Gold für Judoka Nele Noack (blau) von der Uni Hannover
22.09.2026 | Kategorie: Wettkampf , EUC , Boxen

EUC Combat Sports: 22 Medaillen für deutsche Hochschulen in Tirana

Zweimal Gold, viermal Silber und 16-mal Bronze: Insgesamt 22 Medaillen erkämpften Aktive von 17 deutschen Hochschulen bei den European Universities Championships Combat Sports in Albanien (8. bis 16. September 2026). Von deutschen Hochschulen gingen 116 deutsche Sportlerinnen und Sportler im Judo, Taekwondo, Karate und Kickboxen an den Start.

Judo: Gold für Nele Noack, WG Hannover holt Silber

Zum Auftakt der Judowettkämpfe sicherten sich Luke Cabecana (DSHS Köln, bis 60 kg), Liam Herrmann (Uni Hannover, bis 66 kg) und Vincent Wieneke (DSHS Köln, bis 73 kg) jeweils Bronze. Hanna Veronika Sedlmair (DSHS Köln, bis 63 kg) und Nikolas Menzl (Uni Regensburg, bis 73 kg) verpassten als Fünftplatzierte das Podium nur knapp.

Am zweiten Wettkampftag sorgte Nele Noack (Uni Hannover) für den Höhepunkt aus deutscher Sicht. Die Hannoveranerin gewann in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm alle vier Kämpfe und krönte sich zur Europäischen Hochschulmeisterin 2026.

Auch im Mixed-Team-Wettbewerb stand Noack mit der WG Hannover auf dem Podest. Nach Siegen gegen die Teams aus Lissabon (Portugal) und Straßburg (Frankreich) zog Hannover ins Finale ein. Dort musste sich die Mannschaft der Uni Groningen (Niederlande) mit 2:4 geschlagen geben und gewann Silber.

Trainer Alexander Stein resümierte: „Wir können mit den Leistungen unserer Athletinnen und Athleten sehr zufrieden sein. Sie haben sich über die drei Wettkampftage mit großem Einsatz und Teamgeist präsentiert und auch schwierigen Situationen angenommen. Die fünf Medaillen sind ein starkes Ergebnis für unsere deutschen Hochschulen.“

Taekwondo: Elf Medaillen in Poomsae, Freestyle und Kyorugi

Mit 37 Aktiven stellte das deutsche Taekwondo-Team ein großes Aufgebot. Elf von ihnen starteten in Poomsae und Freestyle, 26 im Kyorugi. Die Wettbewerbe waren in diesem Jahr zugleich als G1-Weltranglistenturnier eingestuft und mit mehr als 300 Athletinnen und Athleten stark besetzt.

Gleich am ersten Wettkampftag gab es dreimal Bronze: Leon Reich (Uni Tübingen) und Fabian Reich (TU Berlin) gewannen im Recognized Poomsae jeweils drei Runden und erreichten das Halbfinale. Leon Reich stand anschließend auch im Freestyle auf dem Podest und holte seine zweite Bronzemedaille.

In den Kyorugi-Wettbewerben kämpften sich Feyyaz Gümüs (HS Dortmund, bis 63 kg) und Emily Hörmann (TU Dresden, bis 73 kg) bis ins Finale vor und gewannen am Ende Silber. Bronze ging an Alice Gehrmann (Uni Düsseldorf, bis 49 kg), Kendra Inhülsen (IST Hochschule, bis 62 kg), Vincent Hörmann (HS Fresenius, bis 87 kg) und Alexander Oberhofer (LMU München, bis 87 kg), Julienne Geppert (HS Mainz, bis 73 kg) sowie Linda Köbcke (Uni Halle/über 73 kg). Sieben weitere deutsche Aktive erreichten das Viertelfinale.

„Besonders stolz macht mich unser Zusammenhalt. Die Mannschaft hat sich gegenseitig unterstützt, angefeuert und ist trotz der schwierigen Bedingungen zusammengeblieben“, sagte adh-Trainer Kiyan Karambakschi.

Karate: Zweimal Bronze bei starker Konkurrenz

Auch im Karate war das Niveau hoch: In den stark besetzten Gewichtsklassen traten zahlreiche Aktive aus den Top-100 der Weltrangliste und erfahrene Starterinnen und Starter der Karate 1 Premier League an. Trotz schwerer Gegnerinnen und Gegner kämpften sich mehrere deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer weit nach vorne.

Besonders erfolgreich verlief das Turnier für Madeleine Schröter (Uni Jena, bis 68 kg) und Selina Stamer (TU Dresden, über 68 kg), die jeweils Bronze gewannen. Bei den Frauen kamen ein fünfter, ein siebter und ein neunter Platz hinzu. Die Männer erreichten einmal Platz fünf, zweimal Platz sieben und zweimal Platz neun.

Die Leistungen waren auch deshalb bemerkenswert, weil Teile des Teams vor Wettkampfbeginn mit Problemen bei Unterkunft und Transport zu kämpfen hatten. Auf der Wettkampffläche ließen sich die deutschen Karateka davon nicht aus dem Konzept bringen und überzeugten mit zwei Bronzemedaillen und weiteren Platzierungen unter den besten Neun.

Kickboxen: Gold für Bjarne Thoms und vier Medaillen insgesamt

Nach Bronze im vergangenen Jahr gewann Bjarne Thoms (DHfPG Saarbrücken, bis 75 kg) Gold im Full Contact und sicherte dem deutschen Team damit den zweiten Titel der EUC. Auch Lukas Jencius (DHfPG Saarbrücken, bis 81 kg) war erneut erfolgreich: Im Full Contact erkämpfte er Bronze.

Eine Silbermedaille erkämpfte Valentin Reith (Uni Heidelberg, bis 86 kg) im K1. Jule Strietzel (Uni Hamburg, bis 65 kg) gewann im Point Fighting Bronze. Im Kick Light belegte sie den fünften Platz.

Ebenfalls Platz fünf erreichten Alessia Amato (Uni Heidelberg, bis 60 kg) und Setia Radjaby (Uni Marburg, bis 55 kg). Mit Gold, Silber, zweimal Bronze und drei weiteren fünften Plätzen trugen die deutschen Kickboxerinnen und Kickboxer zum erfolgreichen Abschneiden in Tirana bei.