((<Fotos Florian Blab_2006 036.jpg)) „Ich habe Silber gewonnen, nicht Gold verloren. Ich bin gefahren, was ging, mir sind keine gröberen Fehler passiert. Es war mein Maximum', diktierte Florian Blab nach der vorletzten Entscheidung der Weltmeisterschaft 2008 seelenruhig in die Notizbücher der Journalisten. Die Minuten zuvor sahen bei weitem keinen so lockeren Athleten aus Ailingen am Bodensee. Nachdem das Schlusssignal seiner Kür ertönt war, noch bevor Blab vom Rad gestiegen war, ballte er erstmals seine Fäuste. Unmittelbar danach noch zweimal. Eine fast optimale Kür mit neun Drehsprüngen ließen den 22-Jährigen hoffen. Hoffen, nach Silber 2006 in Chemnitz nun vor 4000 Zuschauern Gold zu gewinnen. Sein Gesicht vergrub er während der Vorstellungen von Hartmann und Schnabel, die nach Blab auf die Wettkampffläche gingen, in einem Handtuch. Nach Hartmann ballte er erneut die Fäuste, nach Schnabel verließ er sofort den Platz des Führenden. „Auf dem Sofa, das ist ein sehr unangenehmer Platz“, ließ der Student wissen. „Lieber wäre ich nochmal gefahren.' ''Mental noch Luft nach oben'' Dieter Maute, Kunstrad-Bundestrainer sieht in Blab einen ehrgeizigen jungen Mann, „der noch ein paar Jahre vor sich hat. Vor allem im mentalen Bereich hat er noch Luft nach oben'. Florian Blab kann als einer der wenigen mit dem Drehsprung ordentlich Bonuspunkte sammeln, schon in der Qualifikation absolvierte er ihn zehnmal. In der Entscheidung reichte es noch zur neunfachen Ausführung, „eine Zehnte hätte sieben Zehntel gebracht. Das war eine Bauchentscheidung'. Und freilich eine Zeitfrage, wie auch er meinte – bei 30 Übungen, die es in fünf Minuten zu fahren gilt. Die wird der Konstanzer Sportstudent auch 2009 in Tavira/Portugal bei der nächsten WM absolvieren, wenn er einen erneuten Angriff auf den Titel macht. Florian Blab wird seit Wintersemester 2007 im Rahmen der Kooperation „Partnerhochschule des Spitzensports“ auch durch seine Hochschule, die Universität Konstanz, unterstützt. Es freut uns, dass er parallel zu seinem Sportstudium so erfolgreich in seiner Sportart unterwegs ist.