Bild: Bernd Wannenmacher
29.01.2026 | Kategorie: Projekte , Gesundheit , Wettkampf

Parlamentarisches Frühstück des Hochschulsports in Berlin

Welche nachhaltigen Impulse haben die Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games für den Hochschulsport in Deutschland gesetzt – und wie lassen sich diese dauerhaft sichern und weiterentwickeln? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Parlamentarischen Frühstücks des Hochschulsports, zu dem der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Sport und Wissenschaft in Berlin begrüßte.

Unter dem Motto „Mehr als Medaillen – Die Legacy der FISU World University Games für (Hochschul-)Sportdeutschland“ diskutierten Parlamentarier*innen, Hochschulleitungen, Vertretungen des organisierten Sports und der Wissenschaft sowie des Landes Nordrhein-Westfalen, des adh-Gesundheitspartners Techniker Krankenkasse (TK) sowie der adh-Mitgliedshochschulen über die Zukunftsfähigkeit des Hochschulsports und seine Rolle im Zusammenspiel von Bildung, Gesundheit, Spitzen- und Breitensport sowie gesellschaftlicher Verantwortung.

Die adh-Vorstandsvorsitzende Ebba Koglin blickte in ihrem Grußwort auf die Wirkung der Games zurück und richtete zugleich den Blick nach vorn: „Die Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games waren weit mehr als ein sportliches Großereignis. Sie haben gezeigt, welches gesellschaftliche Potenzial im Hochschulsport steckt – als Ort der Begegnung, der Gesundheitsförderung, der Persönlichkeitsentwicklung und der gelebten Werte wie Teilhabe, Respekt und Verantwortung.“ 

Zugleich verwies Koglin auf die aktuellen Herausforderungen für Hochschulen und Hochschulsporteinrichtungen – von finanziellen Engpässen bis hin zu einem Sanierungsstau bei Sportstätten – und betonte die Notwendigkeit verlässlicher politischer Rahmenbedingungen, um die durch die Games entstandene Dynamik bundesweit nachhaltig zu sichern. Koglin dankte den parlamentarischen Gremien und den weiteren institutionellen Partnern des adh für ihre langjährige und nachhaltige Unterstützung. Sie appellierte, diese strukturell zu verankern: „Nur auf einer soliden finanziellen Basis können wir die Potenziale aus den FISU Games für den bundesweiten Hochschulsport und den adh mehrperspektivisch weiterentwickeln und uns zukunftsfähig aufstellen!“

In der anschließenden Panelrunde „Mehr als Medaillen – Hochschulsport als Impulsgeber der Zukunft“ wurde deutlich, dass die Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games ein neues Selbstverständnis des Hochschulsports befördert haben. Diskutiert wurden die politische Bedeutung internationaler Hochschulsportgroßveranstaltungen, die Rolle des Hochschulsports im Spitzensportsystem und im Kontext der Dualen Karriere sowie seine Funktion als zentraler Akteur der Gesundheitsförderung und -prävention. Einigkeit bestand darüber, dass sich die nachhaltige Wirkung der Games vor allem an den einzelnen Hochschulstandorten entscheidet, wo Hochschulsport tagtäglich Menschen in Bewegung bringt. Hochschulsport ist dabei weit mehr als ein Bewegungsangebot: Er fördert ganzheitliche Bildung, Gesundheit und soziale Kompetenzen, eröffnet Partizipations- und Begegnungsräume und unterstützt studentische Spitzensportlerinnen und -sportler bei der anspruchsvollen Verbindung von Studium und Spitzensport. Damit sind der adh und die Hochschulsporteinrichtungen seiner Mitgliedshochschulen unverzichtbare Bestandteile des deutschen Hochschul- und Sportsystems. Zugleich wurde betont, dass der Hochschulsport sein Potenzial nur dann entfalten kann, wenn die durch die FISU Games angestoßenen Impulse strukturell abgesichert werden. Notwendig seien langfristige Förderstrukturen und die Möglichkeit, an Förderprogrammen partizipieren zu können, klare Zuständigkeiten und eine feste institutionelle Verankerung des Hochschulsports in Hochschulentwicklungsplänen und Zielvereinbarungen. Ohne politische Verstetigung, so der Tenor, drohe die Legacy der Games über das Jahr 2025 hinaus an Wirkung zu verlieren.

Das Parlamentarische Frühstück endete mit einem Get-together und dem klaren Signal, den begonnenen Dialog zwischen Politik, Wissenschaft und Hochschulsport konsequent fortzuführen.

Fotos zur kostenlosen redaktionellen Nutzung (Copyright: Bernd Wannenmacher)