12.10.2004 | Kategorie: Archiv , 2004 ,

Mitgliederbefragung des adh

Der adh führt ab der Vollversammlung 2004 eine Befragung seiner Mitglieder durch, um Stärken und Schwächen des Verbandes zu analysieren und handlungsbedürftige Bereiche stärker in das Blickfeld zu rücken. Doch welchen Sinn und Zweck verfolgt der Verband mit diesem Instrument, das eigentlich im betriebswirtschaftlichen Bereich zu Hause ist?

Der adh führt ab der Vollversammlung in Stuttgart eine Mitgliederbefragung durch, die Informationen über die Einflussfaktoren der Mitgliederzufriedenheit liefern soll. Mit Hilfe eines Fragebogens sollen einerseits Stärken und Schwächen des Verbandes analysiert und andererseits subjektive Einschätzungen der Verbandsleistungen erfasst werden. Die Mitglieder erhalten mit diesem Instrument die Möglichkeit, sich zu grundlegenden Fragestellungen des Verbandsmanagements zu äußern und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge anzubringen. Die Ergebnisse sollen helfen, Themengebiete zu identifizieren, in denen die gegenwärtige Verbandsarbeit positiv wahrgenommen wird und jene in denen aktueller Handlungsbedarf besteht. Für die letztgenannten Bereiche sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Mitgliedererwartungen besser zu erfüllen und somit die gegenwärtige Gesamtsituation auch im Hinblick auf die Zufriedenheit mit dem Verband zu optimieren. ''Hohe Mitgliederzufriedenheit angestrebt'' Abgeleitet von einer betriebswirtschaftlichen Theorie für Unternehmen versuchen heute auch Vereine und Verbände mit dem so genannten Member-Relationship-Management (MRM) die Zufriedenheit ihrer Mitglieder kontinuierlich zu steigern. Grund für diese Bemühungen ist die wissenschaftlich begründete Annahme, dass hohe Zufriedenheitswerte zu einer engeren Bindung der Mitglieder an die Organisation führen und einen indirekten Indikator für den Erfolg der Organisation darstellen. Die Zufriedenheit der Mitglieder ist in empirischen Untersuchungen das am häufigsten genannte und damit bedeutendste Kriterium für den Erfolg eines Verbandes. Die Steigerung der Mitgliederzufriedenheit und die Bindung der Bestandsmitglieder zählen somit zu den wichtigsten Managementzielen eines modernen Verbandes. In einer Vielzahl von Publikationen zu diesem Thema wird die Mitgliederzufriedenheit als Ergebnis eines Abgleichprozesses des Nachfragers zwischen den Erwartungen und Ansprüchen sowie den wahrgenommenen und erhaltenen Leistungen beschrieben. In Form eines subjektiv geprägten Soll-Ist-Vergleichs werden die Erwartungen und deren Erfüllung verglichen. Das daraus entstandene Ergebnis wird emotional bewertet, was sich anschließend in einem Gefühl der Zufriedenheit oder Unzufriedenheit äußert. In der Konsequenz bedeutet das für einen Verband, dass er die Erwartungen der Mitglieder zumindest erfüllen muss, um eine Grundzufriedenheit in der Mitgliedschaft zu erzeugen. Will er die Mitglieder dauerhaft binden, müssen die wahrgenommenen Verbandsleistungen die Erwartungen des Mitglieds übertreffen.