''Halbzeit '' Die erste Hälfte des Mentoring-Projektes TANDEM ist vorüber: in Frankfurt a.M. trafen sich am 20.02. fast alle Projektbeteiligten, um gemeinsam ein Resümee der letzten 6 Monate zu ziehen. Die acht Tandems sollten von ihren bisherigen Aktivitäten berichten und sich zu positiven und negativen Erfahrungen äußern. Unter der Moderation von Martina Graupner-Kreutzmann, die alle Tandems von den Matching-Gesprächen bereits kannte, sollten anschließend Möglichkeiten erarbeitet werden, wie die Zusammenarbeit in der zweiten Projekthälfte noch effektiver gestaltet werden könnte. In Politik und Wirtschaft ist Mentoring ein erfolgreiches Konzept in der Personalentwicklung, im Sport ist diese Form der gezielten Förderung von jungen Nachwuchskräften noch kaum etabliert. Deswegen waren auch alle Beteiligten des Mentoring-Projektes TANDEM auf diesen Workshop gespannt, weil die Zwischenbilanz erste Aussagen zulassen sollte, ob das Konzept auch im Sport erfolgreich durchgeführt werden kann. Die Berichte der Tandems zeigten, dass die Zusammenarbeit von beiden Seiten, Mentees wie MentorInnen, als sehr hilfreich und sinnvoll gewertet wird. Das Spektrum der Aktivitäten ist äußerst breit: Kurz-Praktika in den Institutionen der Mentoren und Mentorinnen, die Teilnahme an Gesprächen zwischen verschiedenen Institutionen, Besuch der NOK-Mitgliederversammlung, Vorträge vor internationalem Plenum oder in einer Großbank zum Thema 'Bewegte Pause' bis zum Vorhaben, eine Deutsche Hochschulmeisterschaft durchzuführen. Einen großen Raum nehmen auch die persönlichen Beratungsgespräche ein. Eine wichtige Rolle für die Intensität der Aktivitäten spielt letztlich aber die räumliche Distanz. Festzustellen war, dass die Tandems am aktivsten sind, dessen Arbeitsorte nah beieinander liegen. Die anderen Tandems kommunizieren überwiegend per Telefon, um persönlich in Kontakt zu bleiben. Ganz nebenbei haben sich bereits jetzt Erfolge im Sinne der Erhöhung des Frauenanteils in den Führungspositionen im Sport eingestellt: In den gewählten Gremien des adh (Vorstand und Ausschüsse) sitzen seit der Vollversammlung im November 2003 nunmehr 51% Frauen, vier der inzwischen sieben Mentees wurden in verschiedene Ausschüsse gewählt. Eine weitere Mentee hat u.a. durch die Hilfe ihrer Mentorin eine berufliche Führungsposition im Sport inne. Nach vielen informellen Gesprächen in der Mittagspause konnten Fragen zum weiteren Verlauf des Mentoring-Projekts oder auch zu konkreten Problemstellungen in den Mentoring-Beziehungen gestellt werden, die in zwei Foren von den TeilnehmerInnen bearbeitet wurden. Ergebnisse waren, dass ein Netzwerk von Mentees und MentorInnen in vielerlei Hinsicht auch über das Projekt hinaus hilfreich und wünschenswert ist. Außerdem wurde über Schlüsselqualifikationen diskutiert, die für das Erreichen einer Führungsposition notwendig sind. ''Ausblick'' Schon jetzt erscheint es an der Zeit, sich über Perspektiven weiterer Mentoring-Projekte im adh Gedanken zu machen. Wenn am 29.10.2004 in Frankfurt/M. auf der Abschlussveranstaltung Bilanz gezogen wird, sollen Folgemaßnahmen schon auf dem Tisch liegen. Die 2. Beiratssitzung im Vorlauf zur Zwischenbilanz am 20.02.2004 widmete sich eben dieser Perspektivdiskussion und kam zu dem Schluss, dass mindestens ein weiteres Projekt mit einem ähnlichem Konzept erstrebenswert ist. Die enge Zusammenarbeit mit der dsj und dem DSB soll eine umfassendere Gewinnung von MentorInnen ermöglichen, so dass vor allem eine große räumliche Distanzen zwischen Mentee und Mentor/in vermieden werden können. Denkbar sind weiterhin Cross-Mentoring-Konzepte mit anderen Sportverbänden, die punktuell auch international durch Partnerschaften mit anderen europäischen Hochschulsportverbänden umgesetzt werden können. Schließlich soll mit dem adh-Mentoring-Projekt TANDEM als Best-Practice-Beispiel auch in anderen Sportverbänden das Prinzip des Mentoring publik gemacht werden, wenngleich das Konzept sicher nicht eins zu eins umgesetzt werden kann. Als Gesamteindruck dieses Zwischenbilanz-Workshops bleibt zurück, dass das Mentoring-Konzept bereits jetzt für die einzelnen Beteiligten Erfolge zeigt und Perspektiven für die Zukunft der Personalentwicklung im Sport bietet. Für die zweite Projekthälfte haben sich nicht nur die Tandems noch einmal viel vorgenommen, sondern auch das Projektteam, das viele Anregungen erhalten hat und sich zeitnah um Umsetzung bemühen wird. Der adh kann mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung von innovativen Personalentwicklungsstrategien einmal mehr aufzeigen, dass er – ebenso wie die beteiligten Nachwuchskräfte aus dem Hochschulsport – im Umfeld des Sports die Nase vorn hat. Ines Lenze