Das internationale Turnier im französischen Saint-Gregóire fing für das deutsche Team gut an. „Mit Irland als erstem Gegner im Viertelfinale hatten wir eine machbare Aufgabe“, erzählt adh-Disziplinchef Tennis, Dr. Uwe Scholz. Das zeigt auch das Ergebnis: Nach sieben gewonnenen Matches konnten alle deutschen Spielerinnen und Spieler ohne Satzverlust ins Halbfinale einziehen. Sowohl in den vier Einzeln als auch im Herren-, Damen- und Mixed-Doppel zeigten die deutschen Aktiven kaum Schwächen und holten souverän den Sieg. Im Halbfinale am Samstag warteten jedoch die mehrfachen Titelverteidiger aus den USA, die bereits im Vorhinein als Favoriten gehandelt wurden.
Den Anfang machten die deutschen Spielerinnen im Einzel, doch diese erwischten keinen guten Start. Das erste Match des Tages musste Anna-Benita Fuchs an ihre Gegnerin Maegan Manasse abgeben. Die starke Amerikanerin lies Fuchs wenig Chancen und besiegte sie mit 4:6 und 3:6. Bei Teamkollegin Anna Klasen sah es zunächst besser aus. Mit 6:4 entschied die deutsche Nummer 604 der Weltrangliste den ersten Satz für sich. Im zweiten Satz konnte Klasen jedoch nicht mit ihrer Gegnerin Danielle Collins mithalten und musste nach 3:6 in den dritten Satz. Auch hier schaffte sie es nicht, noch einmal die Oberhand zu gewinnen und ging mit der zweiten Niederlage für das deutsche Team vom Platz.
Mit einem 0:2 Rückstand starteten also die Herren in ihre Einzelmatches. Mit viel Nervenstärke und 15 Assen schaffte es schließlich Michel Dornbusch in einem Dreisatzsieg gegen Austin Smith den ersten Punkt für Deutschland zu holen. Nach über zwei Stunden konnte er mit 7:6, 4:6 und 7:5 als Sieger vom Platz gehen. Auch Richard Becker, Nummer 532 der Welt, machte es im ersten Satz spannend, entschied diesen jedoch letztendlich im Tiebreak für sich. Den zweiten Satz beendete er dank seines sicheren Spiels deutlich souveräner mit 6:2 und holte so den 2:2 Ausgleich für Deutschland.
Die Glückssträhne sollte anhalten. Nach einem äußerst schwachen Start ins anschließende Frauendoppel fanden Stefanie Stemmer und Anna Klasen im zweiten Satz zu ihrer Stärke zurück und holten zum Ende des Satzes den entscheidenden Breakpoint. Nach 1:6 und 7:5 schlugen sich die beiden Deutschen auch im Matchtiebreak gut, sodass sie schließlich mit 10:8 die erste Führung für das deutsche Tennisteam holten. Auch das darauf folgende Männer-Doppel war hart umkämpft. Nach zwei engen Sätzen und einer anfänglichen 4:0-Führung im Matchtiebreak mussten sich Mattis Wetzel und Michel Dornbusch jedoch 7:5, 3:6 und 9:11 geschlagen geben. Damit stand es 3:3 und der Einzug ins Finale hing vom letzten Match, dem Mixed-Doppel, ab. Fuchs und Becker wagten sich in diesem alles entscheidenden Spiel auf den Platz. Den ersten Satz gaben die Beiden deutlich mit 3:6 ab, im zweiten Satz kämpften sie sich dagegen auf ein 6:6 heran. Noch ein letztes Mal flammte beim deutschen Team Hoffnung auf. Doch im Tiebreak fehlte das letzte Fünkchen Glück und die Mannschaft verpasste knapp den Einzug ins Finale. „Ich denke es spielt einfach auch immer ein bisschen Glück eine Rolle und das war am Samstag mehr auf der Seite der Amerikaner“, zieht Anna Klasen das Fazit aus dem Halbfinale.
Am letzten Wettkampftag ging es im „kleinen“ Finale gegen das Team aus Russland. Hier holten Becker und Klasen jeweils einen Sieg im Einzel. Ebenso brachten Klasen und Fuchs sowie Wetzel und Dornbusch im Doppel je einen Punkt mit nach Hause, sodass bei einem Punktestand von 4:2 die Entscheidung gefallen war. Mit einem respektablen dritten Platz beendeten die deutschen Spielerinnen und Spieler somit das Turnier und können – trotz der bitteren, knappen Niederlage im Halbfinale – stolz auf sich sein. „Wir sind natürlich alle sehr zufrieden mit Bronze und werden nächstes Jahr wieder angreifen“, verkündet der Disziplinchef Tennis. Auch Spielerin Anna Klasen kann sich dem nur anschließen: „Ich denke wir sollten uns über die Bronzemedaille freuen, obwohl wir kurz vor einem Finale standen. Es zeigt, welche Qualität in unserem Team steckt, und sollte uns motivieren, für nächstes Jahr erneut anzugreifen.“ Insgesamt zieht die deutsche Spielerin daher ein positives Resümee: „Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und hat viel Spaß gemacht. Ich bin sehr glücklich dabei gewesen zu sein.“
