Die TU Kaiserslautern war zum ersten Mal Gastgeber dieser Veranstaltung. Bei den Herren kam die eigene Mannschaft auch noch ins Finale, dort war Titelverteidiger Mainz allerdings eine Nummer zu groß.
Ein Siebenmeter von Tobias Wuttke brach den Gastgebern am Ende das Genick. Kaiserslautern - Mainz 0:1 - die Gastgeber hielten im Finale lange gut mit. Hatten am Anfang sogar mehr Spielanteile. Doch je länger die Partie dauerte, desto besser kam das Team der Uni Mainz in Schwung.
Angeführt von einem überragenden Tobias Wuttke, der im Mittelfeld die Fäden zog, kam das Team aus der Landeshauptstadt besser in die Partie. Allein: Torgefährliche Szenen in den Schusskreisen waren auf beiden Seiten Mangelware. Die beiden Torhüter Carsten Peikert (Kaiserslautern) und Fabian Rodzwadowski (Mainz) waren kaum geprüft. So musste ein Siebenmeter im Anschluss an eine Strafecke für die Entscheidung sorgen.
Pikant: Beide spielen bei der TG Frankenthal. Im Verein hat Peikert die Nase vorn. Im Finale gestern konnte sich aber der Ersatzmann durchsetzen. „Wir waren personell einfach besser besetzt. Die besseren Einzelspieler, vor allem Tobias Wuttke, haben den Unterschied gemacht", analysierte ein sichtlich zufriedener Fabian Rodzwadowski, der gestand, dass er dem Siebenmeter-Schützen keinen Tipp geben musste.
Carsten Peikert nahm es unterdessen gelassen, ärgerte sich lediglich ein wenig darüber, dass er beim entscheidenden Siebenmeter noch in der richtigen Ecke war, den Ball aber nicht halten konnte. „Wir haben gut mitgespielt, haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, haben gut kombiniert." Und das Duell gegen den Vereinskollegen? „Nix Besonderes. Haben wir ja immer im Verein bei den Trainingsspielen."
Fabian Rodzwadowski sah das etwas anders: „Carsten hat ja die ganze Zeit im Verein gespielt. Mit dieser Niederlage wird er jetzt aufgezogen", feixte er und kündigte an, dass der Spruch „Wenn"s drauf ankommt, Peiki" wohl noch ein paar Wochen auf dem TG-Trainingsplatz zu hören sein wird. Bei der Siegerehrung klatschten sich beide dann schon wieder ab. Die Mainzer Dominanz während des Turniers unterstreicht die Tatsache, dass der Titelverteidiger permanent in Unterzahl spielen musste, auch das Finale nur mit zehn Akteuren bestreiten konnte.
„Das hat man überall gemerkt. Am Ende konnten wir nicht mehr nachlegen", befand Tobias Wuttke, der für den Rüsselsheimer RK auf Torejagd geht, und verteilte artig Komplimente in Richtung Gastgeber: „Kaiserslautern hat auf einem Level mit uns gespielt und uns alles abverlangt. Die anderen Teams haben es uns teilweise doch sehr leicht gemacht - trotz Überzahl." Der Matchwinner machte „die gute mannschaftliche Geschlossenheit" als Schlüssel zum Sieg aus.
Mainz hatte sich im Halbfinale gegen Würzburg glatt mit 4:0 durchgesetzt. Kaiserslautern musste gegen Karlsruhe im Siebenmeterschießen Nervenstärke beweisen, bevor mit 5:4 der Einzug ins Endspiel feststand.
Bei den Frauen setzte sich im Finale auf dem Kleinfeld das Team der Uni Erlangen/Nürnberg gegen Würzburg mit 3:1 durch. Erlangen/Nürnberg zog mit einem 10:0-Schützenfest gegen Aachen ins Finale ein, Gegner Würzburg bezwang Bochum knapp mit 4:3.
Organisator Justus Müller, der außerdem noch in den Reihen der Lauterer auflief, war mit der Veranstaltung zufrieden, auch wenn es aus seiner Sicht ein paar Mannschaften mehr hätten sein dürfen. „Das Turnier war für die Universität und für den Verein TSG Kaiserslautern wichtig. Hier waren Spieler aus ganz Deutschland. Denen konnte man sich präsentieren."
Also bald mal ein Wiedersehen in der Pfalz? „Jetzt bin ich erst mal glücklich, dass das Turnier rum ist. Aber es gibt auch in der Halle eine Deutsche Hochschulmeisterschaft. Da müssen wir jedoch warten, bis die Barbarossahalle renoviert ist."
