Norbert Wolf (Foto:tischtennis.de/privat)
04.09.2013 | Kategorie: Allgemein , 2013 ,

Zum 80. Geburtstag von Norbert Wolf

Wir gratulieren dem ehemaligen adh-Vizepräsidenten, DC-Tischtennis und FISU-TD Tischtennis, Norbert Wolf, herzlich zum 80. Geburtstag.

Als die Europäische Vereinigung nichtstaatlicher nationaler Sportdachverbände (ENGSO) im Mai 1995 in London ihr zwanzigjähriges Bestehen feierte, da galten Dank und Anerkennung der Repräsentanten aus 28 Nationen unseres Kontinents vor allem einem Mann, der schon die Vorgängerorganisation, den sogenannten NGO-Club beim Straßburger Europarat, mitbegründet hatte, dann die ENGSO als „Chairman“ seit 1992 führte, aus Krankheitsgründen aber ausgerechnet an dieser Zusammenkunft nicht teilnehmen konnte. Zu Ehren von Norbert Wolfgab DSB-Vizepräsidentin Erika Dienstl zu dessen Verabschiedung vom ENGSO-Vorsitz einen Empfang in der britischen Hauptstadt. An diesem Mittwoch wird Norbert Wolf 80 Jahre alt.

Wolf wurde am 4. September 1933 in Husum an der Nordseeküste geboren. Nach dem Abitur studierte er in Marburg Sport und Germanistik, legte dort 1961 das 1. Staatsexamen und 1964 in Detmold das 2. Staatsexamen für das höhere Lehramt ab. 1960 schloss er die Ehe mit Christiane, geb. Drobnitzky. Das Ehepaar Wolf hat vier Kinder und erfreut sich heute an vier Enkelkindern. Gleich nach Kriegsende war Norbert Wolf als Zwölfjähriger Mitglied des TSV Husum von 1875 geworden und hatte sich in zahlreichen Sportarten aktiv betätigt.

Seine ehrenamtliche Mitarbeit im Sport startete Norbert Wolf 1951 als TT-Abteilungsleiter im TSV Husum, wurde ein Jahr später TT-Kreisfachwart, setzte sein Engagement während des Studiums als ASTA-Sportreferent in Marburg fort und war im Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (ADH) Vizepräsident (1959/60) und Disziplinchef Tischtennis (1965 bis 1975). In späteren Jahren gehörte er Kommissionen der Europäischen und der Internationalen TT-Föderation an und war schließlich - als Höhepunkt - von 1992 bis 1995 Vorsitzender der ENGSO, der Vereinigung der nationalen Sportdachorganisationen der Länder Europas.

Nach nur zwei Jahren Schuldienst machte Norbert Wolf 1965 sein Hobby zu seinem Beruf und übernahm die neugeschaffene Position eines Abteilungsleiters für Wissenschaft und Bildung im DSB in Frankfurt. In dieser Funktion kümmerte sich der Pädagoge besonders um den Sport jenseits der großen Schlagzeilen, gehörte zu den Mitbegründern der später so benannten „Sozialen Offensive des Sports“, baute die Verbindungen des DSB zu Kirchen, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Organisationen auf und war an vielen Entwicklungen beteiligt, mit denen der Deutsche Sportbund in den sechziger und siebziger Jahren seine gesellschaftspolitischen Positionen und Konzeptionen aufbaute und festigte.

Vom damaligen DTTB-Präsidenten Hans-Wilhelm Gäb 1982 auf den Posten des Generalsekretärs des Deutschen Tischtennis-Bundes geholt, konnte Norbert Wolf nun für einige Jahre mehr in der Sportpraxis wirken und unter anderem die TT-Weltmeisterschaften 1989 in Dortmund organisieren, bevor er am 1. April 1990 in der Nachfolge seines früheren Chefs Karlheinz Gieseler als Generalsekretär wieder zum DSB zurückkehrte. In dieser Funktion wirkte er als Mann der leiseren Töne, aber als effektiver engster Mitarbeiter von DSB-Präsident Hans Hansen.

1994 übernahm Norbert Wolf dann als Generalsekretär der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) für seine letzten Berufsjahre ein neues Aufgabenfeld, das noch einmal seinen ganzen Einsatz erforderte, etwa bei der Gestaltung und Leitung der Fairplay-Initiative des deutschen Sports und der Entwicklung neuer DOG-Aktionsprogramme. Am 1. Oktober 1998 ging Norbert Wolf in den beruflichen Ruhestand und schied damit aus dem hauptamtlichen Führungs-kreis des Sports aus, engagierte sich aber weiter mit Prof. Ommo Grupe im Redaktionskollegium der Zeitschrift „Sportwissenschaft“ und bis 2002 als Verantwortlicher für Tischtennis im Internationalen Studentensportverband (FISU).

Als aktiver Rentner hat Norbert Wolf seit anderthalb Jahrzehnten nun die Zeit, nicht nur weiterhin für die SG Kelkheim TT-Punktspiele in der Kreisklasse zu bestreiten, sondern sich auch seinen musisch-literarischen Hobbys zu widmen, so z.B. im von ihm begründeten Literaturkreis im Liederbacher Kulturring. Mehrere Jahre spielte er Komparsenrollen im Frankfurter Schauspielhaus, wirkte in drei Spielfilmen in Nebenrollen und veröffentlichte im letzten Jahr zwei lyrische Gedichte in der „Zeit“. Vor allem aber gilt seine besondere Liebe seinen vier Enkelkindern, von denen zwei in diesem Jahr gerade das Abitur bestanden haben.

Friedrich Mevert
Quelle: DOSB-Presse