Volker Hirt gewann bei der Studierenden-Weltmeisterschaft im polnischen Lodz die einzige Medaille. Am 3. Juni 2004 begann im polnischen Lodz die VI. Studenten-WM im Ringen mit dem Freistil-Wettbewerb. Elf Aktive vertraten den Deutschen Ringer-Bund in den drei Kategorien, die Sportlerinnen und Sportler wurden von den Bundestrainern nominiert. Betreut wurde das deutsche Team vor Ort von den Trainern „Jonny“ Levermann (Frankfurt / O.) und Bernd Radschunat (Halle), als FILA-Mattenleiter warToni Pfaff (Tennenbronn) im Einsatz. Jan Radschunat (74 kg / FHS Polizei SAH – RWG Halle) und Markus Hamann (120 kg / FSU Jena – TuS Jena) vertraten die deutschen Farben im Freistil. Mit einem fünften Rang beendete Jan Radschunat das Turnier. Er begann viel versprechend mit einem Schultersieg gegen den Vertreter der Ukraine, unterlag danach jedoch dem Weißrussen mit 0:9 Punkten. Durch einen weiteren Schultersieg gegen Taipeh sicherte er sich schließlich Platz fünf. Markus Hamann kam in der ersten Begegnung zu einem 4:2-Punktsieg über den USA-Ringer. In einer hart umkämpften Partie unterlag er gegen den ukrainischen Sportler mit 1:3 in der Verlängerung. Gleichwohl hatte er noch die Chance durch einen Sieg über Japan das kleine Finale zu erreichen. Er konnte den Heimvorteil des polnischen Vertreters im 'kleinen Finale' der Studenten-WM jedoch nicht wett machen und unterlag im Kampf um Bronze mit 4:9 Punkten - damit Rang vier. Das deutsche Damen-Team wurde repräsentiert von Sigrun Dobner (48 kg / Uni Würzburg – SRC Obernburg), Ramona Scherer (51 kg / Uni Giessen – KSV Waldaschaff) und Susan Köller (67 kg / FHS Merseburg – RWG Halle). Die Damen hatten dagegen eher einen gemischten Auftakt. Zweimal gegen Japan, immerhin führende Ringer-Nation bei den Dame, und zweimal nach Punktrückstand entscheidend verloren: bei 0:5 Punkten landete Sigrun Dobner (48 kg) gegen die Asiatin ebenso auf den Schultern wie Ramona Scherer (51 kg) bei 3:5 Punkten. Dobner schulterte dann noch die Ukrainerin bei eigener 9:0-Führung und könnte jetzt noch eine Chance haben, wenn sie gegen die Griechin in ihrem Pool gewinnt. Ramona Scherer ist nach der weiteren entscheidende Niederlage gegen eine Weißrussin (nach 0:3 Punkten) ausgeschieden. Sigrun Dobner lieferte der griechischen Konkurrentin einen offenen Kampf und unterlag denkbar knapp mit 3:4 - damit sicherte sie sich den fünften Platz der 48 kg-Klasse. Auf Platz acht der 51 kg-Kategorie landete Ramona Scherer, die gegen die Ukrainerin bei 0:4 Punktrückstand geschultert wurde. Einen Auftakt nach Maß feierte Susan Köller, die sich knapp mit 5:4 Zählern gegen eine Französin behauptete. Sie hat allerdings noch starke Konkurrenz aus Kanada und Japan vor sich. Gegen die kanadische Ringerin war Susan Köller ohne Chance: mit 0:10 verlor sie technisch nach Punkten. Am Ende hat sie es aber geschafft: sie konnte bei den Studenten-WM in Lodz die favorisierte Japanerin entscheidend besiegen, nachdem sie bereits mit 5:0 in Front lag. Das bedeutet das 'kleine Finale' - der Kampf um die Bronzemedaille gegen die Ringerin aus der Ukraine. Dort unterlag sie allerdings der Ringerin aus der Ukraine mit 0:7 und wurde damit Vierte der Studenten-WM. Dennoch: ein gutes Turnier mit Perspektiven und einer Menge an Erfahrungen im internationalen Geschäft. Erwartet schwer