Nach den Begrüßungsworten von DOSB-Präsident Alfons Hörmann, in denen er sich für ein solches, eigenständiges Gesundheitsziel stark machte, berichtete Walter Schneeloch, DOSB-Vizepräsident für die Themen Breitensport und Sportentwicklung, dass „20 bis 25 Prozent der Krankheitskosten auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind.“ Aus seiner Sicht sei somit die Förderung von körperlicher Aktivität die beste Investition für die Gesundheitsvorsorge. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe pflichtete dem bei und informierte das Publikum, dass aktuell sechs der neun nationalen Gesundheitsziele mit Sport und Bewegung zu tun haben. Allerdings spiele ebenso das Thema Ernährung eine bedeutende Rolle. Dr. Reiner Hess, Vorsitzender des Ausschusses gesundheitsziele.de betonte, dass deshalb ein komponentenreicheres Gesundheitsziel sinnvoller wäre.
Prof. Dr. Klaus Pfeifer, Sportwissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg, kritisierte, dass in Deutschlands politischer Struktur keine Gremien existierten, in denen das Thema Bewegung wirklich verankert sei. Eine ähnliche Meinung vertrat Prof. Dr. med. Klaus-Michael Braumann, Sportmediziner der Universität Hamburg und Präsident des Deutschen Sportärztebundes, der sich aus dem Publikum zu Wort meldete: Er sehe Bewegung als Präventions- sowie Therapiemaßnahme.
Klaus Bouillon, Minister für Inneres und Sport des Saarlandes und Vorsitzender der Sportministerkonferenz, wies darauf hin, dass auch mehr Geld für den Breitensport gebraucht werde, damit Vereine und Verbände entsprechende Sportangebote durchführen könnten. DOSB-Präsident Hörmann schloss den diskussionsreichen Abend indem er bilanzierte, dass in der Zielstellung ja Einigkeit bestehe: „Wir sind bereit – die Vereine und unsere Organisationen sind willens, einen Beitrag zu leisten.“
Tags darauf wurden im Rahmen des DOSB-Fachforums „Sport und Gesundheit“ zunächst der Diskussionsverlauf des Abends nochmals rekapituliert und die Konsequenzen diskutiert. Anschließend informierten die Mitglieder des DOSB-Ressorts Präventionspolitik und Gesundheitsmanagement über aktuelle Projekte und Arbeitsschwerpunkte und erläuterten Ihre Planungen zur zukünftigen Ausrichtung und Schwerpunktpunktsetzung des Ressorts. Im weiteren Verlauf berichten dann Vertretende verschiedene Mitgliedsorganisationen von erfolgreich durchgeführten Projekten im Bereich der Gesundheitsförderung und des Rehabilitationssport.
Zum Abschluss wurde ein Rückblick auf zwei Jahren Präventionsgesetztes geworfen und die daraus resultierenden Entwicklungen im Sport diskutiert. Dabei wurde u.a. deutlich, dass gerade der Settingansatz, in welchem die Hochschulen als Lebenswelt explizit genannt werden, enormes Potential für den Hochschulsport bietet, sich im Gesundheitssport weiter zu entwickeln.
