22.04.2005 | Kategorie: Archiv , 2005 ,

Studierende fordern attraktivere Rahmenbedingungen für das Ehrenamt

Die paritätische Mitbestimmung von Studierenden in den Gremien des adh sind ein Markenzeichen des Dachverbandes. Mit der Einführung von Studiengebühren droht jedoch ein Rückgang des studentischen Engagements. Eine Arbeitstagung in Braunschweig stellt sich nun dieser Problematik.

Vom 15. bis 17. April 2005 diskutierten Sportreferentinnen und Sportreferenten aus ganz Deutschland in Braunschweig, welche Rahmenbedingungen und Maßnahmen nötig sind, damit Ehrenamt im Studium auch in der Zukunft erhalten bleibt. Vor allem die geplante Einführung von Studiengebühren erzwingt höhere Anstrengungen, um das Niveau von studentischem Ehrenamt im Studium zu erhalten. Ebenfalls auf dem Programm stand die Einführung des ECTS-Systems und welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben, im Hochschulsport Studienleistungen zu erbringen. Fast alle Bundesländer planen oder diskutieren eine Einführung von Gebühren ab dem ersten Semester. Neben den schon bereits bestehenden Modellen wie Langzeitstudiengebühren und Studienkonten. Die Diskussionen der Arbeitstagung haben gezeigt, dass ohne Ausnahmeregelungen für ehrenamtliche Studierende die Arbeit in den Sportreferaten schwieriger wird. Zeit und Geld sind die zwei wichtigsten Ressourcen der Studierenden. Studiengebühren machen das Studium teurer. Das damit verfolgte politische Ziel ist eine Verkürzung der Studienzeit. Dieses hat wahrscheinlich Einfluss auf das ehrenamtliche Engagement der Studierenden in Deutschland, denn das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Ehrenamts wird unattraktiver. ''Ansätze zur Entschärfung'' Dieser Entwicklung kann beispielsweise durch Anrechnung des Ehrenamts als Studien(-begleitende) Leistung, Anerkennung von Zusatzsemestern oder ganz einfach eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung entgegengewirkt werden. Vor allem die (Landes-)Politik ist gefordert, hierfür die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, wobei die konkreten Maßnahmen folglich an den Hochschulen umgesetzt werden müssen. Erforderlich ist zudem eine größere Aufmerksamkeit für die Problematik des studentischen Ehrenamts bei Einführung von Studiengebühren und die Einbeziehung dieser Erkenntnisse in die politischen (Planungs-)Prozesse. Der adh sollte hierbei als Interessenvertreter der ehrenamtlichen Studierenden auftreten und entsprechend auf die Entscheider in der Politik und den Hochschulen einwirken. Alexander Maus (adh-Vorstandsmitglied)