Ein Pressegespräch am heutigen Freitag gab den Startschuss für die erste internationale EAS-Konferenz in Darmstadt. 'European Student as Athlete' ist ein Projekt, das im Rahmen des 'Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport' (EJES) von Finnland initiiert wurde. Unter der Federführung des adh treffen sich 56 Teilnehmer aus 20 Staaten zu dieser zweitägigen Konferenz. Ziel und Zweck dieser und einer im November noch folgenden Konferenz ist der Aufbau eines europäischen Kommunikationsnetzwerkes zum Thema 'Spitzensport und Hochschule'. 'Voneinander lernen' nannte der finnische Vertreter Risko Keskitalo das geplante Netzwerk. In seinem Land ist Spitzensport und Studium kaum miteinander zu vereinbaren. 'Die Folge sind in einigen Fällen erfolgreiche SportlerInnen, die nach der beendeten Sportkarriere nichts mehr zu tun haben und nichts mit sich anzufangen wissen', erklärt der Finne. Psychische Probleme seien in solchen Fällen kein seltenes Phänomen. Ähnlich verhält es sich im Nachbarland der Finnen: Schweden. Das dortige Hochschulsystem sieht keine finanzielle Unterstützung für ein Studium vor. 'Es gibt keine finanzielle Förderung wie beispielsweise das BAFöG in Deutschland', erzählt Dr. Bengt Nybelius. Das führe zum sogenannten 'Drop out' der studentischen Athleten, so der Schwede. In Italien gibt es kein funktionsfähiges Förderungs- und Unterstützungsprogramm für studierende Spitzensportler. Seit wenigen Jahren versuche man die Versäumnisse in diesem Bereich aufzuholen. Die finanziellen Mittel kommen allerdings nur aus privaten Händen, erklärt der italienische Verteter. In Schottland hingegen gibt es staatlich finanzierte Förderplätze, aber nur für Schüler und Schülerinnen. Es sind dies beispielsweise 92 Plätze, die an einer Gesamtschule in Glasgow angesiedelt sind. Ab dem elften Lebensjahr können hier sportlich begabte Kinder ein Schulprogramm absolvieren, das neben den allgemeingültigen Unterrichtsfächern Sport als Schwerpunkt hat. 'Insbesondere in fünf Sportarten werden die Kinder ausgebildet, dafür stehen 20 hauptamtliche Trainer zur Verfügung', erzählt Angela Porter. Es gäbe allerdings kein vergleichbares Programm an Universitäten. Auch in Deutschland muss die Entwicklung totz der positivenTendenzen in der jüngeren Vergangenheit noch weiter gehen. 'Der adh und seine Mitgliedshochschulen kommen trotz erheblicher Fortschritte bei der Unterstützung von Spitzenathleten aus eigener Kraft in Kürze an die Grenzen ihrer Fördermöglichkeiten, so dass eine stärkere externe inhaltliche und finanzielle Unterstützung aus dem deutschen Sport erforderlich wird', sagte der adh-Generalsekretär Olaf Tabor vor den sportpolitischen Sprecher der SPD. Der adh-Generalsekretär forderte daher eine adäquate finanzielle Unterstützung für den Spitzensport an Hochschulen, die nach seiner Einschätzung eine hocheffiziente Athletenförderung gewährleisten würde. Das heutige Programm sieht eine Präsentation verschiedenernationaler Modelle vor, die in den teilnehmenden Ländern praktiziert werden. Am morgigen Samstag betrachten die TeilnehmerInnen die Thematik aus den Blickwinkeln vier studierender Spitzensportler. Neben aktiven Sportlern aus Schottland und Schweden sind der Fechter Daniel Strigel und die Schwimmerin Petra Dallmann Konferenzteilnehmer. Beide sind mehrfache Olympia- und Universiadeteilnehmer und beide haben aktuell Bronze in Athen für die deutsche Auswahl geholt. Sie bringen authentische Erfahrungen Konferenz ein.