Foto: Hochschulsport Hannover
10.09.2026 | Kategorie: Wettkampf , DHM , Sportarten

Vier Deutsche Hochschulmeistertitel im Sportschießen vergeben

Am vergangenen Wochenende trafen sich 36 Studierende von 24 deutschen Universitäten und Hochschulen am niedersächsischen Bundesstützpunkt Hannover zur Deutschen Hochschulmeisterschaft (DHM) Sportschießen. In den vier Disziplinen Luftgewehr, Luftpistole, KK 3x20 und Olympische Sportpistole wurden die Hochschulmeistertitel 2026 vergeben.

Kompaktes Feld mit hochklassiger Besetzung

Wenige Wochen vor den FISU World University Championships (WUC) Sportschießen, die vom 27. bis 31. Oktober 2026 in Neu-Taipei stattfinden, nutzten die Teilnehmenden die DHM für einen hochklassigen nationalen Vergleich. Mit dabei waren auch mehrere Athletinnen und Athleten aus den Nationalkadern des Deutschen Schützenbundes.

Der Hochschulsport Hannover stellte als Ausrichter die größte Gruppe und war in jeder der vier Disziplinen auf dem Podium vertreten. In der Olympischen Sportpistole sicherte sich Philip Liebrecht (Uni Hannover) den Titel. Mit der Luftpistole setzte sich Tobias Januszek (Uni Wuppertal) durch. Gleich zwei Goldmedaillen gingen an Alyssa Ott (HS Ansbach): Sie gewann sowohl den Kleinkaliber-Dreistellungskampf als auch nach einem spannenden Finale den Luftgewehr-Wettbewerb.

Liebrecht und Januszek holen die Pistolentitel

Das kleinste Starterfeld fand sich in der rein männlichen 25-Meter-Pistolendisziplin Olympische Schnellfeuerpistole. Fünf Schützen absolvierten zwei Halbprogramme. Philip Liebrecht setzte sich dabei mit 574 Ringen klar vor Annis Charaf (TU Ilmenau) mit 566 Ringen durch. Bronze gewann Jan-Luca Karstedt (HS Bielefeld) mit 538 Ringen.

Für zusätzliche Spannung sorgte anschließend der Luftpistolen-Wettbewerb. Die 14 Teilnehmenden entschieden sich einstimmig dafür, nach der Qualifikation ein zusätzliches Finale der besten acht auszutragen. Hugo Fries (Uni Tübingen) führte die Qualifikation mit 569 Ringen vor Maxi Vogt (HS Mannheim) mit 568 Ringen und Jan-Luca Karstedt (HS Bielefeld) mit 565 Ringen an. Mit Sarah Tauermann (HS Düsseldorf) qualifizierte sich zudem eine der fünf gestarteten Frauen für das Finale. Dort setzte sich Tobias Januszek früh an die Spitze. Lediglich nach dem elften und zwölften Schuss konnte Maxi Vogt kurzzeitig die Führung übernehmen. Anschließend baute Januszek seinen Vorsprung wieder aus und sicherte sich souverän den Hochschulmeistertitel. Hugo Fries kämpfte sich als Qualifikationsbester auf Rang zwei, Luke Winterton (Uni Hannover) komplettierte das Podium auf Platz drei. Maxi Vogt wurde Vierter, Philip Liebrecht belegte nach einem Stechen gegen Fabian Müller (TU Darmstadt) Rang fünf.

Wind und wechselnde Lichtverhältnisse fordern die Aktiven

Im Kleinkaliber-Dreistellungswettkampf startete das gemischte Feld am Samstagmorgen unter anspruchsvollen äußeren Bedingungen. Wechselnde Windstärken und -richtungen sowie stark schwankende Lichtverhältnisse erschwerten den Aktiven die Aufgabe.

Am besten kam Alyssa Ott damit zurecht. Mit 581 Ringen (191, 199, 191) setzte sie sich an die Spitze der Tabelle. Ihr Fazit fiel angesichts der Bedingungen nüchtern aus: Das Ergebnis sei „in Ordnung für diese Bedingungen“. Alexander Karl (Uni Hannover) folgte mit 575 Ringen (186, 199, 190) auf Rang zwei. Katharina Mentzel (HS Wiesbaden) gewann mit 574 Ringen (190, 194, 190) Bronze. Dank der höheren Zahl an Innenzehnern setzte sie sich gegen den ringgleichen Jonas Hüttner (OTH Regensburg) (189, 197, 188) durch. Aufgrund der Größe des Startfelds wurde in dieser Disziplin kein Finale ausgetragen.

Dramatisches Luftgewehr-Finale entscheidet sich mit 0,3 Ringen

Besonders eng ging es im abschließenden Luftgewehr-Wettbewerb zu. Bereits für den Einzug ins Finale war ein Ringdurchschnitt von mehr als 10,3 erforderlich. Alyssa Ott und Alexander Karl teilten sich mit jeweils 624,7 Ringen die Bestleistung der Qualifikation.

Nach den ersten zehn Schuss des Finales lag zunächst Katharina Mentzel vor Melanie Rosenthal (HS Saarbrücken) und Alyssa Ott. In den folgenden Eliminationsrunden veränderte sich die Reihenfolge jedoch mehrfach. Annika Neumann (Uni Tübingen) und Wiebke Schröder (TU Braunschweig) schieden zunächst auf den Plätzen acht und sieben aus. Alexander Karl musste das Finale als einziger verbliebener Mann auf Rang sechs beenden, Antonia Back (HS Fresenius) folgte auf Platz fünf.

Katharina Mentzel, die zu Beginn noch geführt hatte, belegte schließlich Rang vier. Jana Meinheit (Uni Hannover) arbeitete sich nach verhaltenem Start mit einer starken Serie von 10,7ern auf den dritten Platz vor.

An der Spitze entwickelte sich unterdessen ein enges Duell zwischen Alyssa Ott und Melanie Rosenthal. Rosenthal übernahm nach dem 14. Schuss die Führung, doch bis zu den letzten Schüssen blieb die Entscheidung offen. Am Ende trennten die beiden lediglich 0,3 Ringe: Ott setzte sich knapp durch und feierte damit ihren zweiten Hochschulmeistertitel des Tages. Rosenthal gewann Silber.

Austausch und gemeinsames Ausprobieren neben den Wettkämpfen

Auch abseits des Schießstands stand der Austausch zwischen den Studierenden im Mittelpunkt. Bei den gemeinsamen Abendprogrammen nutzten Breiten- und Spitzensportlerinnen und -sportler die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und die jeweils anderen Disziplinen kennenzulernen. Die entspannte und offene Atmosphäre wurde von den Teilnehmenden besonders positiv hervorgehoben.

So nutzten Teilnehmende aus den Pistolendisziplinen die Möglichkeit, das Kleinkaliberschießen im Liegend- und Kniendanschlag auszuprobieren. Auch Sebastian Knust, Leiter des Hochschulsports Hannover, ließ sich vor der gemeinsamen Siegerehrung von Lokalmatador Philip Liebrecht in die Olympische Sportpistole einführen.

Zum Abschluss stand am Sonntag ein Rahmenwettbewerb im Liga-Format auf dem Programm. Sechs Paarungen statt der regulär vorgesehenen fünf sorgten dabei für zusätzliche Experimentiermöglichkeiten. Nach einem 3:3 in der regulären Wettkampfphase musste die Entscheidung in zwei ausgelosten Stechen fallen. Dort setzte sich Team Studi A durch und gewann den Vergleich mit 5:3 Einzelpunkten.

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