Für den adh waren insgesamt acht Aktive am Start. Franziska Kurz (Uni Stuttgart) und Jan Urke (Uni Gießen) machten den Auftakt in den Kate Einzelwettbewerben. In den Kumite-Wettbewerben starteten am ersten Wettkampftag Rosa Liebold (Uni Erfurt/+ 68 kg) und Artur Hanser (Uni Bochum/+84 kg). Am zweiten Wettkampftag gingen Linda Kerner (Uni Bamberg/bis 61 kg) und Karl Meister (TU Chemnitz/bis 75 kg) für Deutschland auf die Matte. Linda Hagen (Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen/bis 50 kg) und Stella Holczer (TU Kaiserslautern/bis 55 kg) machten am Samstag den Abschluss in den Einzelkonkurrenzen, bevor noch einmal alle deutschen Kämpferinnen im Kumite Teamwettbewerb antraten.
Kate Einzel
Zum Auftakt der 9. Studierenden-Weltmeisterschaft Karate in Bar/Montenegro erreichte Jan Urke, Student der Uni Gießen, leider nicht die erhoffte Platzierung. Urke erwischte in der ersten Runde einen guten Start und besiegte den Rumänen Adrian Guta deutlich mit 4:1 Richterstimmen. In der zweiten Runde der letzten 16 Starter wartete mit Farid Haghighi aus dem Iran bereits ein international erfahrener Athlet, der eine große Herausforderung darstellte. Urke konnte seine Leistung jedoch eindrucksvoll abrufen und siegte knapp aber verdient mit 3:2. Im Viertelfinale hieß der Gegner Mijat Vojvodic. Der an Platz eins gesetzte Athlet aus Montenegro nutzte seinen Heimvorteil und die Gunst der Kampfrichter und siegte gegen einen starken Jan Urke knapp mit 3:2. Da Vojvodic im Halbfinale knapp am überragenden Japaner Chikashi scheiterte, blieb Jan Urke auch der Weg über die Trostrunde und die Möglichkeit auf eine Bronzemedaille verwehrt. „Mit einer Kampfrichterstimme mehr im entscheidenden Kampf gegen Montenegro wäre eine Medaillenplatzierung möglich gewesen“, kommentierte Jan Urke seinen Wettkampf.
Auch Franziska Kurz von der Uni Stuttgart ging leer aus. Bereits in der ersten Runde scheiterte sie denkbar knapp mit 2:3 Richterpunkten an der Türkin Busranur Kilic. Die türkische Studentin musste sich in der nächsten Runde der besten 16 Starterinnen der Italienerin Michela Pezzetti geschlagen geben, so dass für Franziska Kurz keine Möglichkeit mehr bestand in den Wettkampf einzugreifen.
Kumite Einzel
Linda Hagen (Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen/bis 50 kg) verlor in der ersten Runde deutlich gegen die an Position eins gesetzte Österreicherin Bettina Blank, die ihrerseits in der nächsten Runde gegen Sahra Karaji aus dem Iran verlor. Somit erreichte Linda Hagen keine Platzierung.
Stella Holczer (TU Kaiserslautern/bis 55 kg) hatte mehr Glück und kam trotz zweier Niederlagen gegen Ägypten und die Türkei auf den neunten Rang. Sie profitierte von der Finalteilnahme der Ägypterin Yassmin Attia.
Linda Kerner (Uni Bamberg/bis 61 kg) musste sich zwar auch in der ersten Runde der Iranerin Rozita Alipourkeshka geschlagen geben, konnte aber aufgrund der Finalteilnahme der Iranerin nochmal ins Geschehen eingreifen. In der Qualifikationsrunde schaffte sie einen Sieg gegen die Türkin Bilge Bilgen und verlor dann gegen die Britin Amy Connell. Damit erzielte Linda Kerner den 7. Platz und erreichte als einzige Deutsche eine Platzierung unter den besten Acht.
Rosa Liebold (Uni Erfurt/+68 kg) gewann ihren Auftaktkampf gegen Taipei, musste sich dann aber der Türkin Meltem Hocaoglu geschlagen geben. Die Türkin schied ihrerseits ebenfalls in der nächsten Runde aus, sodass für Rosa Liebold ebenfalls keine Platzierung zu Buche steht.
Artur Hanser (Uni Bochum/+84 kg) Artur Hanser traf direkt in der zweiten Runde auf den an Position eins gesetzten Brasilianer Rodrigues, der Hanser keine Chance lies. Der Brasilianer verlor jedoch sein Halbfinale gegen Kroatien, so dass auch Hanser ohne Platzierung aus Montenegro zurückkehrt.
Karl Meister (TU Chemnitz/bis 75 kg) war der wohl größte Pechvogel im deutschen Team. Zuerst verlor er hauchdünn gegen den Australier John Georgas nach Punktgleichstand und anschließendem Kampfrichterentscheid. Der Australier verletzte sich bereits im Kampf gegen Meister und musste im weiteren Verlauf des Wettkampfes verletzungsbedingt aufgeben. Damit war auch Karl Meister ausgeschieden.
Kumite-Team Frauen
Den Abschluss aus deutscher Sicht machte das Kumite-Team der Frauen. In der ersten Runde gelang den deutschen Frauen nach Siegen von Rosa Liebold und Linda Kerner ein 2:0 Sieg gegen Neuseeland. Danach kam das Aus gegen den Iran. Stella Holczer und Linda Kerner mussten sich den überlegenen Iranerinnen mit 0:2 geschlagen geben. Diese scheiterten im Halbfinale jedoch denkbar knapp mit 2:3 an Österreich, sodass der in greifbare Nähe gerückte 7. Platz für das deutsche Kumite-Team knapp verpasst wurde. Am Schluss standen die deutschen Frauen auch im Teamwettbewerb mit leeren Händen da und schafften keine Platzierung.
adh-Sportdirektor Thorsten Hütsch, der die deutsche Mannschaft als Delegationsleiter anführte, sowie adh-Disziplinchef Karate Matthias Tausch, der als Trainer fungierte, lobten die engagierten Kämpfe der jungen deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mit den Resultaten konnten die beiden Offiziellen jedoch nicht zufrieden sein.
