Sven Güldenpfennig studierte an der Freien Universität Berlin, wo er 1972 das Erste Staatsexamen ablegte und seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Berlin aufnahm. In dieser Zeit war er hochschulpolitisch längst zu einem der führenden Köpfe der damals so bezeichneten „Neuen Linken im Sport“ avanciert. Damals galt es, die Akzeptanz des Faches Sport zu verbessern und den sportwissenschaftlichen Ansatz neben der rein sportpraktischen Ausrichtung zu etablieren. Die Studienfachrichtung und Forschungsdisziplin Sportwissenschaft setzte sich nominell erst in den 1970er Jahren durch; Sven Güldenpfennig gehört zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), die sich erst im Oktober 1976 konstituiert hatte. 1977 schloss Sven Güldenpfennig seine Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über „Sport als Gegenstand gewerkschaftlicher Politik“ an der Universität Bremen ab.
Güldenpfennig hat sich um den Aufbau der Zentraleinrichtung Hochschulsport an der TU Berlin sehr verdient gemacht – nicht nur als dessen (erster) Leiter bis zum Jahre 2002, sondern vor allem auch deswegen, weil diese neue Organisationsform für den (freiwilligen) Hochschulsport für alle Studierende und Bedienstete wegweisend für die gesamte Hochschullandschaft in der Bundesrepublik war. Güldenpfennig brachte von 1978 bis 1993 seine große Expertise u.a. auch als Mitglied im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh) ein, der ihn längst zum Ehrenmitglied ernannt hat. Von 1997 bis 2002 war Güldenpfennig wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Olympischen Instituts (DOI) in Berlin-Wannsee, einer Vorgänger-Einrichtung der heutigen Deutschen Olympischen Akademie Willi Daume (DOA) in Frankfurt. Dr. Sven Güldenpfennig habilitierte sich im Jahre 1988 an der Technischen Hochschule Darmstadt mit einer Arbeit über „Frieden. Herausforderungen an den Sport.“ Im Anschluss war er über 25 Jahre bis ins Jahr 2017 als Gastdozent an verschiedenen Hochschulen tätig und veröffentlichte zahlreiche Buch- und Zeitschriftenpublikationen. Mit seinen nun 75 Jahren kommt Sven Güldenpfennig allerdings noch lange nicht zur Ruhe und hat im Radsport, wo er bis heute RTF-Radmarathons bestreitet und u.a mit den „Jedermännern“ bei den HEW-Cyclassics die 100 Kilometer in 2:25 Stunden und die Gesamtstrecke von 170 Kilometern in 4:15 Stunden bewältigte, neue Herausforderungen gefunden.
„Sven Güldenpfennig war ein Glücksfall für den adh, immer streitbar in der Sache, aber stets verbindlich im Ton“, so gratuliert Till Lufft (geb. 1940), der langjährige Generalsekretär des adh und ebenso adh-Ehrenmitglied und auch der aktuelle adh-Generalsekretär Dr. Christoph Fischer schließt sich dem an: „Sven Güldenpfennig ist ein brillanter Denker und Redner, dessen Expertise nach wie vor im adh sehr geschätzt ist. Wir wünschen ihm zum 75. Geburtstag alles Gute.“
