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Gleichstellung im Sport: Berichte auf EU-Ebene

Das Europäische Parlament beurteilt jährlich die Entwicklung der Geschlechtergleichstellung in der EU. Der Bericht 2013 beinhaltet erstmals einen gesonderten Abschnitt zum Sport.

Im EU-Bericht wird konstatiert, dass gesellschaftliche Probleme wie Gewalt gegen Frauen, Stereotypisierung oder die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern auch im Sport präsent sind. Dementsprechend fordert das Europäische Parlament (EP) die Mitgliedsstaaten in seinem Bericht auf, „die Möglichkeiten umfassend auszuschöpfen, die der Sport für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter – insbesondere durch die Festlegung konkreter Aktionspläne zur Bekämpfung von Stereotypen und Gewalt –, für die Gleichstellung von Profisportlern und für die Förderung der sportlichen Betätigung von Frauen bietet.”

Die Europäische Kommission hat ihrerseits in dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern (2014) eine sogenannte „gendergerechte Haushaltsplanung“ im Sport angeregt. Das soll Kriterien für die Förderfähigkeit von Projekten und Organisationen beinhalten, die sich an Fortschritten bei der Gleichstellung orientieren. Zudem wies die Kommission darauf hin, dass der Rat in seinen Schlussfolgerungen zur Geschlechtergleichstellung im Sport (2014) angeregt hat, Erasmus+ u.a. im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Stereotypen im Sport zu nutzen.

Der Bericht stützt sich auf die Daten, die im jüngsten Eurobarometer veröffentlicht wurden. Diese bestätigen, dass die Gleichstellung der Geschlechter trotz einiger Fortschritte „ein unvollendetes Werk bleibt“. Laut Bericht verdienen Frauen durchschnittlich 16,4 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Zudem berichtet jede dritte Frau in der EU, Opfer physischer oder sexualisierter Gewalt geworden zu sein. Des Weiteren repräsentieren Frauen noch immer weniger als 25 Prozent der Vorstandsmitglieder in Unternehmen und, obwohl sie häufiger einen Hochschulabschluss erlagen, sind sie in der Forschung und in Führungspositionen des Bildungssystems, einschließlich der Hochschulbildung, noch immer signifikant unterrepräsentiert. Annähernd 20 Prozent der Europäerinnen und Europäer denken, dass geschlechtsspezifische Vorurteile im Sport weit verbreitet sind. 33 Prozent sind der Meinung, dass Vorurteile in Medien – einschließlich der sportbezogenen Medien – am präsentesten sind. (Quelle: DOSB-PRESSE vom 14. April 2015)

Bilanz des Frauenförderplans liefert Grundlagen für Gleichstellungsarbeit im adh

Im adh wird seit 1993 ein Frauenförderplan als Grundlage der gezielten Frauenförderung erstellt. Die aktuelle Bilanzierung stellt die aktuelle Bedeutung der Frauenförderung und des Bereichs „Chancengleichheit“ heraus. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist demnach noch ausbaufähig. Zwar lassen die im Bericht vorliegenden Zahlen des Leiterinnen-Anteils an adh-Mitgliedshochschulen, im Bereich der ehrenamtlich engagierten Frauen in adh-Gremien sowie der Teilnahme an Bildungsveranstaltungen einen weiterhin anhaltenden positiven Trend erkennen, dennoch ergibt die Analyse, dass ein Frauenanteil von mindestens 30% noch nicht erreicht wurde. Aus diesem Grund besteht weiterhin Handlungsbedarf, um den positiven Trend aufrechtzuerhalten und weiter voranzutreiben. Die Auswertung der Analyseergebnisse zeigt weiterhin, dass es im Bereich der Zusammenarbeit und Vernetzung von jungen Hochschulsportmitarbeitenden sowohl mit der älteren Generation als auch untereinander weiterer Bemühungen bedarf. Die adh-Projekte Tandem-Mentoring und Gremien-Coaching sind dabei bewährte Instrumente.

Um künftig eine zielgerichtete Analyse und Auswertung im Hinblick auf die Chancengleichheit sicherzustellen, wird die Bilanzierung des Frauenförderplans zu einem Gleichstellungsbericht mit zusätzlichen Themen der Genderforschung erweitert.

Weitere Informationen zum Thema Gleichstellung finden Sie in der aktuellen Ausgabe des adh-Magazins (S. 16-18) im Artikel „Gleichstellung: Ein Thema für alle im Hochschulsport“.