Es war ein Finale wie nach Drehbuch eines amerikanischen Hollywoodstreifen: Die Rollen zwischen den beiden Kontrahenten waren vorab klar verteilt, doch der tapfer kämpfende Außenseiter gewinnt am Ende, noch dazu zweifach dezimiert gegen den Favoriten im Elfmeterschießen. Am gestrigen Abend wurde dieses Märchen für die Fußballer der WG Bochum jedoch wahr. Durch die 0:3-Niederlage der Bochumer gegen die russischen Studenten in der Gruppenphase, wurden den Deutschen lediglich Außenseiterchancen zugeschrieben. Sie konnten jedoch das Spiel offen gestalten. Taktisch gut verteidigend, zeigten die Spieler aus der Lieblingsstadt von Herbert Grönemeyer viel Leidenschaft und Einsatzbereitschaft. Und die zahlte sich aus. Nach einem 0:0 in der regulären Spielzeit ging es in die Verlängerung. Dort musste die Mannschaft von der Ruhr-Uni dann jedoch zwei gelb-rote Karten hinnehmen. Trotzdem mühten sie sich mit neun Mann ins Elfmeterschießen. Nun kam wieder einmal die große Stunde der Bochumer Elferschützen, die das Happy-End perfekt machten.
Der Weg ins Finale
Ausgangspunkt für den Erfolg war ein deutliches 7:0 gegen die finnischen Vertreter der Abo Akademi, das keinen Zweifel am Weiterkommen der deutschen Studenten ließ. So konnten sie sich sogar ein 0:3 gegen den späteren Finalgegner in der zweiten Partie leisten. Als Gruppenzweiter ging es dann ins Viertelfinale, wo die Bochumer Spieler gegen die University of Pamukkale bereits die Nervenstärke des Finals andeuteten. Sie bezwangen den türkischen Sieger der Gruppe C im Elfmeterschießen denkbar knapp mit 6:5. Im Halbfinale wartete dann der französische Kontrahent der University of Franche-Comte, der sich zuvor mit 1:0 gegen den kroatischen Gastgeber durchsetzen konnte. Nach 2:2 in der regulären Spielzeit offenbarten die Studenten aus dem Ruhrgebiet einmal mehr, dass Trainer Adam Frytz offenbar Elfmeter hat üben lassen. Das 6:3 sicherte der WG Bochum das Finalticket, wo sie gegen die russische Kuban State University Revanche für die Vorrunden-Pleite nehmen konnten.
Uni Würzburg und Uni Marburg bei den Damen dabei
Die beiden deutschen Damenteams der Uni Würzburg und der Uni Marburg konnten an das gute Ergebnis der deutschen Herren nur teilweise anknüpfen. Sie beendeten die EUC Fußball mit einem fünften und einem sechsten Platz. Gleich zu Beginn des Turniers entschieden dabei die Würzburger Spielerinnen das landesinterne Duell für sich. Der knappe 3:2-Erfolg brachte den Süddeutschen den erhofften guten Start ins Turnier. Dem 2:2 gegen Norwegens Song og Fjordane University College folgte ein weiterer Sieg gegen die Gastgeberinnen. Mit 5:0 setzen sich die Würzburgerinnen gegen die University of Josip Juraj Strossmayer in Osijek durch. Dies sollten dann allerdings die letzten Zähler der Fußballerinnen aus der Bischofsstadt sein. Nach einer 1:4-Niederlage gegen die University of Montpellier reichte es auch gegen die russischen Konkurrentinnen der Ural Federal University nicht zum Punktgewinn (0:2). Abschließend gewannen die neuen Europäischen Hochschulmeisterinnen der University of Porto gegen die deutsche Uni-Mannschaft.
Komplett umgekehrt lief das Turnier für das Marburger Team. Die 2:3-Niederlage gegen Würzburg noch in den Knochen, unterlag die Mannschaft von Trainer Fabian Dirks auch der Ural Federal University (0:1) und der University of Porto (1:4). Nachdem auch das Spiel gegen das Song og Fjordane University College mit 1:3 verloren ging, schien der weitere Turnierverlauf vorgezeichnet. Dem 1:0 gegen die gastgebende University of Josip Juraj Strossmayer in Osijek folgte dann aber noch ein überraschendes 2:1 gegen die Gewinnerinnen der Bronzemedaille, dem Team der University of Montpellier. So gab es für die Uni-Mannschaft aus Marburg einen versöhnlichen Turnier-Abschluss.
