26.06.2007 | Kategorie: Archiv , 2007 ,

Osteuropäer beherrschen die EUC Tischtennis

Bei den ersten Europäischen Hochschulmeisterschaften Tischtennis in Ostrava sorgten die deutschen Studierenden mit viel Einsatz für einige Überraschungen. Gegen die dominierenden osteuroäischen Ländern stellten die deutschen Hochschulen mit einer Silber- und zwei Bronzemedaillen das beste Team.

Den Europäischen Hochschuleisterschaften (EUC) Tischtennis drückte vor allem die russische Nation ihren Stempel auf. Von sieben möglichen Titeln holten sie sechs und auch bei den Silbermedaillen waren sie vorne dabei, als sie fünf Mal Vizemeister wurden. Eine Nation, die den Russen erfolgreich Paroli geboten hat, war die Deutsche. ''Doppelkonkurrenz'' Nach dem Gewinn der Bronzemedaille der Mannschaft der WG Köln im Herren-Teamwettbewerb stand zunächst die Doppelkonkurrenz an. Von sechs Erstrundenpartien wurden vier gewonnen, Rafael Kurowski und Christoph Brubach (Uni Saarbrücken) schieden dann im Viertelfinale gegen die späteren Titelträger nach gutem Spiel aus. Dagegen zogen das Duo Lennart Wehking und Jakob Eberhardt (WG Köln) nach überzeugender Leistung in das Halbfinale ein und konnten sich so bereits über die zweite Medaille freuen. Gegen Mikhail Gladyshev und Kirill Skachkov konnten sie einen Satz gewinnen, unterlagen aber letztlich deutlich mit 1:3 Sätzen.((>Wehking.jpg;Silbermedaillengewinner Lennart Wehking)) ''Einzelwettbewerb der Herren'' Im Einzelwettbewerb gab es insgesamt 64 Herren. Von den 14 deutschen Spielern erreichten 10 die Hauptrunde, wo allerdings eine äußerst unglückliche Auslosung auf die meisten wartete: Acht der topgesetzten Spieler aus Russland und Polen machten den Vertretern der drei deutschen Universitäten das Leben schwer. Schließlich erreichten zwei Spieler das Achtelfinale: Tobias Knoll aus Bochum stand dann allerdings gegen den an Position drei gesetzten Russen Anikin auf verlorenem Posten und verlor 0:4. Lennart Wehking allerdings rief in seinem Achtelfinale gegen den an Position zwei gesetzten Russen Lakeev seine beste Turnierleistung ab und gewann nach dramatischem Spiel und Abwehr von zwei Matchbällen in sieben Sätzen. Der gute Teamgeist und die Anfeuerung durch alle deutschen Teilnehmer und auch andere Nationen dürfte ihm sicherlich ein wenig geholfen haben! Im Halbfinale wartete dann der eigentlich leichtere Gegner aus Polen, Milosy Prybzlnik, den Wehking deutlich mit 4:1 in Schach hielt. Von dem Einzug ins Finale war der Kölner selbst ein wenig überrascht, da er erst vor wenigen Tagen wieder ins Training und die Saisonvorbereitung eingestiegen war. Im Finale stand ihm die aktuelle Nummer 161 der Welt gegenüber: Kirill Skachkov wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann die Goldmedaille nach einem 4:1 Sieg. Lennart Wehking konnte das Match lange offen gestalten, aber bei den entscheidenden Punkten merkte man Skachkov seine ganze Klasse an. Dennoch erhielt Wehking nicht nur vom deutschen TeamKomplimente , als er den schnellsten Ballwechsel des Turniers gewann, sondern auch von den Russen. Insgesamt muss kritisch angemerkt werden, dass die Organisation der EUC Tischtennis manche Wünsche offen ließ. Von Vorteil war sicherlich die Campus-Atmosphäre, sodass sich die Aktiven der verschiedenen Nationen immer wieder trafen und ins Gespräch kamen, soweit es die sprachlichen Möglichkeiten zuließen. Die Wettkampfbedingungen im Gegensatz zu der Unterbringung in den Studentenwohnheimen waren sehr gut. Ein großes Manko lag in der Verpflegung der Sportler. ((<legea.gif; Offizieller adh-Partner der Europäischen Hochschulmeisterschaften))Unter dem Strich bleiben aber sicherlich die vielen spannenden und schönen Momente in Erinnerung, die vor allem in der Begegnung mit den anderen Nationen entstanden. So kann man nur hoffen, dass die nächste EUC in Italien die Kritikpunkte der diesjährigen Veranstaltung ernst nimmt und sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen einsetzt.