Zum zweiten Mal fand am 21. Februar 2017 der Sportlerempfang der Uni Potsdam statt. Rund 60 Gästen kamen zu der Veranstaltung. „Wir wollen die sportlichen und die akademischen Erfolge der Studierenden würdigen“, erklärte Präsident Prof. Oliver Günther, Ph.D. „Dieser Empfang bietet dafür den passenden Rahmen und soll eine schöne Tradition begründen“, so Günther in seiner Rede. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs versprach in seiner Grußbotschaft, „von jetzt an immer dabei zu sein“. Für die Landeshauptstadt sei es wichtig, die Verbindungen zwischen Spitzensport und Universität zu stärken, damit die studierenden Athletinnen und Athleten ihre duale Karriere erfolgreich umsetzen können.
Die Bilanz der Sportlerinnen und Sportler, die an der größten Hochschule des Landes Brandenburg studieren, kann sich sehen lassen: Zwei Olympiamedaillen sowie achtmal Gold, neunmal Silber und siebenmal Bronze bei den Europäischen und Deutschen Hochschulmeisterschaften. 27 Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sind derzeit an der Uni Potsdam eingeschrieben. Drei von ihnen gehörten 2016 zur Deutschen Olympiamannschaft in Rio: Ronald Rauhe gewann im Kanu die Bronzemedaille, Maike Naomi Schnittger holte im paralympischen Schwimmen Silber und Ralf Buchheim startete beim Sportschießen.
Auf dem Sportlerempfang ließen die drei Olympiateilnehmenden die durchlebten Höhen und Tiefen in Rio noch einmal Revue passieren: Schwimmerin Maike Naomi Schnittger hob die besondere Gemeinschaft der Weltklasse-Aktiven im Olympischen Dorf als prägende Erfahrung hervor. Ronald Rauhe nahm die Gäste gedanklich mit auf die Wettkampfstrecke über 200 Meter, die er in seinem Einer-Kajak zu bewältigen hatte. Als er den unmittelbaren Moment nach dem Rennen schilderte – mit dem vierten Platz hatte er scheinbar knapp eine Medaille verpasst – wurden seine Augen wieder feucht und die Stimme geriet ins Stocken. Glücklicherweise stellte sich letztlich heraus, dass er um Haaresbreite doch Bronze gewonnen hatte. „Ein Auf und Ab der Gefühle“, fasste Rauhe seine durchlebten Emotionen zusammen.
Nach einem solchen sportlichen Großereignis ist die Rückkehr in den Studierendenalltag immer wieder eine Umgewöhnung – da waren sich die drei Aktiven einig: Psychologiestudentin Maike Naomi Schnittger bereitet sich derzeit auf die nächste Prüfung vor, Ronald Rauhe will in absehbarer Zeit seine Bachelor-Arbeit im Sportmanagement abschließen und Sportschütze Ralf Buchheim hat sein VWL-Studium nun wieder fest im Blick.
Die Gäste des Empfangs am Neuen Palais verfolgten gebannt die emotional vermittelten Olympia-Eindrücke sowie die Ausführungen zur Umsetzung ihrer dualen Karriere. „Das sind hervorragende Botschafterinnen und Botschafter, die den Namen unserer Universität in die Welt tragen“, lobte Präsident Günther. Ihm bleibt es daher ein förderwürdiges Anliegen, die beiden Laufbahnen – im Spitzensport und an der Universität – zu ermöglichen. Dazu gehören manchmal auch unerwartete, freudige Ereignisse, die das Gleichgewicht zwischen Sport und Studium durcheinander bringen können. So sind die beiden Kanuten Ronald Rauhe und Ronald Verch jüngst Vater geworden und meistern auch mit dieser zusätzlichen Komponente die Herausforderung, alles unter einen Hut zu bekommen.
Die Uni Potsdam versucht unterdessen, den Athletinnen und Athleten beste Bedingungen zu bieten: Sie widmet sowohl dem Spitzensport als auch dem Breitensport große Aufmerksamkeit – Gegenwärtig trainieren 8.500 Studierende pro Semester im Hochschulsport. Aus ihren Reihen nahmen im vergangenen Wettkampfjahr 133 Athletinnen und Athleten an Deutschen und Europäischen Hochschulmeisterschaften teil. „Bei 20.000 Studierenden können das gerne noch mehr werden“, wirbt die Leiterin des Zentrums für Hochschulsport, Dr. Petra Bischoff-Krenzien, für das Sportangebot. Voraussetzung dafür sei aber eine gute Vereinbarkeit von Studium und Spitzensport. Hierfür sollen künftig die Mentoren an der Universität, die Studierendensekretariate, die Laufbahnberatung des Olympiastützpunktes Potsdam sowie die Trainerinnen und Trainer noch enger zusammenwirken.
