21.08.2006 | Kategorie: Archiv , 2006 ,

WUC Orientierungslauf: Deutscher unter den Top-Ten

Kosice (Slowakei) war in diesem Jahr Austragungsort der Studierenden-Weltmeisterschaft im Orientierungslauf. Vom 15. bis 19. August 2006 kämpften über 240 Studierende aus 21 Nationen um die zu vergebenden Titel. Die deutschen Leistungen seien anfangs durchwachsen gewesen.

''Kosice in der Slowakei war in diesem Jahr Austragungsort der Studierenden-Weltmeisterschaft im Orientierungslauf. Vom 15. bis 19. August 2006 kämpften über 240 Studierende aus 21 Nationen um die zu vergebenden Titel. Die deutschen Leistungen seien anfangs durchwachsen gewesen, berichtete Nikolaus Risch, adh-DC Orientierungslauf.'' ((<ol-bader.jpg;)) Die Langdistanz war die erste Disziplin. In einem Karstgelände, 90 km westlich von Kosice, wurde der Wettkampf ausgetragen. Neben dem steinigen Untergrund und dem Negativrelief, welches sich durch bis zu 35 Meter tiefe Gruben auszeichnete, machte den Lauf zu etwas ganz Besonderem. Die deutschen Damen zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der allerdings keine mit ihren Läufen zufrieden war. Besonders auf einem langen Postenübergang mussten die Meisten durch Unkonzentriertheiten dem hohen Lauftempo Tribut zollen, so dass sie Schwierigkeiten hatten zwischen den Gruben die Richtung zu halten. Die beste Deutsche war Insa Müller (Uni Marburg), die Platz 39 einnimmt. Ähnliche Probleme mit dem als „easy, fast and tough“ beschriebenen Gelände hatten die Herren. Auch Christian Teich (Uni Leipzig) kam auf dem langen Übergang aus der Richtung und verlor dadurch wertvolle Zeit. Besonders hart traf es Roman Schulte-Zurhausen (Uni Paderborn) und Christoph Hofmeister (Uni Göttingen). Letzterer stürzte so schwer auf sein Knie, dass er gleich zu Beginn verletzungsbedingt aufgeben musste. Schulte-Zurhausen traf ein ähnliches Schicksal kurz vor dem Zuschauerposten, als er umknickte. Auch für ihn war es nicht möglich, den Wettkampf zu Ende zu führen. Besonders gut in Szene setzen konnte sich Leif Bader (TU Dresden). Mit einem soliden Rennen platzierte Bader sich auf dem 18. Platz. „Orientierungstechnisch war alles prima, aber läuferisch bereiteten mir das steinige Gelände Schwierigkeiten“, erklärt der Läufer Bader. ''Dresen und Teich überzeugen auf der Mitteldistanz'' Nachdem Leif Bader als 18. auf der Langdistanz den Sprung unter die Top 20 schaffte, trumpften heute Elisa Dresen (Uni Paderborn) und Christian Teich (Uni Leipzig) stark auf. Bei sonnigen Temperaturen um 30°C gelang Elisa Dresen ein hervorragender Lauf, der am Ende mit Platz 11 belohnt wurde. Durch ihre lange Verletzungspause im Frühjahr konnte sie physisch an den Anstiegen vor allem zu Beginn der Strecke das Tempo der Spitzenläuferinnen nicht laufen. Mit großem kämpferischen Einsatz und hoher Konzentration steigerte sie ihr Tempo merklich, wobei nur ein Fehler zu einem Stein im Hang an Posten 13 eine Top-Ten Platzierung verhinderte. „Ich habe alles gegeben und bin überrascht mit einem soliden Lauf eine solch gute Platzierung erreicht zuhaben“, freute sich Dresen im Ziel. Ein ähnlich gutes Rennen lief Christian Teich. „Der Speed der Spitze ist da, leider unterliefen mir einige Fehler, die mich circa drei Minuten kosteten“, äußerte sich Teich enttäuscht, „aber die Platzierung ist in Ordnung.“ In dem steinigen, feinkopierten und mit Felsen durchzogenen Gelände ist der 25. Platz in einem starken Feld jedoch durchaus beachtenswert. Die anderen deutschen Starter waren mit ihren Läufen nicht zufrieden. ''Teich stürmt in die Top-Ten'' Bei der dritten und letzten Einzeldisziplin der Studierenden-WM, dem Sprint, fehlen Christian Teich am Ende nur zwei Sekunden zu Platz 6 und zehn Sekunden zu einer Medaille! Durch einen fehlerfreien Lauf in der Altstadt von Košice gelingt dem 22-Jährigen mit Platz 7 sein bisher bestes Einzelergebnis auf internationaler Ebene. „Ich habe mich vorher schon auf den Sprint gefreut und gehofft, dass ich gut durchkomme. Ich wusste, dass dann einiges drin ist“, resümiert der Radebeuler. Die anderen deutschen Starter kamen allesamt gut mit ihrer Strecke zurecht. Die Sprintbahn durch die engen Gassen der malerischen Altstadt mit einem einfachen und schnellen Abstecher in den Stadtpark forderte vor allem ein konsequent hohes Lauftempo. „Am Ende hat einfach die Kraft gefehlt“, so Sieglinde Kundisch (TU Dresden), die wie auch Roman Schulte-Zurhausen bereits die Lang- und Mitteldistanz in den Beinen hatte und mit einem Rückstand von rund 2 Minuten nicht hundertprozentig zufrieden war. Elisa Dresen ging nach dem guten Resultat von gestern mit höheren Erwartungen an den Start, konnte allerdings das hohe Tempo der Spitze nicht über die gesamte Bahn halten. In einem engen und spannenden Rennen setzten sich am Ende die Favoriten Dana Brožkova (CZ) bei den Damen und der Titelverteidiger Øystein Kvaal Østerbo aus Norwegen bei den Herren gegen eine starke Konkurrenz mit WM-Niveau durch. Die adh-Mannschaft zählte zwölf Mitglieder. Neben dem DC Nikolaus Risch und dem Trainer Björn Axel Gran gehörten jeweils fünf Männer und Frauen der deutschen Delegation an.