20.07.2007 | Kategorie: Archiv , 2007 ,

Viele Wege führen durch Rom – Die ZHS-Fußballerinnen bei den 5. EUC

Tore, Karteln, Sightseeing und wieder Tore: Die Münchner Fußballerinnen standen bei den EUC in Rom nicht nur erfolgreich auf dem Platz und holten Silber, sondern erlebten auch rund um die Wettkämpfe eine Menge!

Mit dem DHM-Titel 2007 in Karlsruhe hatte sich das Münchner Frauen-Team für die Teilnahme an den EUC -Fußball qualifiziert und flog am 09. Juni 2007 mit Trainer Norbert Düwel nach Rom. Am Flughafen erwartete das Team ein Betreuer, der das Team zur Unterkunft im Camping Village Roma brachte. Dort waren alle sechs Damen- und 16 Herrenmannschaften untergebracht. Die Sportanlagen des CUS (Centro Universitario Sportivo) lagen im Norden der Stadt, nahe der alten Ruderstrecke der Olympischen Spiele. Am ersten Tag ging es nach dem Beziehen der Unterkünfte am späteren Nachmittag zum Training ins CUS. Am Abend fand die die Sitzungen der Schiedsrichter und die Auslosung der Gruppen statt. Bei den Damen agierte die Spielführerin der Münchner Mannschaft, Andrea Wolfrum, als Glücksfee. Am 10. Juli 2007, dem zweiten Tag, hatte die deutsche Damenmannschaft spielfrei und so ging es nach dem Spiel Valencia gegen Zürich in die Stadt, wo der Trainer als Stadtführer fungierte und einen Teil der Gruppe über das Forum Romanun zum Colosseum führte. Der andere Teil der Gruppe ging über den Quirinalspalast zum Trevi-Brunnen, dort wurden die Viererreihen der Touristen vor dem Brunnen “bewundert“. An der Spanischen Treppe ruhten sich die Fußballerinnen vom Pflastertreten aus, um das lebhafte Treiben vor der Treppe zu beobachten. Anschließend ging es wieder zum Campus, zur würdevollen Eröffnung der Europameisterschaft. Nach einem Grußwort durch den EUSA-Präsidenten wurde die Landesflagge gehisst, gefolgt vom Einmarsch der Mannschaftsvertreter, jeweils hinter einem römischen Legionär oder Gladiator als Flaggenträger. Nach weiteren Grußworten wurde die Veranstaltung eröffnet. Darauf zeigten die Gladiatoren und Legionäre einige Schaukämpfe. Es folgten Darbietungen der italienischen Nationalmannschaft der Synchronschwimmerinnen und einer Capoeira-Gruppe. Anschließend wurde gemeinsam zu Abend gegessen, es gab Jungschwein vom Spieß. Nach der Rückfahrt ging es früh zu Bett. ((fussball-rom.jpg)) Der erste Spieltag der Münchner war am 11. Juli, es ging gegen Zürich, jene Mannschaft, die den Münchnern bei den EUC in Eindhoven 2006 eine Niederlage beigebracht hatte. Entsprechend motiviert gingen die Damen ins Spiel. Nach einem anfänglichen Abtasten wurde entschlossen gestürmt und zur Halbzeit stand es bereits 5:0 für die Münchner, wovon Steffi Hopfner drei Tore erzielt hatte. Nach der Halbzeitpause schossen die Münchnerinnen noch ein Tor, ehe kurz vor Schluss den Züricher Damen der Ehrentreffer gelang. Der Sieg sorgte für Zuversicht und nach dem Mittagessen ging es zum Entspannen zurück in die Unterkunft. Ein gemeinsames Abendessen wurde von einer Dreiteilung gefolgt, eine Gruppe pokerte, die andere spielte Romme und die dritte „Wattn“, ein für Preiß’n eher unbekanntes Spiel. Am 12. Juli war der zweite Spieltag, es ging nun um den Gruppensieg gegen die Mannschaft der Universität Valencia. Um 6.30 Uhr hieß es aufstehen, um für das Spiel um 10.00 Uhr wach genug zu sein. Bei der Wartezeit auf den Bus führte Coach Norbert seine Künste mit dem Diabolo vor, erntete viel Beifall und verdiente seine ersten 61 Cent. Nach einem guten Auftakt, bei dem die Münchnerinnen rasch mit 3:0 vorne lagen und das Team aus Valencia kein Rezept gegen den Münchner Sturm mit Steffi Hopfner und Franziska Karl fand, wurde vor der Halbzeitpause das 4:0 erzielt. In der Pause gab der Trainer als Ziel aus: „Kein Gegentor“. