19.06.2007 | Kategorie: Archiv , 2007 ,

Gesundheitssport = Rentnersport?

Vom 15. bis 17. Juni 2007 fand das adh-Sportreferateseminar unter dem Motto „Gesundheitssport – Der Ausgleich zum Studium“ in Lüneburg statt. Neben theoretischen Überlegungen und praktischen Übungen zum Thema rundete der zwanglose Austausch unter Studierenden das rundum gelungene Wochenende ab.

((<gruppenfoto.jpg))Iris Olberding, Lüneburger Studentin und Mitglied des Sportreferateausschusses, begrüsste am Freitagnachmittag die 15 Teilnehmenden in Lüneburg. Nach einer kurzen Kennlernrunde konnten die Studierenden den Campus der Lüneburger Leuphana Universität sowie die Sportstätten des Allgemeinen Hochschulsports besichtigen. Anschließend stellte sich der Ausschuss ausführlich vor und informierte die Studis über den Dachverband und seine bestehenden Strukturen. Den ersten Abend ließen die Anwesenden in rustikaler Atmosphäre in einem der ältesten Lüneburger Gastrobetriebe ausklingen. Punkt neun Uhr startete am nächsten Morgen das Seminar. Die Hochschulsportleiterin der TU Hamburg-Harburg und ehemaliges Vorstandsmitglied, Karin Nentwig, begrüsste als Referentin die Sportreferentinnen und Sportreferenten. Als treibende Kraft des Gesundheitssports des Hamburger Hochschulsports und Mitglied des „Arbeitskreis gesundheitsfördernde Hochschulen“ ist sie Expertin in Sachen „Gesundheit“. Sie freute sich über das Interesse der Sportreferentinnen, Sportreferenten und auch der anwesenden Hauptamtlichen. Der Einstieg in das Thema begann mit Grundlagen zur Gesundheitsförderung. So wurde u. a. erläutert, dass ca. 15 % der Studierenden angeben, sich krank zu fühlen; dass Studierende sich mit zunehmendem Alter immer ungesunder fühlen oder dass Frauen häufiger als Männer ihr Studium aufgrund von Gesundheitsproblemen abbrechen. