04.06.2004 | Kategorie: Archiv , 2004 ,

IDHM Orientierungslauf in Berlin

Am 20. und 21. Mai fand in Berlin die IDHM Orientierungslauf statt. Bei den Frauen konnte die Uni Paderborn einen Doppelerfolg erzielen.

Orientierungslauf – das ist Laufen mit Kopf fürs Herz. Orientierungslauf – das ist mit Karte und Kompass durch den Wald rennen. Orientierungslauf – das ist die Balance zwischen maximaler körperlicher Leistung und klarem analytischen Verstand. Orientierungslauf ist faszinierend! Das konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der DHM Orientierungslauf am 20./21. Mai 2004 nur bestätigen. In Woltersdorf, einem von Wald und Wasser umgebenen kleinen Ort bei Berlin, trafen sich 95 'orientierte' Studenten und Studentinnen, um ihre Besten zur ermitteln. Die ZE Hochschulsport der Humboldt-Universität zu Berlin hat gemeinsam in einer sehr kooperativen Zusammenarbeit mit den Sportlern des Eisenbahnsportvereins LOK-Berlin-Schöneweide e. V. diesen Wettkampf vorbereitet und durchgeführt, wobei noch einmal die hervorragende fachliche Betreuung durch den Verein hervorgehoben werden soll. So vielseitig und anspruchsvoll der Orientierungslauf ist – er ist (leider noch) ein Insider-Sport. Viele dieser Studierenden fanden über Eltern oder Freunde zu diesem Sport, einige hatten die ersten Kontakte mit Karte und Kompass im Rahmen des Hochschulsportangebots. Um allen Wettkampfinteressierten gerecht zu werden, wurden deshalb neben den Meisterschaftskategorien auch Wettbewerbe auf Pokalbahnen mit abgeschwächtem Schwierigkeitsgrad angeboten. Eine idyllisch gelegene Wiese mitten im Wald bildete das Wettkampfzentrum, mit seinem Organisationsbüro, dem Start und Ziel, sowie den Verpflegungszelten. Aufmunternde Rhythmen sorgten schon vor Beginn trotz der morgendlichen Frische für gute Stimmung. Punkt 11.00 Uhr fiel der erste 'Starthammer' (statt Schuss) und die Läufer begaben sich im 3 Minuten Abstand auf die 'Piste'. Am Start erhielt jeder Wettkämpfer eine sehr detailreiche topographische Karte, auf der Start, mehrere Kontrollpunkte und Ziel abgebildet waren. Die Reihenfolge der Kontrollpunkte ist dabei für jede Kategorie unterschiedlich, aber vorgegeben, damit ein Läufer sich nicht an die Fersen seines Vordermannes heften kann. Am Kontrollpunkt musste mittels eines elektronischen Chips das Anlaufen dieses Punktes nachgewiesen werden. Die Wege zwischen den Kontrollpunkten unterscheiden sich entsprechend des Mutes und der Fitness jedes Einzelnen, der eine durchbrach Dickicht und Brennnesseln (zerfetzte T-Shirts waren Zeuge davon), andere bevorzugten den längeren Weg außen herum oder über den Berg. Entscheidend war, wer die Strecke am schnellsten absolvierte und alle Kontrollpunkte in der richtigen Reihenfolge angelaufen hatte. Dabei galt es bei möglichst hohem Tempo sich an Hochsitzen, Sümpfen, Lichtungen oder Wegkreuzungen zu orientieren und die richtige Routenwahl zu treffen. Ein aufgescheuchtes Reh oder Häschen konnte dabei kaum Beachtung finden. Ca. 70 bis 90 Minuten war ein Läufer unterwegs, aber z. B. der Notstart bei der Staffel (alle Läufer, die nach ca. 3 Stunden noch nicht abgelöst waren) zeigte, dass der eine oder andere die Orientierung doch etwas verloren hatte. Das Waldgebiet der Woltersdorfer Kranichsberge stellte hohe Anforderungen an das Leistungs- und Orientierungsvermögen der Sportler und so verwunderte es nicht, dass sich bei den Einzelwettbewerben die Favoriten Ingo Horst (Uni Karlsruhe) und Karin Schmalfeld (Uni Paderborn) mit klarem Vorsprung an die Spitze setzten. Beide vertraten Deutschland schon mehrere Male erfolgreich bei Weltmeisterschaften und internationalen Vergleichen. In den Staffelwettbewerben bewies einmal mehr die TU Dresden ihre dominante Rolle in der Orientierungslaufwelt, indem sie die Damen und Herrentitel nach Sachsen holte. Da Studenten nur Studenten sind, wenn sie auch richtig feiern, organisierten wir nach den Wettkämpfen einen Dampfer, der alle Sportler erst durch dass Regierungsviertel schaukelte und dann in das Berliner Nachtleben entließ. Es waren zwei anstrengende und erlebnisreiche Tage und mit Gewissheit fuhren alle mit neuen Episoden aus Wald und Hauptstadt zufrieden und müde nach Hause. [[http://www.adh.de/pages/downloads/IDHM_OL_04.pdf;Zur Ergebnisliste]]