06.11.2006 | Kategorie: Archiv , 2006 ,

TANDEMs erfolgreich im Ziel: Zweites adh-Mentoringprojekt beendet

Mit der Abschlussveranstaltung des adh-Mentoringprojektes am 03. November 2006 kamen die acht TANDEMs ins Ziel. Rund 18 Monate traten die Duos in die Pedalen, um Frauen für Führungsaufgaben im Sport fit zu machen, denn noch immer ist das weibliche Geschlecht selten in Führungspositionen des Sports wieder zu finden. Mit einer abschließenden Präsentation zogen die Acht ein Resümee.

Die Tagung wurde mit einem interessanten Beitrag von Marianne Weg (Abteilungsleiterin im Sozialministerium Hessen, Fachfrau für Gender Mainstreaming) zum Thema „Managing Gender und Diversity - Wo bitte geht´s zur Gleichberechtigung“ eröffnet. Marianne Weg gelang es, das Thema des neuen Gleichstellungsgesetzes in einem spannenden Vortrag greifbar zu machen und im Anschluss eine interessante Diskussion anzustoßen. Anschließend präsentierten sich die TANDEMs mit einem Rückblick ihrer Zusammenarbeit. Die Präsentationen wurden über diverse Medien wie Plakate, Power-Point-Präsentationen bis hin zu einem selbst gedrehten Film professionell dargestellt. Hier zeigte sich, dass das Miteinander der TANDEMs vielfältig war. Es reichte von reinem Zuhören und Beraten über Kontaktvermittlung von Probanden für Examensarbeiten, die Mitnahme zu Sitzungen oder Veranstaltungen bis hin zur Vermittlung von Praktika sowie gemeinsamer Projektarbeit. Alle Anwesenden betonten, dass ihnen die Arbeit Spaß gemacht habe und dass sowohl die Mentees als auch die Mentoren von diesem Projekt und der Zusammenarbeit profitiert hätten. Der adh initiierte bereits zum zweiten Mal mit Hilfe der dsj das Mentoring-Projekt TANDEM. „Der Hochschulsport benötigt gut qualifizierte Führungskräfte, um die vielfältigen Herausforderungen im Rahmen der Hochschulreformen zu meistern. Nur wenn die Qualität der Arbeit gesichert werden kann – und dazu benötigen wir engagierte Mitarbeitende – können wir der Nachfrage nach serviceorientierten Dienstleistungen im Hochschulsport gerecht werden“, erklärt Inken Behrens, adh-Bildungsreferentin. Mentoring-Prozessen werden nachhaltige karrierewirksame und persönlichkeitsfördernde Effekte zugeschrieben. Das adh-Metoringprojekt TANDEM will junge Frauen des Hochschulsports, die Führungsaufgaben wahrnehmen oder in Zukunft wahrnehmen möchten, auf ihrem Berufsweg ermutigen und in ihrer Kompetenz stärken. Es werden gleichstellungspolitische Ziele wie den Abbau der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen mit Strategien der Qualitätssteigerung und Leistungsverbesserung verknüpft. Kern des Mentorings ist das „TANDEM“. Frauen sowie Männer in Führungspositionen geben jungen Menschen über einen bestimmten Zeitraum hinweg gezielte Unterstützung auf ihrem beruflichen oder ehrenamtlichen Karriereweg sowie konkrete Einblick in ihre Branche und beraten sie bei ihrer Lebensplanung. Dabei ist die Beziehung als ein gegenseitiger Austauschprozess zu verstehen. Mentor bzw. Mentorin und Mentees werden gezielt für einander ausgesucht bzw. finden sich nach Interessen und Neigungen. Die Gestaltung der Zusammenarbeit bleibt in der Regel den Beteiligten überlassen. Sie treffen sich und kommunizieren regelmäßig. Begleitveranstaltungen mit anderen Mentor/innen und Mentees und eine Supervision ermöglichen zudem die permanente Reflexion des Prozesses. Somit werden der Austausch und der Dialog zwischen Nachwuchs- und Führungskräften gefördert und wichtige Prozesse der Kommunikations- und des informellen Wissenstransfers in Gang gesetzt. ((tandem-ab-g.jpg; Mentees, Mentorinnen und Mentoren sowie das Projektteam bei der Abschlussveranstaltung)) Aufgaben der Mentoren des adh-Projektes lagen darin, die Mentees auf Grund eigener Erfahrungen in folgenden Bereichen zu beraten und aktiv zu unterstützen, z. B.: • Gestaltung des Studiums und des Studienabschlusses • Qualifizierungen/Aktivitäten, die förderlich für die spätere/weitere Berufswahl sein könnten • Einblicke in die eigenen Tätigkeitsfelder geben • Transparenz über ehrenamtliche und hauptamtliche Aktivitäten im Hochschulsport herstellen • Herstellung von persönlichen Kontakten zu relevanten Führungspersonen im Bereich des Sports und des Hochschulsports • Kurz- bis mittelfristige Karriereplanung Inhalte der Zusammenarbeit sollten demnach u. a. sein: • Austausch zu zentralen Fragen der Studien-, Berufs- und Lebensplanung (z. B. Unterstützung bei der Examensvorbereitung, Familienplanung) • Herstellung von Kontakten im Bereich des Hochschulsports und allgemeiner Verbandsarbeit sowie anderen EntscheidungsträgerInnen im Sport (z. B. Begleitung bei Veranstaltungen, Gremiensitzungen) • Einblick in hauptberuflichen Tätigkeitsfelder der Mentorin/des Mentors (z. B. einwöchiges Praktikum bei dem/der Mentor/in) • Einblick in die ehrenamtlichen Tätigkeitsfelder der Mentorin /des Mentors (z. B. Begleitung zu Sitzungen des adh oder anderer Sportverbände) • beratende Begleitung eines konkreten Projekts der Mentee (z. B. Entwicklung einer Examensarbeit, ehrenamtliche Funktionsübernahme) Diese Mentee-Mentor-Beziehung ging am Freitag zwar offiziell zu Ende, doch die meisten „Paare“ möchten auch weiterhin in Kontakt bleiben. „Mit Mentoring in die Führung gehen!“ setzt ein positives Signal für die Chancengleichheitspolitik des adh, der sich schon vor rund zehn Jahren einen Frauenförderplan zu eigen gemacht hatte. Ein wesentliches Anliegen des Frauenförderplanes ist es, Frauen verstärkt für die Gremienarbeit im adh zu motivieren und eine gleichberechtigte Teilhabe im ehrenamtlichen und hauptamtlichen Bereich des Hochschulsports zu erwirken. In den vergangenen Jahren zeichnete sich eine positive Tendenz hin zu vermehrter ehrenamtlicher Beteiligung von Frauen ab, doch im Jahr 2005 lag die prozentuale Beteiligung von Frauen in adh-Gremien noch immer bei nur rund 25 %. Darüber hinaus hat die Bilanz des Frauenförderplans 2005 ergeben, dass der Anteil an Frauen in Leitungspositionen des Hochschulsports in den vergangenen Jahren gesunken ist und bei nur noch 20 % liegt. (siehe: Bilanzierung des Frauenförderplans; adh-Jahrbuch 2005). Eine dritte Auflage des Mentoring-Projektes TANDEM ist für das kommende Jahr geplant. Schon jetzt dürfen wir uns auf neue, interessante TANDEMs freuen.