04.08.2004 | Kategorie: Archiv , 2004 ,

Spitzensport an adh-Mitgliedshochschulen - Jenaer Sportstudentin ist Duathlon-Weltmeisterin

Was passiert, wenn sich Hochschulen und studierende SpitzensportlerInnen arrangieren, um besser Studium und Sport miteinander verbinden zu können? Ein WM-Titel kann der Segen sein, wie sich an dem Jenaer Beispiel zeigt.

'Dieser Erfolg zeigt, dass unsere Entscheidung richtig war, Ulrike Schwalbe zur Vorbereitung auf die Wettkämpfe unbürokratisch das beantragte Urlaubssemester zu gewähren', kommentiert der Jenaer Uni-Rektor Karl-Ulrich Meyn den Erfolg seiner Studentin. So einfach und erfolgreich können sich Hochschulen und SpitzensportlerInnen arrangieren. Ein solches Entgegenkommen erwartet der adh von den 'Partnerhochschulen des Spitzensports', denn nur so haben Hochschule und Studierende etwas davon wie an dem Jenaer Beispiel deutlich wird. ''von Axel Burchardt'' Die Sportstudentin Ulrike Schwalbe von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist Weltmeisterin im Duathlon. Am 1. August gewann die 25-jährige auf der Langdistanz (20 km Lauf - 120 km Rad - 10 km Lauf) im dänischen Fredericia. Schwalbe siegte in 5:35,55 Std. vor der Niederländerin Yvonne Vlerken (5:40,59 Std.) und der hoch favorisierten, amtierenden Weltmeisterin auf der Duathlon-Kurzdistanz Erika Csomor aus Ungarn (5:45,43 Std.). Zunächst sah es nicht nach einem Sieg der Jenaerin aus, die für den Chemnitzer Laufverein (CLV) MEGWARE e. V. startet und beim Triathlonverein Jena sowie beim Radsportverein Jena trainiert. Yvonne Vlerken lag nach dem ersten Rennen zunächst auf dem 3. Platz vor Schwalbe. Die Jenaerin wechselte auf Platz fünf vor Csomor (6. Platz) auf den 120 km langen Radkurs. Auf Anstiegen von 12 bis 28 km Länge und bis zu 15 % Steigung spielte Schwalbe ihre an diesem Tag sensationelle Form gegenüber der stärksten Konkurrentin Csomor aus und setzte sich mit über acht Minuten von ihr ab. Auf dem dritten Teilstück, der 2. Laufdistanz über 10 km, konnte Schwalbe den Vorsprung dann sogar noch auf knapp 10 Minuten ausbauen. Schwalbes Reaktion auf den WM-Sieg: 'Es ist der Hammer. Ich war auf dem Siegerpodest völlig überwältigt, weil ich nicht damit gerechnet habe.' ''Recht und Duathlon'' Ulrike Schwalbe fand über Leichtathletik und Tennis 1997 eher zufällig zum Duathlon, bei dem sie bereits mehrere nationale und internationale Medaillen sammeln konnte. Im gleichen Jahr begann sie ihr Studium an der Jenaer Universität - zunächst Rechtswissenschaft, später wechselte sie zum Diplomstudium Sportwissenschaft, in dem sie nun elf Semester absolviert hat. Dieser Erfolg, so der sportbegeisterte Rektor, zeige auch, dass die Entscheidung richtig war, Ulrike Schwalbe zur Vorbereitung auf die Wettkämpfe unbürokratisch das beantragte Urlaubssemester zu gewähren. Ulrike Schwalbe wird nun sportlich bei der Powerman-WM, die am 12. September in Zofingen in der Schweiz stattfindet, wieder auf Medaillenjagd gehen. Als nächstes will sie ihr 'Studium zum Abschluss bringen', um sich danach 'voll dem Sport zu widmen'.