Am Wochenende richtet die Universität Tübingen die DHM Badminton 2014 aus. Dr. Verena Burk vom Institut für Sportwissenschaft spricht im Interview über Herausforderungen und Chancen bei der Ausrichtung von Deutschen Hochschulmeisterschaften und verspricht eine "DHM von Studierenden für Studierende".
Angaben zur Person:
Name: Dr. Verena Burk
Hochschule: Uni Tübingen
DHM: Badminton
Funktion: Ausrichter DHM Badminton
Die Uni Tübingen zählt zu den regelmäßigen Ausrichtern von adh-Wettkampfveranstaltungen. Warum ist es euch wichtig, sich in diesem Feld zu engagieren?
Die Ausrichtung von adh-Wettkampfveranstaltungen ist uns wichtig, da wir innerhalb der Universität und der Stadt Tübingen die Leistungsfähigkeit und die Kompetenzen des Instituts für Sportwissenschaft und des Hochschulsports unter Beweis stellen können. Auch gegenüber dem Dachverband adh ist es für uns bedeutsam, nicht nur Wettkampfveranstaltungen zu beschicken, sondern unser Engagement und unsere Verantwortung durch die Ausrichtung zu dokumentieren. Für die Studierenden, die in die Planung und Durchführung derartiger Sportevents eingebunden sind, bedeutet die Ausrichtung einer DHM eine wunderbare Gelegenheit, theoretisches Wissen im Bereich Eventmanagement in der Praxis umzusetzen und zu reflektieren. Um diese Praxisnähe herzustellen, arbeitet das Projektseminar wie ein Organisationskomitee mit Ressorts sowie unterschiedlichen Planungs- und Veranstaltungsphasen mit Meilensteinen.
Welche Herausforderungen und Chancen bietet das Ausrichten von adh-Wettkampfveranstaltungen?
Da sich jedes Jahr das Organisationsteam aus neuen Studierenden zusammensetzt, die keine oder wenig Erfahrung im Eventmanagement haben, ist eine aufwendige Betreuung und Begleitung innerhalb und außerhalb der Seminarzeiten notwendig. Die Studierenden erwerben durch ihr Engagement neues Wissen, wie zum Beispiel die Anwendung von Instrumenten des Zeit- und Terminmanagements. Gleichzeitig entwickeln sie persönliche Fähigkeiten und soziale Kompetenzen, da sie in Kleingruppen einzelne Aufgabenbereiche eigenständig verantworten. Die Übernahme von Verantwortung, Teamfähigkeit, exaktes Arbeiten und das Einhalten verbindlicher Termine werden dabei ebenso geschult wie der Umgang mit Problemen und Frustrationstoleranz. Doch auch für die Projektverantwortlichen des Instituts für Sportwissenschaft und des Hochschulsports ist die Ausrichtung einer DHM immer eine besondere Herausforderung, muss doch zugleich der weitere Lehr- und Übungsbetrieb auch während der Planungs- und Vorbereitungsphase einer DHM bewältigt werden. Somit ist es auch für uns eine Chance, unsere Managementfähigkeiten immer wieder unter Beweis zu stellen.
Warum habt ihr euch gerade für die Ausrichtung der DHM Badminton beworben?
Hierfür gibt es verschiedene Gründe: Zum einen bevorzugen wir Deutsche Hochschulmeisterschaften, die im Sommersemester ausgetragen werden. Somit müssen wir den Turnus der Lehrveranstaltung, in deren Rahmen die DHM geplant und organisiert wird, nicht verändern. Zum anderen ist es uns wichtig, dass die Deutschen Hochschulmeisterschaften in den Sportstätten des Instituts für Sportwissenschaft und des Hochschulsports ausgetragen werden können und die DHM-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer nicht während der Wettkämpfe die Sportstätten wechseln müssen. Somit wählen wir in der Regel Sportarten, die infrastrukturell von der Universität Tübingen durchgeführt werden können. Und zu guter Letzt wurden wir durch den DC Badminton Bastian Kruse angesprochen, ob Tübingen sich nicht zum achten Mal eine Ausrichtung vorstellen könnte. Da Badminton auch für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Tübinger Hochschulsports und für Zuschauer eine attraktive Sportart ist, haben wir uns entschieden, uns für diese DHM zu bewerben.
Worauf können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr besonders freuen?
Tübingen ist als Ausrichter dafür bekannt, neben der qualitativ hochwertigen Durchführung der Wettkämpfe ein umfangreiches Rahmenprogramm für DHM-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer, aber auch für Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Beine zu stellen. Für die Aktiven bieten wir neben der obligatorischen Sportler-Party auch einen Barbecue-Abend und eine Movie-Night an. Die Besucher der DHM können die Sportart Badminton über eine Badminton-Torwand oder Badminton-Golf kennenlernen. Eine Tombola und ein Schätzspiel runden das Programm ab. Und natürlich bietet Tübingen als Studenten-Stadt am Neckar mit seiner historischen Altstadt ein besonderes Flair für die diesjährige DHM Badminton.
Was wollt ihr den Studierenden aus ganz Deutschland von der Stadt und der Universität Tübingen mitgeben?
Mit rund 28.500 Studierenden, 12.000 Beschäftigten, 450 Professoren und 4.000 Wissenschaftlern ist akademisches Leben in Tübingen allgegenwärtig. Tübingen hat nicht eine Universität – Tübingen ist Universität. Obgleich die Universität Tübingen mit ihrem Gründungsjahr 1477 zu einer der ältesten Universitäten Europas zählt, ist sie modern und zukunftsorientiert. Dies hat auch der letzte Exzellenzwettbewerb gezeigt. Exzellent ist in Tübingen nicht nur die enge Verflechtung von Forschung und Lehre, sondern auch die Mitwirkung und das Engagement der Studierenden bei der Gestaltung ihres Lern- und Studienorts. Und daher soll deutlich werden, dass die DHM von Studierenden für Studierende geplant und organisiert wurde.
Bei der Ausrichtung von Wettkampfveranstaltungen spielt studentische Partizipation immer eine große Rolle. Wie bezieht ihr Studierende in diesem Jahr bei der Ausrichtung mit ein?
Die DHM Badminton wird von einem Projektseminar („Sport konzipieren, organisieren und evaluieren“) im Wintersemester 2013/2014 und Sommersemester 2014 mit 25 Sportstudierenden (Bachelor Sportmanagement und BA Sportpublizistik) vorbereitet und durchgeführt. Diese Lehrveranstaltung ist verpflichtend in der Studien- und Prüfungsordnung des Bachelorstudiengangs festgelegt. Seit 2005 existiert die Kooperation zwischen dem Institut für Sportwissenschaft und dem Hochschulsport, um Deutsche Hochschulmeisterschaften zu organisieren. Zusätzlich zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Projektseminars sind das studentische Sportreferat, die Hochschulsportgruppe Badminton sowie weitere Studierende des Instituts für Sportwissenschaft und des Hochschulsports als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in die Veranstaltung involviert.
Vielen Dank für das Interview.
