, but when?“ ganz besonders, da sie unter anderem die alltagsmotorisch bedingte Haltung an einem klassischen Büroarbeitsplatz mit der eines Embryos verglich und so auf die gesellschaftliche Rückentwicklung vom "Lauftier zum Sitztier“ verwies. Sie verdeutlichte die damit einhergehenden Beeinträchtigungen für alle Stoffwechselprozesse, aber eben auch für die Psychoregulation. Die von ihr geforderte Integration der Bewegung in den Alltag wurde mittels kurzer Zumba-Einheiten während der gesamten Konferenz direkt umgesetzt und bewirkte immer wieder lachende Gesichter und einen erholten Geist. 

Unter den Rednern des ersten Tags war auch Prof. Dr. Schmidt, Präsident der Technischen Universität Kaiserslautern. Er machte mit seinem Vortrag deutlich, welch großes Potential die Hochschulleitung der TU im Hochschulsport für die Hochschulentwicklung sieht. Ein attraktiv und bewegt gestaltetes Campusleben gehört für ihn zu den zentralen Herausforderungen einer Hochschule, die sich auf den Wettbewerb um die klügsten Köpfe angemessen einstellen will. Nicht umsonst wurde die TU Kaiserslautern ja schon 2007 vom adh als Hochschule des Jahres ausgezeichnet. Der Hochschulsport in der Pfalz hat sich allerdings auf diesem Titel nicht ausgeruht, sondern seitdem eine rasante Entwicklung genommen, die der Hochschulpräsident mit Stolz auf das Geleistete präsentierte und dabei die Delegierten ermutigte, in den Diskurs mit ihren Hochschulleitungen zu gehen.

Diverse Teamaufgaben, das „Speed Date“ zum verbesserten gegenseitigen Kennenlernen, aber auch ein kulturell knackiges Programm mit etlichen Laufkilometern, um die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten mittels Geocaching kennenzulernen, sorgten für einen intensiven informellen Austausch zwischen den internationalen Teilnehmenden und rundeten die knappe Konferenzwoche ab. Beim Galaabend konnte ENAS-EC-Mitglied Jörg Förster dann den Preisträger des diesjährigen AWARD-Wettbewerbes verkünden und den Siegerscheck über 1000,00 € an Neil Mosley vom Imperial College London überreichen. In seiner Laudatio erläuterte Förster, dass die Jury vor allem den integrativen und teambildenden Ansatze des am Imperial College umgesetzen „GoFit/OneBigThing“-Projektes als beispielhaft bewertet hatte und ermutigte die anwesenden Hochschulvertreterinnen und -vertreter ihre eigenen Projekte im Rahmen des AWARD-Wettbewerbes dem Auditorium vorzustellen, weil diese Präsentationen von „Best Practise“-Beispielen letztendlich den Ausgangspunkt des voneinander Lernens darstellen.

Im nächsten Jahr wird die Freie Universität Berlin vom 10. November bis zum 14. November 2015 Gastgeber der ENAS Konferenz sein. Die Delegierten der ENAS-Mitgliedshochschulen folgten daher mit großem Interesse der Präsentation von Olivia Mahling und Alexander Scholl vom Team der ZE Hochschulsport der Freien Universität Berlin, die für ihren Beitrag nicht nur viel Beifall erhielten, sondern im Anschluss auch noch viele Fragen zu Berlin und der Freien Universität beantworten durften. Die Hochschulsport Auszubildende Eva Schubert (Veranstaltungskauffrau) hatte die Chance, bei der diesjährigen Konferenz direkt mitzuwirken und war Teil des internationalen Organisationsteams in Lille. „Das schafft die besten Voraussetzungen für eine optimale Planung der Konferenz 2015 in Berlin“, so Jörg Förster, der Direktor des Hochschulsports, „wir wollen Berlin und auch die Freie Universität auf internationaler Ebene präsentieren. Nach der International Week in diesem Sommer ist die Ausrichtung der ENAS-Konferenz 2015 der nächste große Schritt im Thema Internationalisierung“. Die Ideen sind schon vorhanden – nun geht es an die Planung.