Jannis Dakos wollte bei der XXIII. Sommer-Universiade unter die ersten drei kommen - und er hat es geschafft. Der Sportstudent der DSHS Köln nahm zum ersten Mal an einer Universiade teil, mischte ganz vorne mit und holte Silber. ((taekwondo_dakos_1_300.jpg;Unser Silbermedaillengewinner Jannis Dakos in Aktion!)) Dakos stieg optimal in den Wettkampf ein. In den Vorrunden ging Dakos stets in Führung, er musste nie gegen einen Rückstand arbeiten. So siegte er im ersten Kampf mit 3:1 gegen Honkong/China und gewann mit einem deutlichen 4:0 im zweiten Kampf gegen Palästina. Im Viertelfinale stand Dakos gegen einen als sehr gefährlich eingeschätzten Russen auf der Wettkampffläche. „In den Vorrunden machte dieser einen reaktionsschnellen, fitten Eindruck.“, beschreibt Disziplinchef Alfred Wallraff. In der ersten Runde des Viertelfinales blieb es bei einem 0:0, in der zweiten Runde machte Dakos deutlich mehr Punkte als ihm zugesprochen wurden. Der Haupt-Kampfleiter sah sich veranlasst, die Kampfrichter zu einer Besprechung zusammenzuholen und auf die Punktvergabe anzusprechen, was sich letztendlich positiv für Dakos auswirkte. Unmittelbar nach der Besprechung fiel das inzwischen hoch verdiente 1:0 für Dakos. Er konnte dieses Ergebnis bis zum Kampfende halten und erreichte das Halbfinale. Im Halbfinale hätte Dakos auf keinen schwereren Gegner treffen können: es handelte sich um den Ex-Weltmeister und derzeit amtierenden Vizeweltmeister Behzad Khadadad aus dem Iran, den Vertreter des Mutterlandes der Sportart Taekwondo, Korea, im Viertelfinale mit einem überdeutlichen 8:0 auf die Plätze verwies. Bei zunächst noch gleichem technischen Niveau beider Kämpfer versuchte der Iraner mit ungewöhnlichen Mittel das Ergebnis zu seinen Gunsten zu gestalten - er erhielt prompt eine Verwarnung wegen Werfens. Gleich zu Beginn der zweiten Runde ging Dakos mit einem spektakulären Nereo-Chaggi in Führung und konnte diese mit einem akrobatischen Dwit-Chaggi-Sprung zum Kopf seines Gegners auf 3:0 ausbauen. Ein kurzer Paltung-Austausch beider Kämpfer führte dann zum Rundenergebnis von 4:1 für Dakos. In der dritten Runde baute der Iraner sichtlich ab: Wallraff erläutert: „Es gelang ihm kaum noch anzugreifen. was für iranische Verhältnisse äußerst überraschend ist.“ Mit schönen Doppel-Paltungs konnte Dakos sein Endergebnis schließlich auf 6:3 ausbauen. Im Finale musste Dakos gegen den Türken Murat Boyali auf die Wettkampffläche - hier hatte er durchaus auch gegen einen zweiten Gegner, das Publikum - anzukämpfen. Das Stadion glich dabei einem Hexenkessel. Selbst die elektronischen Startsignale gingen in frenetischen Türkiye-Rufen unter. Beide Kämpfer gingen die erste Runde verhalten an. Platung-Treffer beider Seiten führen zunächst zum 1:1 und schließlich zum 2:1 für die Türkei. Die zweite Runde unterschied sich kaum von der ersten, die Kämpfer konnten ihren Punktestand zum 2:3 ausbauen. In der dritten und letzten Runde suchte Boyali die Entscheidung, aber Dakos verstand es, geschickt auszuweichen. Wenige Sekunden vor dem Schlußsignal gelang Dakos seinerseits noch ein deutlicher Treffer, dem aber aus unerklärlichen Gründen nicht stattgegeben wurde. Dabei handelte es sich offensichtlich um eine Fehlentscheidung, die aber als Tatsachenentscheidung kaum anfechtbar ist. Trotz der Freude über Silbermedaille blieb so etwas Wehmut zurück.