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel deutlich offener, die Spanierinnen hatten mehrere gute Chancen, aber „Bridget“ Globke im Tor konnte sich mehrfach auszeichnen. Insgesamt stand die Münchner Abwehr mit Ines Rechl, Andrea Wolfrum und Annika Fröhlich als Libero äußerst sicher. Mit dem Sieg stand München im Halbfinale. Da der Tag noch jung war, ging es wieder nach Rom, diesmal war der Petersdom das Ziel. An dem Ausflug konnte auch der Münchner Schiedsrichter Tilmann Mehl teilnehmen, der wegen des Schiedsrichtermangels recht häufig eingesetzt war. Nach der Rückkehr wurde erneut gekartelt, nur kurz durch das Abendessen unterbrochen. Freitag, der 13., der Tag des Halbfinales: Beim Frühstück wirkten alle recht gesammelt, es ging um den Einzug ins Finale und den Spielerinnen war die Anspannung anzumerken. Die Münchner Damen gingen wie gewohnt systematisch „ans Werk“ und die Mannschaft der Universität Nantes war 35 Minuten lang in der eigenen Hälfte wie eingeschnürt. In dieser Zeit wurden die beiden Tore für München gegen ein stark defensiv eingestelltes Team der Französinnen geschossen. Danach kam es zu einem Bruch im Spiel der Münchnerinnen. Auch nach der Halbzeit fanden die Münchnerinnen nicht zu ihrer Linie zurück und Nantes erspielte sich einige Chancen. Vor einem Freistoß fiel im 16-Meter-Raum eine Spielerin der Französinnen plötzlich nach vorn und der Schiedsrichter erkannte auf Strafstoß. Das Spiel ging dann hin und her. Gegen Ende konnten sich die Münchnerinnen aus der Umklammerung befreien, allerdings ohne weitere Tore zu erzielen. Am Ende großer Jubel, die Spannung löst sich, München hat das Finale erreicht. Zum Auslockern wurde ein wenig im Pool geplanscht, dann ging es in die Unterkunft zurück, wo gelernt oder geschlafen wurde. Ein gemeinsames Essen beschließt den Tag. ((fussball2.jpg)) Der letzte Tag des Turnier war der Tag, an dem alle Finalspiele ausgespielt wurden. Die Münchner Damen mussten gegen die Mannschaft der Universität Madrid antreten. Die gemeinsame Busfahrt zum Campus wirkte wie ein mentales Abtasten, die Spanierinnen sangen, die Münchner hörten Musik oder ratschten miteinander. Die Organisatoren hatten bestimmt, dass beim Finale, welches zur Mittagszeit stattfand, die Damen eine Spielzeit von 90 Minuten mit zweimal 15 Minuten Verlängerung zu spielen hatten. Das Spiel war auf hohem Niveau, beide Mannschaften suchten bald eine Entscheidung, doch dauerte es ziemlich lange, ehe sich ersten Chancen ergaben. Auf Münchner Seite wurde eine Stürmerin rasch gewechselt, doch auch dies brachte nicht den Durchbruch. So ging das Spiel hin und her, bis die Madrileninnen einen Schuss aufs Tor losließen, der der Torfrau unglücklich durch die Beine rutschte. Die Münchnerinnen waren zunächst konsterniert, doch man raffte sich bald wieder auf und konnte in der ersten Halbzeit noch egalisieren. In der zweiten Halbzeit kam es zu keiner Entscheidung, sodass in die Verlängerung gegangen wurde. Der Wasserverbrauch auf beiden Seiten war enorm, die Sonne brannte