Mehr als ein Drittel der deutschen Olympiateilnehmer in London 2012 waren Studierende. Auch an der Hochschule Esslingen gibt es einige Leistungssportlerinnen und -sportler, die sich intensiv auf ihren Auftritt in Rio de Janeiro 2016 vorbereiten. Leichtathletik, Turnen und Trampolin sind dabei, ebenso als Sportarten vertreten wie Judo, Wasserball, Beachvolleyball und sogar Segeln. Doch wer ganz oben anzukommen will, muss intensiv trainieren. Wie aber passen Spitzensport und Studium zusammen?
„Wir wollen unseren Studierenden die Möglichkeit bieten, sowohl ihre berufliche als auch sportliche Qualifikation zu verfolgen und ideal voran zu bringen. Daher gehen wir auf die konkreten Anforderungen der Athleten ein – und erhöhen damit zugleich die Attraktivität unseres Bildungsstandorts“, sagt Prof. Dr. Christian Maercker, Rektor der Hochschule Esslingen. Mit einer Kooperationsvereinbarung zur Förderung studierender Spitzensportler will die Hochschule Esslingen ideale Rahmenbedingungen und Erleichterungen während des Studiums schaffen, um parallel auch die sportlichen Aktivitäten zu ermöglichen. Vertragspartner sind neben dem Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) und dem Studierendenwerk Stuttgart vor allem der Olympiastützpunkt Stuttgart.
„Ich halte es wie die alten Römer, die da sagten: ‚Mens sana in corpore sano‘. Doch das ist es nicht allein. Nur wenige Spitzensportler können durch ihr Sporttreiben so viel verdienen, dass sie auch später noch davon leben können. Deshalb ist eine fundierte Ausbildung unerlässlich“, sagt Klaus Tappeser, Vorsitzender des Trägervereins des Olympiastützpunktes Stuttgart. „Diese muss mit den besonderen Anforderungen, die ein Hochleistungstraining und der Wettkampfkalender mit sich bringen, vereinbar sein. Deshalb begrüße ich die Kooperation der Hochschule Esslingen mit dem Olympiastützpunkt Stuttgart ungemein.“
„Erfolg ist bekanntlich der Lohn für Anstrengungen – das gilt an der Hochschule nicht anders als im Sport“, erklärt Herbert Wursthorn, der am Olympiastützpunkt Stuttgart für die Laufbahnberatung und das Umfeldmanagement verantwortlich ist. Um spitzensportliches Engagement mit akademischer Ausbildung zu vereinbaren, Benachteiligungen im Studium zu vermeiden und die Hochschullaufbahn trotz der zusätzlichen zeitlichen Belastung zu absolvieren, gilt die Partnerschaft als hervorragende Grundlage. Wursthorn: „Die Sportler wollen nichts geschenkt. Es geht in erster Linie darum, durch größtmögliche Flexibilität die durch den Sport bedingten Nachteile auszugleichen, mit dem eingeleiteten Maßnahmenkatalog schafft die Hochschule eben dieses und wird für unseren Olympiastützpunkt zu einem Premium-Partner in der Bildungslandschaft.“
Das Studierendenwerk Stuttgart unterstützt diese Kooperation mit zwei Leistungen. Zum einen können studierende Spitzensportler eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Zum anderen reserviert das Studierendenwerk für die Hochleistungssportler und Hochleistungssportlerinnen in seinen Wohngebäuden fünf Plätze.
„Wir freuen uns, dass mit der Hochschule Esslingen eine weitere Hochschule dem Verbund der ‚Partnerhochschulen des Spitzensports‘ beigetreten ist. So wird studierenden Spitzensportlerinnen und -sportlern flächendeckend die Möglichkeit gegeben, Studium und Spitzensport optimal miteinander zu verbinden“, hebt adh-Vorstandsmitglied Roland Joachim die Bedeutung des Projekts hervor.
