18.05.2005 | Kategorie: Archiv , 2005 ,

Universität Paderborn öffnet sich studierenden Spitzenathleten

'Es ist mir egal, wann Sie wo laufen, Sie haben in der Uni zu erscheinen', solche Äußerungen von Professoren werden die SpitzensportlerInnen unter den Studierenden an der Uni Paderborn nicht mehr hören. Die Hochschule ist seit dem 25. April 2005 Partnerhochschule des Sports

((>klein.jpg;Sport und Studium auf hohem Niveau: Daürber freuen sich: Johannes Freise, Prof. Dr. Nikolaus Risch, Lilli Schwarzkopf, Hans Martin Stork und Olaf Tabor (v.l.n.r.) )) Die Universität Paderborn ist jetzt offizielle Partnerhochschule des Spitzensports. Olympiahoffnungen sollen Training und Studium künftig besser unter einen Hut bekommen. Mit einer entsprechenden Vereinbarung, die am 25. April 2005 in der Hochschule unterzeichnet wurde, verpflichtet sich die Universität zur Förderung studierender SpitzensportIer. Mit ihr soll erreicht werden, dass die deutschen Olympiahoffnungen ihr Training und gezielte Wettkampf-Vorbereitungen besser mit den Studienanforderungen koordinieren können. Bis zu 70 Stunden umfasse die Arbeitswoche eines Hochleistungssportlers, wenn neben dem Trainingsbetrieb noch ein Studium absolviert werde, erläuterte der Geschäftsführer des Olympiastützpunkts Westfalen, Martin Stork, die Doppelbelastung des sportlichen Akademikernachwuchses. Aufgrund der hohen zeitlichen Beanspruchung komme es bei den AthletInnen immer wieder zu organisatorischen Problemen. »Vor großen Wettkämpfen wird man sich kaum voll auf das Studium konzentrieren können«, so Stork. »Dafür sind die SportlerInnen dann bereit, nach dem Wettkampf für ihr Studium besonders reinzuklotzen.« Paderborn ist nach Münster, Bochum, Dortmund und Bielefeld die fünfte Hochschule in Westfalen, die sich dem Spitzensport besonders verpflichtet fühlt. So . möchte die Universität dafür sorgen, dass die studierenden AthletInnen zum Beispiel ihre Prüfungstermine oder Praktikumszeiten mit dem Wettkampf-Kalender abstimmen können. Das Paderborner Studentenwerk hat angekündigt, bei der Vergabe von Wohnheimzimmern oder mit einem speziellen Ernährungsangebot auf die SpitzensportlerInnen zuzugehen, und im Sportinstitut sollen normalerweise gebührenpflichtige Trainingseinheiten für diese Studierenden kostenlos sein. »Die Anforderungen an das Studium werden schon allgemein immer härter. Da müssen wir jungen Menschen, die im Spitzensport engagiert sind und parallel eine akademische Laufbahn anstreben, entgegen kommen«, begründete Rektor Prof. Dr. Nikolaus Risch die Notwendigkeit einer solchen Vereinbarung. Hier gehe es um eine bessere Abstimmung. »Geschenkt bekommt niemand etwas.« Der Generalsekretär des Deutschen Hochschulsportverbands, Olaf Tabor, nannte Länder wie die USA, Japan und Australien als Vorbilder für die akademische Förderung von SpitzensportlerInnen. Auch in Deutschland bestehe hier ein hoher Bedarf. Allein 43 Prozent der deutschen Aktiven bei den letzten Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen seien Studenten und Hochschulabsolventen gewesen. Tabor kündigte in Kürze eine Bewertungs-Rangliste der bislang 61 deutschen Hochschulen an, die sich der Förder-Vereinbarung angeschlossen haben. Etwa 20 Athleten aus den deutschen Olympiakadern studieren derzeit an der Universität Paderborn. Sprint-Talent Daniela Plato weiß um die Probleme, Sport und Studium unter einen Hut zu be- kommen: »Eine Freundin von mir ist nach Mainz gewechselt, weil der Studienplan hier zu unflexibel gewesen ist. Und durch Fehltermine in Seminaren geht schnell ein ganzes Semester verloren.«