senkrecht herunter und gegen Ende des Turniers waren alle am Limit. Die beiden Verlängerungen zeigten eine konditionelle Überlegenheit der Münchnerinnen, die sich aber gegen die gut aufgestellte Abwehr der Spanierinnen nicht zählbar auswirkte. So mussten die beiden Mannschaften in das Neunmeterschießen. Dieses verloren die Münchnerinnen durch einen vergebenen und einen gehaltenen Schuss. Die Mannschaft der Madrileninnen lag sich in den Armen und jubelte, die Münchnerinnen lagen erschöpft und tief enttäuscht am Boden. Beim gemeinsamen Mittagessen war die Stimmung immer noch gedrückt und wirkte den ganzen Nachmittag nach. Am Abend fand das Endspiel der Herren statt, zum ersten Mal war die Tribüne gefüllt, alle Mannschaften waren anwesend und die Stimmung war begeisternd. Während des Spiels kamen die Spielerinnen aus Madrid zu den Münchnerinnen und feierten sie, um die emotionalen Spannungen abzubauen. Nach einem ausgeglichenen Spiel gewann die Männermannschaft der Universität Orleans im Elfmeterschießen gegen die Türken der Universität Halig aus Istanbul. Die gleich darauf folgende Siegerehrung brachte das Lächeln auf die Gesichter des Frauen-Teams zurück, auch wenn Coach Norbert Düwel damit noch Mühe hatte. Danach ging es zum Pool des CUS, wo Tische und Bänke aufgebaut waren. Alle Mannschaften nahmen Platz, es sollte die Abschlussveranstaltung starten. Doch etliche Teams sprangen in voller Kleidung ins Wasser, sodass die Veranstaltung mit leichter Verzögerung über die Bühne ging. Bei den Ehrungen wurde die Münchner Mannschaft mit dem Fairnesspreis ausgezeichnet. Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung wurde gegessen, gefeiert und viel gesungen. Allmählich verschwand ein Team nach dem anderen in Richtung Unterkunft, sodass die Münchner zum Schluss allein dasaßen und hinauskomplimentiert werden mussten. Im Camping Village Roma wurde dann von den Teams bis zum Morgengrauen gefeiert, nicht immer zur Freude jener, die die Nacht zum Schlafen nutzen wollten. ((<legea.gif; Offizieller adh-Partner der Europäischen Hochschulmeisterschaften))Abschließend lässt sich festhalten, dass die Veranstaltung ordentlich organisiert worden ist und nach kleineren Schwierigkeiten mit dem Transportsystem – „Germany no!“ wurde ein geflügeltes Wort, weil die Münchner gern spontan einen Bus besteigen wollten, die Italiener aber den Einsatz der Busse, ohne dies anfänglich zu kommunizieren, ziemlich genau festgelegt hatten und von ihrem Schema nicht abweichen konnten – lief auch der Transport reibungsfrei. Während der Tage wurde immer wieder andere Wege durch die Stadt gefahren, bis schließlich die Variante über die Autobahn zwar eine längere Fahrtstrecke mit sich brachte, die Fahrzeit sich aber von rund einer Stunde auf 35 - 40 Minuten reduzierte. Die Schiedsrichter waren ihrer Aufgabe nicht immer völlig gewachsen, aber guten Willens. Nicht jede Nation hatte einen Schiedsrichter gestellt und die Organisatoren konnten keinen örtlichen vorhalten, sodass die Belastung der Schiedsrichter shr hoch war, was sich auch im Verlaufe der Veranstaltung auf die Leistung niederschlug. Gerne wird die Münchner Mannschaft in Kiew 2008 wieder dabei sein! Die Beschriftung der Ausrüstung der Teilnehmenden an den Europäischen Hochschulmeisterschaften erfolgte über die Darmstädter Textildruckfirma A-Z. Weitere Infos finden Sie unter [[www.a-z-textildruck.de]]