28.10.2016 | Kategorie: Rudern , national , 2016

„Immer eine Handbreit Wasser unter’m Kiel“ – der Ruderachter der RWTH Aachen ist getauft

Das Flaggschiff des Aachener Ruderteams ist getauft: Unter dem Namen „Theodore von Kármán“ wird der Ruderachter zukünftig bei Wettkämpfen in Deutschland und Europa antreten. Die Taufpaten Prof. Dr. Doris Klee, Prorektorin der RWTH Aachen, und Prof. Dr. Dirk Abel, Rektoratsbeauftragter für den Hochschulsport, enthüllten den Namen in einer feierlichen Zeremonie.

„Ich freue mich sehr, heute als Vertretung des Rektorats hier zu sein und das Boot zu taufen“, erklärte Prof. Klee in ihrer Taufrede. Angefangen hat alles 2011, als drei Ruderer das Büro von Uli Weber, Mitarbeiter des Hochschulsportzentrums (HSZ) und zuständig für die Sportart Rudern, betraten. In diesem Jahr beschlossen die Ruderer  nicht nur bei einer Deutschen Hochschulmeisterschaft teilzunehmen, sondern sie auch zu gewinnen – und anschließend auf internationaler Ebene durchzustarten. Seit 2011 ist der Ruderachter der RWTH Aachen ungeschlagener Deutscher Hochschulmeister und konnte auch auf internationalem Wettkampfparkett einige Erfolge verzeichnen. Bei diesen Leistungen war schnell klar, dass auch ein wettkampftaugliches Boot angeschafft werden muss. Für den neuen Achter sorgte das Hochschulsportzentrum, so dass es nun richtig losgehen konnte: Ob Deutsche Hochschulmeisterschaften, Kölner Lichter oder verschiedene Wettkämpfe auf europäischer Ebene – der Ruderachter der RWTH ist überall ganz vorne mit dabei und verwies auch schon die Traditionsachter aus Oxford und Cambridge auf die Plätze.

Prof. Abel ist überzeugt, dass der Erfolg keine Eintagsfliege ist: „Wir taufen heute kein Baby mehr: Das Boot und die Mannschaft haben schon einiges vorzuweisen und ich bin sicher, dass sie diesen Geist auch in künftige Generationen weitertragen werden.“

Die Taufe fand an der RWTH-eigenen Veranstaltungsstätte Wildenhof am Rursee in der Eifel statt, wo die Ruderinnen und Ruderer auch trainieren. Über die Bedeutung des Wildenhofs als Veranstaltungsstätte und Basis der Wassersportarten der RWTH sind sich die beiden Taufpaten einig: „Mit dem Wildenhof verbinde ich viele schöne Erinnerungen. Das soll auch in Zukunft so beibehalten werden. Deshalb werden wir dafür sorgen, dass die Attraktivität des Wildenhofs weiterhin gewährleistet bleibt“, betont Prof. Abel. Prorektorin Prof. Klee schließt sich dem an: „Dem Rektorat ist die Bedeutung des Wildenhofs bewusst: Auch die Sport- und Veranstaltungsstätten sind äußerst wichtig für das Image der RWTH Aachen als ‚Place to be‘.“ Ruderobmann Oliver Matzke fügt hinzu: „Wir haben in den vergangenen Jahren Teile des Bootsparks komplett erneuert und hoffen, dass weitere Bereiche des Wildenhofs folgen werden.“

Namensgeber für den Ruderachter ist Theodore von Kármán (*11. Mai 1881 in Budapest, † 7. Mai 1963 in Aachen). Er war ein ungarisch-amerikanischer Physiker und Luftfahrttechniker, der als Pionier der modernen Aerodynamik und der Luftfahrt- und Raketenforschung gilt. Ab 1913 leitete er das Institut für Mechanik und flugtechnische Aerodynamik, welches heute das Institut für Allgemeine Mechanik an der RWTH Aachen ist. Nach Aufenthalten in den USA und in Belgien verstarb er 1963 während einer Kur in Aachen. Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt Kármán im Laufe seines Lebens zahlreiche Auszeichnungen.

Mit der RWTH Aachen ist der Name Kármán schon einige Male verbunden: Nicht nur das Kármán-Auditorium und ein Preis für Studierende sind nach dem ehemaligen Institutsleiter benannt, sondern auch ein Studierendenwohnheim und die Hochschulzeitung der Studierenden. Mit dem Achter der Aachener Rudergruppe trägt von nun an auch ein sportliches Aushängeschild der RWTH den Namen des Physikers und Luftfahrttechnikers. Prof. Klee ist sich sicher: „Mit diesem berühmten Namensgeber wird diese fantastische Mannschaft auch in Zukunft noch viele weitere Erfolge einfahren.“