27.08.2004 | Kategorie: Archiv , 2004 ,

Hockeydamen sind Olympiasieger

Das deutsche Hockeyteam der Frauen mit 11 Studentinnen und zwei Absolventinnen (von insgesamt 15 Spielerinnen) gewinnt überraschend Gold!

''Das Märchen von der Goldmedaille wird wahr '' Als der erste Olympiasieg der deutschen Hockey-Damen perfekt war, warfen die Spielerinnen ihre Schläger in die Luft, tanzten ausgelassen umher und ließen sich von ihren begeisterten Fans kräftig feiern. 'Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Das Ganze kommt mir vor wie ein Märchen', jubelte Natascha Keller über den nicht für möglich gehaltenen Triumph. Mit einem 2:1 (2:0)-Sieg über Titelfavorit Niederlande wurde die Hockey-Welt endgültig auf den Kopf gestellt. Die Studentinnen Anke Kühn (Braunschweig) und Franziska Gude (Köln) erzielten die Tore für die Deutschen, deren Top-Leistungen nach den Silbermedaillen von 1984 und 1992 zum ersten Mal vergoldet wurden. Jede Spielerin des Überraschungsteams erhält zusätzlich 15.000 Euro Belohnung von der Sporthilfe. Rang drei und Bronze sicherte sich Weltmeister Argentinien durch ein 1:0 (1:0) über China. ''Feiern bis zum Umfallen'' 'Wir werden feiern, bis wir umfallen', kündigte Franziska Gude an. Trainer Markus Weise brauchte einige Minuten, um seine Freude fassen zu können. 'Ich weiß gar nicht genau, was ich sagen soll. Wir haben uns vor allem nicht in die Hosen gemacht, wie im Gruppenspiel, und sind unter dem Dauerdruck nicht zusammen gebrochen. Wir machen uns jetzt einen schönen Abend und realisieren genüsslich, was wir erreicht haben', sagte der Coach. 'Allein die Tatsache, dass die deutschen Damen hier das Endspiel erreicht haben, war schon sensationell', sagte Ex-Nationalspielerin Britta Becker, die 1992 in Barcelona mit Silber dekoriert wurde. ''Frühe Führung'' Ihre sportlichen Erbinnen wollten nicht wie im Gruppenduell (1:4) unter die Räder kommen und begannen forsch. Hinzu kamen Glück und Geschick: Gleich die erste Strafecke führte durch Anke Kühns Schlenzer in die lange Ecke zur frühen Führung. Nun waren die Favoritinnen gereizt und starteten einen wahren Sturmlauf auf das deutsche Tor, in dem Studentin Louisa Walter (TU Berlin) nun immer mehr in den Mittelpunkt rückte. Die Deutschen kamen kaum noch aus der eigenen Hälfte und hatten großes Glück, dass Macha van der Vaart und Maartje Scheepstra ganz knapp scheiterten. Kaum zu glauben, dass in dieser Druckphase nach dem zweiten guten Angriff über Silke Müller die freistehende Franzi Gude auf 2:0 erhöhen konnte. Sie rehabilitierte sich damit eindrucksvoll für ihren im Halbfinale-Krimi gegen China vergebenen Siebenmeter. ''Abwehrbollwerk hält'' Nach dem Wechsel begannen die 'Oranje'-Spielerinnen, die nach dem 0:2 angeschlagen wirkten, mit ihrer zweiten Angriffswelle und hatten durch den Treffer von Scheepstra (38.) schnell Erfolg. Die Deutschen kämpften gegen den Europameister aufopferungsvoll weiter. Gegen die robusteren Holländerinnen blieben Entlastungsangriffe im zweiten Abschnitt zwar die Ausnahme, doch das Abwehrbollwerk der Deutschen hielt stand und ließ keine klare Torchancen für den haushohen Favoriten zu. 70 Sekunden vor Schuss rettete Torfrau Louisa Walter mit einem Hechtsprung den Sieg. Aus dem über sich hinaus wachsenden deutschen Team ragten Spielführerin Marion Rohdewald (DSHS Köln) und Anke Kühn heraus. Quelle:www.zdf.de