25.08.2004 | Kategorie: Archiv , 2004 ,

Hockeydamen besiegen China und stehen im Finale

Das Hockeyteam der Frauen mit 11 Studentinnen und zwei Absolventinnen (von insgesamt 15 Spielerinnen) steht überraschend im Finale.

Mit zwei Glanzparaden im Siebenmeter-Krimi von Athen hat Louisa Walter (TU Berlin) die deutschen Hockey-Damen ins olympische Finale geführt. Die Torfrau sicherte mit einer Weltklasseleistung den 4:3-Sieg über China. Die 25-Jährige parierte zwei Siebenmeter und hatte sich auch zuvor nicht überwinden lassen. Dank Walters Glanztaten war der Fehlschuss von Franziska Gude (DSHS, Uni Köln), die als einzige Deutsche im Siebenmeterschießen scheiterte, nicht entscheidend. Bei der dritten Finalteilnahme nach 1984 und 1992 spielt das DHB-Team am Donnerstag (19.30 MESZ) gegen Europameister Niederlande um Gold. »Der Schlüssel war die super Defensive und die erstklassige Eckenabwehr. Die Mannschaft hat genau die Leidenschaft an den Tag gelegt, die sie heute bringen musste.« 'Ich kann es noch gar nicht glauben', sagte die Bauingenieusstudentin Louisa Walter nach dem Krimi: 'Das ist absolut mein größter Erfolg. Im Siebenmeterschießen habe ich an überhaupt nichts gedacht.' Bundestrainer Markus Weise lobte sein Team in den höchsten Tönen: 'Der Schlüssel war die super Defensive und die erstklassige Eckenabwehr. Die Mannschaft hat genau die Leidenschaft an den Tag gelegt, die sie heute bringen musste.' Nach der durchwachsenen Vorrunde mit Leistungen zwischen Welt- und Mittelklasse hatte Weise seine Equipe als 'Wundertüte' bezeichnet, 'bei der man nie weiß, was drin ist'. Gegen China war's eine ganze Menge - deshalb rechnen sich die Hockey-Damen im Finale gegen den Topfavoriten Niederlande nun auch Chancen aus. 'Normalerweise gewinnt Holland hier Gold. Aber unser Sieg gegen China war auch nicht normal', meinte Franziska Gude. ''Ganz locker'' Während sich die Asiatinnen bereits eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn intensiv warmliefen, gaben die Deutschen noch Autogramme. Im Spiel waren sie allerdings voll konzentriert. Die chinesischen Ausnahmestürmerinnen Baorong Fu und Chunling Tang hatte die deutsche Abwehr in der ersten Halbzeit insgesamt gut im Griff. Nur in der achten Minute musste Torfrau Walter einmal ernsthaft eingreifen. Die Spielerinnen aus dem Reich der Mitte wussten immer weniger mit der deutschen Taktik anzufangen und kamen nicht in Spielfluss. ''Nie geprüft'' Nach zehn Minuten übernahm die DHB-Auswahl immer mehr das Kommando und hätte in der zwölften Minute in Führung gehen können. Caroline Casaretto aus München holte die erste Strafecke heraus, in deren Folge Sportstudentin Fanny Rinne (Uni Heidelberg)zweimal an der ausgezeichneten Torfrau Yali Nie scheiterte. Auch bei der dritten Strafecke parierte Nie einen Schuss von Lehramtsstudentin Anke Kühn aus Braunschweig ausgezeichnet. Im zweiten Durchgang zogen die laufstarken Asiatinnen das Tempo an und erhöhten den Druck. Nennenswerte Chancen gegen die tief gestaffelte deutsche Deckung gab es aber bis Mitte der zweiten Hälfte nicht. Die zuletzt kritisierte Innenverteidigung um Sportstudentin Marion Rodewald (DSHS Köln) und Lehramtsstudentin Mandy Haase (Uni Heidelberg) stand zunächst sicher. In der Schlussphase durften sich die Deutschen allerdings bei ihrer Torfrau Walter bedanken, die nach Strafecken der Chinesinnen zweimal glänzend parierte. Quelle: www.zdf.de