Zugegeben, ein leichtes Los wurde für die sympathische Studentin aus Friedrichshafen mit Gegnerin Wan-Tien Hsiao aus Chinese-Taipei nicht gezogen. Dennoch wurden früh Schwächen der Deutschen sichtbar. Weingart versuchte ausschließlich mit eingesprungenem Auslagen-Paltung die Chinesin in Verlegenheit zu bringen. Regelmäßig konnte Hsiao mit Paltung kontern und erreichte bereits in der ersten Runde einen mühelos erarbeiteten Vorsprung von drei Punkten. Die chinesische Kämpferin sah auch im Verlauf der zweiten Runde keinen Anlass, sich sonderlich zu bewegen, wartete geduldig den nächsten Angriff Weingarts ab, um sie auszukontern. In Runde drei ermunterten die deutschen Fans ihre Kämpferin lautstark zur Aufholjagd und forderten endlich Kopfangriffe, denn tatsächlich ist Weingart gedehnt wie eine Kunstturnerin. Vergeblich. Den letzten Angriff der Deutschen verwertete Hsiao mit der Nüchternheit eines Zählautomaten. Ihre technische Brillanz blitzte kurz auf, als ein eingesprungener Nereo-Chaggi Weingart am Kopf traf. Beim Stand von 7:0 beendete der Kampfleiter 16 Sekunden vor Ablauf der Regelzeit den Kampf.