Beeindruckt von der Qualität der angereisten Athletinnen und Athleten aus 55 Nationen sagte Bundestrainer Thomas Nischmann: „Hier ist alles, was im Welt-Karate Rang und Namen hat. Es fehlen nur ganz wenige Top-Leute, die offensichtlich keine Studenten sind. Hier zu gewinnen ist fast genau so hart, wie bei der Weltmeisterschaft in wenigen Monaten.“ Diese Aussage basiert auf dem Umstand, dass unter den mehr als 350 Aktiven bei der Meisterschaft eine Vielzahl von amtierenden Titelträgern und Medaillengewinnern der zurückliegenden Welt- und Europameisterschaften bei den Junioren und Senioren vertreten sind. So sind die Teams aus Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien mit den besten Athleten angereist, um ihre Konkurrenz drei Monate vor der WM in Tampere (FIN) noch einmal in Augenschein zu nehmen und sich möglichst mit einem Titel für die Veranstaltung in Skandinavien zu empfehlen. Auch aus Deutschland ist mit Christian Grüner von der Uni Jena ein amtierender Studierenden-Weltmeister im Rennen. Sein Ziel ist die Wiederholung des Erfolges von vor zwei Jahren. „Das Turnier erneut zu gewinnen und damit in drei aufeinander folgenden Studierenden-Weltmeisterschaften auf dem Treppchen zu stehen, wäre ein großer Erfolg für mich. Aber bei noch stärkerer Konkurrenz als in Belgrad 2004 liegt noch viel Arbeit vor mir“, so Grüner. ((<wuc_karate_06_2.jpg; Einmarsch der Nationen in New York))An den ersten beiden Wettkampftagen standen die Einzelkonkurrenzen in der Kata und den höheren Gewichtsklassen im Kumite auf dem Programm. Aus deutscher Sicht konnten Jasmina Benadda (+60 Kg) von der DSHS Köln und Ulrike Fleischmann (-53 Kg) von der Uni Bonn mit guten Ergebnissen überzeugen. Insbesondere Fleischmann hatte nach sicher geführten Kämpfen in den ersten Runden die Möglichkeit, ins Finale einzuziehen, musste sich aber wegen einer Unachtsamkeit und einem damit verbundenen Treffer zwei Sekunden vor dem Ende des Halbfinalkampfes geschlagen geben. In der Overtime verlor sie anschließend auch den Kampf um Platz drei, so dass sie mit dem fünften Platz ein ordentliches Ergebnis erzielt hat, aber dennoch sehr enttäuscht war, eine große Chance vertan zu haben. Benadda belegt am Ende Platz sieben und zollte der späteren Weltmeisterin aus Spanien, Christina Teo, Respekt, die sie aus dem Turnier geworfen hatte. Bei den Männern erzielte bislang David Ruppert (-75 Kg) von der Uni Jena mit einem fünften Platz das beste Ergebnis. Er verlor den Kampf um Platz drei gegen den Venezuelaner Rodriguez. Für einen Teil des jungen deutschen Männerteams ist dieses Turnier der erste Kontakt mit dem internationalen Top-Niveau, so dass für sie das Sammeln von Erfahrung für die kommenden Aufgaben im Vordergrund steht. Dennis Dreimann (open) von der Uni Paderborn und Fabian Kunze (-60 Kg) von der Uni Jena haben allerdings gezeigt, dass sie den Anforderungen einer Studierenden-Weltmeisterschaft gewachsen sind, gute Voraussetzungen mitbringen, um sich gezielt weiterzuentwickeln und Potenzial haben, kommende Aufgabe erfolgreich zu meistern. Für vordere Platzierungen hat es allerdings noch nicht gereicht. Sehr unglücklich schied das deutsche Damen-Kata-Team aus dem Wettbewerb aus. Sabrina Haas (BA Mannheim), Nicole Schulz (VFH Wiesbaden) und Sabine Schneider (Uni Erfurt) zeigten im ersten Vergleich mit den starken Tschechinnen eine hervorragende Kata und gewann mit 4:1 Richterstimmen. Allerdings wurde anschließend dem Protest der Gegnerinnen wegen eines Regelverstoßes stattgegeben. Nachträglich wurde damit der Sieg an die Kontrahentinnen vergeben. Durch diese Entscheidung, die auf einen Fehler bei der Auslosung der Pools zurückzuführen ist und mit der Auswahl einer falschen Kata begründet wurde, wurde den Deutschen eine gute Chance auf eine Medaillenplatzierung genommen. Am morgigen Samstag tritt Grüner zur Verteidigung seines Titels an. Als heißester Anwärter auf einen Platz auf dem Treppchen ruhen die Hoffnungen der Mannschaft nun auf ihm. Am Sonntag folgen die Mannschaftswettbewerbe, bei denen speziell den Kumite-Damen eine Überraschung zugetraut werden darf.