war der Wettkampf der Greco-Männer. Von sechs Startern haben aber immerhin noch zwei Chancen auf den Halbfinal-Einzug. Robert Steck (Westerndorf) besiegte in der 60 kg-Klasse den Franzosen mit 3:2, hatte dann jedoch gegen den Iraner keine Chance und verlor technisch mit 0:10 – am Ende Platz acht. Für Feti Karakas (Weingarten) waren die ersten Aufgaben in der Klasse bis 66 kg eminent schwer: gegen den Ringer aus Weißrussland musste er eine 0:10-Niederlage hinnehmen, gegen den Ungarn wurde es beim 5:6 knapper. Im letzten Kampf konnte er nochmals die Kräfte mobilisieren und gegen den Ringer aus Kasachstan gewinnen: 3:1 – damit wird er Siebter. Der Wittener Björn Holk (84 kg) konnte gegen den US-Amerikaner beim 7:2 überzeugen, muss aber dann gegen den starken Weißrussen antreten. Dort unterlag er gegen seinen Kontrahenten aus Weißrussland.Trainer Jonny Levermann war aufgebracht: „Klar abgewürgt!“ Internationale Härte!? Hart zu kämpfen hatte Daniel Höfler (Freiburg), der erstmals nach seiner Verletzung wieder im Matten-Einsatz bis 96 kg war. Zwei Kämpfe, zwei knappe Niederlagen: gegen den US-Boy war es beim 2:3 denkbar knapp, gegen den Slowaken beim 0:3 deutlicher. Ausgeschieden ist dagegen er gegen den Esten Hristoforov Ruslan mit 0:3 und landete damit auf Platz 10. Jan Stark (Musberg, 120 kg) landete auf Rang sieben. Er begann mit einem 5:2 - Sieg gegen den Ringer aus Serbien-Montenegro, musste sich dann jedoch gegen den Japaner unglücklich mit 2:3 und gegen den Weißrussen mit 1:7 geschlagen geben. Volker Hirt (Weingarten, bis 74 kg) zeigte sich top fit: gegen den Ringer aus Serbien-Montenegro gewann er mit 3:2 Punkten, nach einem Freilos kämpfte er bereits um den Halbfinal-Einzug. Auch gegen den Iraner setzte er sich mit 3:0 durch und stand damit im Halbfinale. Dort trat er gegen einen Ringer aus Litauen an. Durch einen 3:2-Erfolg gegen den Litauer Afanasjevs Andrejs qualifizierte sich der Weingartener für das Finale. Hier traf der Deutsche Vizemeister auf den Ungarn Andras Horvath. Es ist jedoch bei Silber geblieben. Trotzdem Riesenjubel im Deutschen Lager über den Weingartener Volker Hirt, der bei der Studenten-WM im polnischen Lodz die einzige Medaille für das Team des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes / Deutschen Ringer-Bundes gewann. Im Finale der 74 kg-Klasse, griechisch-römischer Stil, traf er auf den bärenstarken Ungarn Andras Horvath, der zuletzt bei den diesjährigen Europameisterschaften Rang 12 belegte und 1999 immerhin Vizewelt- und Europameister der Junioren war. Volker lieferte einen Riesen-Kampf, so Coach Jonny Levermann. Dennoch: 3:4 hieß es am Ende, knapp aber dennoch verloren. Ob denn die Freude über die gewonnene Silber- oder Frust über die verpasste Goldmedaille überwog? Volker Hirt, der diesjährige Deutsche Vize-Meister der 74 kg-Klasse, er kann stolz sein und das Jahr 2004 als eines seiner besten in sportlicher Hinsicht verzeichnen! Glückwunsch dem Vize-Weltmeister der Studenten, Glückwunsch dem gesamten Team! „War eine Super-Sache hier“, meinte Jonny Levermann. Die Studierenden-WM war für die teilnehmenden deutschen Ringerinnen und Ringer eine gute Gelegenheit, internationale Luft zu schnuppern und den eigenen Leistungsstand zu überprüfen. Und das studentische Miteinander kam bestimmt auch nicht zu kurz!