Der adh vertritt aktuell 208 Hochschulen und erreicht rund 2,5 Millionen Studierende sowie mehr als 500.000 Beschäftigte. Als Schnittstelle zwischen Sport und Bildung nimmt er im deutschen Sportsystem eine besondere Rolle ein: Er verzahnt Breiten-, Nachwuchs- und Spitzensport miteinander und fungiert zugleich als „Einstiegsökosystem“ für ehrenamtliches Engagement.
Hochschulsport als Motor für Gesundheit, Integration und Spitzensport
Im Fokus des Austauschs standen insbesondere die politischen Wirkungen des Hochschulsports. Er leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention, stärkt Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt und sichert zugleich die Nachwuchsgewinnung im organisierten Sport. Darüber hinaus unterstützt er mit seinen 117 Partnerhochschulen des Spitzensports duale Karrierewege und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Athletinnen und Athleten.
Als großer Meilenstein des Verbandes wurden die Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games hervorgehoben. Dabei verwiesen Koglin und Schenk auf jüngste Veröffentlichungen wie das Post Games Paper und den Final Report, die die nachhaltigen Wirkungen der Spiele dokumentieren.
Strukturelle Herausforderungen und politische Forderungen
Gleichzeitig machten Koglin und Schenk auf strukturelle Herausforderungen aufmerksam. Trotz seiner hohen gesellschaftlichen Wirkung ist der Hochschulsport bislang nicht in die Förderlogik des Bundes eingebunden. Insbesondere die fehlende strukturelle Förderung, begrenzte Investitionsmöglichkeiten in die Sportinfrastruktur sowie die steigende Nachfrage setzen das System zunehmend unter Druck.
Die adh-Vorstandsvorsitzende Ebba Koglin betonte in diesem Zusammenhang: „Der Hochschulsport ist kein Nischenangebot, sondern ein zentraler Baustein für Gesundheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Spitzensport von morgen. Wenn wir dieses Potenzial voll ausschöpfen wollen, braucht es eine verlässliche strukturelle Einbindung in die Förderpolitik des Bundes.“ adh-Generalsekretär Benjamin Schenk unterstrich die Bedeutung des Dialogs mit der Politik, um die Rahmenbedingungen für den Hochschulsport nachhaltig zu verbessern.
Aus Sicht des adh profitieren staatliche Strukturen in mehrfacher Hinsicht von Investitionen in den Hochschulsport: Sie stärken Prävention und Gesundheitssystem, sichern den Fachkräfte- und Ehrenamtsnachwuchs und erhöhen die internationale Sichtbarkeit Deutschlands.
Zu den zentralen politischen Forderungen des adh gehören daher die Öffnung bestehender Förderprogramme für den Hochschulsport, eine verlässliche Finanzierung zentraler Aufgaben – etwa im Bereich internationaler Entsendungen – sowie gezielte Maßnahmen zur Stärkung des Ehrenamts und zur Modernisierung der Sportinfrastruktur.
Strukturelle Verankerung als nächster Schritt
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Sport und Ehrenamt“ bilanzierten, dass der Hochschulsport als leistungsfähiger und skalierbarer Partner des Bundes einen wichtigen Beitrag zur Erreichung zentraler politischer Zielsetzungen leiste. Aus Sicht des adh ist eine strukturelle Verankerung des Hochschulsports in der Förderpolitik des Bundes ein entscheidender Schritt, um dieses Potenzial künftig noch stärker zu nutzen. Darüber hinaus erhielten die adh-Vorstandsvorsitzende und der -Generalsekretär Impulse zur Stärkung der Interessenvertretung auf Landesebene, die in den kommenden Wochen umgesetzt werden sollen.
