Am 16. Juni findet zum zweiten Mal ein Parlamentarischer Abend des Hochschulsports statt. Schwerpunktthema ist die „Bedeutung des Hochschulsports für den Bildungsstandort Deutschland“. Welche Absichten der adh damit verfolgt, erzählte der adh-Generalsekretär Olaf Tabor. ((<tabor2.jpg;adh-Generalsekretär Olaf Tabor)) ''Was erhoffen Sie sich von diesem Abend?'' \\Olaf Tabor:\\ Ein Abend wie dieser bietet die Möglichkeit, einerseits wichtige Themen der aktuellen Hochschulsportentwicklung in den Blickpunkt einer größeren Öffentlichkeit zu rücken und andererseits mit den Entscheidungsträgern aus dem deutschen Sport, aus der Wirtschaft und aus den höheren Bildungseinrichtungen sowie mit Vertretern der politischen Parteien diese Inhalte zu diskutieren. Diese Veranstaltung erfüllt darüber hinaus die Funktion, für die Probleme und Chancen des Hochschulsports zu sensibilisieren und eine Bühne für die Leistungen und Erfolge des Verbandes zu bieten. Durch den Aufbau und die Pflege eines unterstützenden Netzwerks für den adh, lassen sich die aktuellen Projekte und Aktivitäten wirkungsvoll flankieren und die Einflussmöglichkeiten des adh auf Entscheidungen in seinem Bereich vergrößern. ''Die Bundesministerin Edelgard Buhlman sagte bei der Eröffnung des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport 2004: „Die Faszination, die große Sportereignisse auf viele Menschen ausübt, will ich nutzen, um sie für die erzieherischen Werte des Sports und die aktuelle bildungspolitische Debatte in Deutschland zu sensibilisieren.“ Möchte sich der adh mit dieser Abendveranstaltung in die bundespolitische Debatte über Spitzenuniversitäten einklinken, um einen qualifizierten Hochschulsport als festen Bestandteil einer Spitzenhochschule definieren zu können?'' \\Olaf Tabor:\\ Unbedingt. Leistungsbereitschaft und höchsten Einsatz für die Realisierung der selbst definierten Ziele gehören ebenso zu Spitzenuniversitäten wie sie untrennbar mit dem Sport verbunden sind. Noch dazu lassen sich die akademischen Ziele durch den gezielten Einsatz sportlicher Eigenschaften bestens unterstützen. Der Hochschulsport leistet unzweifelhaft sowohl in den internen Bereichen der Hochschule – Integration, Kommunikation, Identifikation – als auch in der Außendarstellung – Profil- und Imagebildung, Studierendenmarketing - wertvolle Dienste für die Hochschulen. Er kann zukünftig bei steigendem Wettbewerb auf dem Bildungsmarkt und bei entsprechenden Veränderungen im deutschen Spitzensport neue Aufgaben übernehmen und damit auch seine Bedeutung insgesamt steigern. ''Wodurch kann Hochschulsport eine Spitzenuniversität unterstützen bzw. ein fester Bestandteil sein?'' \\Olaf Tabor:\\ Um Spitzen- oder Eliteuniversität zu sein, braucht es einerseits das notwendige Personal mit entsprechenden Kompetenzen und einer hohen Motivation und Leistungsbereitschaft und andererseits regelmäßige Erfolge und herausragende Absolventenergebnisse. Diese Anforderungen gelten analog für den Bereich des Sports, sodass eine enge Verknüpfung von sportlicher und akademischer Leistung zum gegenseitigen Nutzen sein kann. Dies ist übrigens an vielen Spitzenuniversitäten im Ausland eindrucksvoll der Fall. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf die einschlägigen Beispiele in England, den USA und Japan verweisen. An jenen Universitäten macht man sich zunutze, dass Tugenden wie ausdauerndes, zielgerichtetes und zeit- sowie leistungseffizientes Training in Verbindung mit Willensstärke, Konzentrationsfähigkeit und Selbstbewusstsein nicht nur im Sport, sondern auch in Forschung und Lehre zielführend sind. Letztlich braucht insbesondere eine Eliteuniversität Erfolge und auch wenn diese vornehmlich im den akademischen Arbeitsfelder liegen sollten, können doch insbesondere sportliche Erfolge eine inhaltlich sinnvolle und öffentlichkeits- sowie imagewirksame Ergänzung sein. ''Welche Gründe sprechen noch für einen zweiten Parlamentarischen Abend?'' \\Olaf Tabor:\\ Durch zwei Einladungen in den Sportausschuss des Deutschen Bundestages und insbesondere nach der Universiade 2003 in Südkorea konnten der Verband gute und enge Kontakte zu den großen politischen Parteien und zu den Ministerien, mit entsprechender Verantwortlichkeit für den Hochschulsport, knüpfen. Das möchten wir nutzen und mit aktuellen Themen immer präsent sein. Hilfreich war auch die ausgesprochen positive Entwicklung des adh-Projekts „Partnerhochschule des Spitzensports“ und das vergleichsweise hohe Interesse des Sports und der Politik an diesem Förderkonzept für studierende Spitzensportler. Eine repräsentative Veranstaltung wie dieser Parlamentarische Abend führt wichtige Vertreter aus allen relevanten Bereichen des Hochschulsports an einem Ort zusammen und verschafft dem adh eine Plattform des Informationsaustauschs, der Diskussion und der Kontaktpflege, die einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der sportpolitischen Ziele des Verbandes leisten kann. Lobbyarbeit für den Hochschulsport ist eine Aufgabe des Verbandes, die die Arbeit der Hochschulsporteinrichtungen vor Ort nachhaltig unterstützen kann. ''Welche Gäste werden Sie begrüßen?'' \\Olaf Tabor:\\ Über 100 Gäste haben unsere Einladung zum Parlamentarischen Abend des Hochschulsports 2004 angenommen. Darunter befinden sich die sportpolitischen Sprecher aller Bundestagsfraktionen wie Dagmar Freitag (SPD), Klaus Riegert (CDU), Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) und Detlef Parr (FDP). Daneben erwarten wir noch DSB-Präsident Manfred von Richthofen, Dr. Andreas Eichler (Generalsekretär DSB), Dieter Graf Landsberg-Velen (Vizepräsident NOK), Bernhard Schwank (NOK Generalsekretär) und Hans-Ludwig Grüschow (Vorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe). \\Vielen Dank für das Gespräch.\\