''DSB-Praxisprojekt „Frauen an die Spitze“ positioniert sich selbstbewusst'' „Unser Ziel ist klar: Im Dezember 2006 wählt ein mit Frauen und Männern paritätisch besetzter DSB-Bundestag ein ebenso mit Frauen und Männern besetztes Präsidium.“ Mit diesen Worten fasste Ilse Ridder-Melchers, Vorsitzende des Bundesausschusses Frauen im Sport“ des Deutschen Sportbundes, beim 4. Projekttreffen „Frauen an die Spitze“ in Frankfurt die Arbeitsergebnisse zusammen. Das sei die einzig richtige Antwort auf die Herausforderungen, denen sich der Sport in Zukunft stellen muss. Ohne die Qualifikationen und Beteiligung der Frauen werde der Sport diese Zukunft nicht meistern, und das gehe in einer aufgeklärten, demokratischen Gesellschaft nur in Partnerschaft und auf gleicher Augenhöhe, so Ilse Ridder-Melchers. Die vielfältigen Aktivitäten des durch das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Projekts haben bereits viel Bewegung in die Sportverbände gebracht, darin waren sich alle Beteiligten einig. Dr. Angela Icken, (Referatsleiterin BMFSFJ) zeigte sich von den bisherigen Ergebnissen und der Beteiligung am 4. Projekttreffen sehr beeindruckt. „Ich bin angenehm überrascht über die umfassenden wissenschaftlichen Ergebnisse, über die hohe Beteiligung der Sportfunktionärinnen und -funktionäre an den Befragungen und über das Engagement der Verbände bei der Umsetzung in die Praxis. Das macht Mut und dokumentiert, dass wir mit dem Projekt in die Zukunft des Sportes investieren.“ In einem Vortrag von Sabine Radtke (FU Berlin) über die bisherigen Ergebnisse des Wissenschaftsprojektes wurde deutlich, wie die wissenschaftliche Arbeit und die Maßnahmen in den Verbänden sich gegenseitig befruchten können. Sie referierte, dass 35 Prozent der ehrenamtlich tätigen Frauen geschlechtsspezifische Barrieren für einen Aufstieg in Führungspositionen verantwortlich machen. Diese Barrieren versuchen bei-spielsweise der Deutsche Turner-Bund und der Deutsche Fechter-Bund bereits durch Coaching und Mentoring-Programme, in denen Frauen gezielt in verantwortliche Positionen geführt werden, zu begegnen. (siehe auch Mentoring-Projekt des adh, Anm. der Red.) Außerdem zeigen die wissenschaftlichen Ergebnisse, dass nach wie vor die mangelhafte Vereinbarkeit von Familie und Beruf den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen der Sportverbände behindert. Dies macht deutlich, dass im Praxisprojekt Maßnahmen durchgeführt werden sollten, die die Strukturen der Organisationen verändern. Mit einem Vortrag über solche „best practices“ gab Prof. Dr. Dr. Gertrud Pfister (Universität Kopenhagen) einen spannenden Einblick in weitere Umsetzungsmöglichkeiten von Frauenförderung und Gender Mainstreaming. Damit die in den Verbänden durchgeführten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bewertet werden können, werden alle Maßnahmen, die im Rahmen des Praxisprojektes angestoßen werden, evaluiert. Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, die die Gesamtleitung des Gemeinschaftsprojektes der FU Berlin und des DSB innehat, dankte Ilse Ridder-Melchers für das Engagement des DSB, in dessen Trägerschaft der Praxisteil des Projektes seit Dezember 2003 liegt. Der Dank der gesamten Projektgruppe galt auch Sylvia Schenk und Anouschka Bernhard vom NOK für Deutschland, die das Praxisprojekt für den damaligen Projektpartner bis April 2003 geleitet hatten. Im DSB ist seit vergangenem Dezember Uta Engels für das Praxisprojekt zuständig und Ansprechpartnerin für die Verbände, die noch einsteigen wollen, sollen sich schnell ent-scheiden und sich in Frankfurt melden. (Kontakt über Uta Engels, Deutscher Sportbund, Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt am Main, Tel. 069/ 6700 374, Fax. 069/ 6700 1374, E-mail: engels@dsb.de.) Quelle: DSB PRESSE DOKUMENTATION IV Nr. 7/10.02.2004