Nur einen Tag nach der Enttäuschung durch den Bahn-Vierer haben Guido Fulst und René Wolff dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zweimal olympisches Edelmetall beschert. Während der Berliner Fulst nach der verpassten Medaille in der Mannschaftsverfolgung überraschend Bronze im Punktefahren holte, bestätigte der Erfurter Wolff im Sprint seinen starken Eindruck der beiden Vortage und erreichte ebenfalls Platz drei. Nach Gold im Teamsprint und Bronze durch den Schweriner Stefan Nimke im 1000-m-Zeitfahren verbesserte der BDR damit sein Ergebnis auf der Bahn einen Tag vor Ende der Wettbewerbe auf vier Medaillen. ''Beste was passieren konnte'' Fulst musste sich im Velodrom von Athen nur dem russischen Olympiasieger Michail Ignatjew und Silbermedaillengewinner Joan Llaneras aus Spanien geschlagen geben. Für den 34-Jährigen war der dritte Platz nach zwei Olympiasiegen mit der Verfolgungs-Mannschaft (1992/2000) die insgesamt dritte Medaille. 'Dafür, dass ich seit vier, fünf Jahren kein internationales Punktefahren mehr bestritten habe, ist das Optimale herausgesprungen', freute sich Fulst, der erst am Samstag erfahren hatte, dass er starten soll: 'Das ist das Beste, was passieren konnte.' Erste Gratulanten waren NOK-Präsident Klaus Steinbach und Bundesinnenminister Otto Schily. 'Ich habe mir erlaubt, den Guido mit dem Vornamen anzufeuern', sagte der SPD-Politiker: 'Es war unheimlich spannend und von ihm eine glänzende taktische Leistung.' '' Wolff souverän'' Derweil durfte Wolff nach dem Olympiasieg im Team seine zweite Medaille bejubeln. Nach seiner Niederlage im Halbfinale gegen Weltmeister Theo Bos (Niederlande) setzte sich der 26-Jährige im Rennen um Bronze souverän gegen den französischen WM-Zweiten Laurent Gane durch. Gold holte sich der Australier Ryan Bayley, der sich im Finale gegen Bos durchsetzte. 'Im Halbfinale habe ich mich völlig dämlich angestellt, aber zum Glück lief es danach ja besser', sagte Wolff, der hochzufrieden war: 'Diese Medaille ist für mich gleichwertig mit dem Team-Gold, denn der Einzel-Sprint war meine Hauptdisziplin. Darauf habe ich mich in den letzten Wochen vorbereitet.' Dabei war der zweimalige WM-Dritte (Sprint 2003/Keirin 2002) noch vor elf Wochen bei der WM in Melbourne im Training gestürzt, als er in voller Fahrt einem Kampfrichter hatte ausweichen müssen. Die Knieverletzung hatte ihn zunächst zurückgeworfen. 'Nach der WM hatte Rene Defizite im Kraftbereich, aber vor Athen stimmte die Form wieder', sagte Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel. Quelle:www.zdf.de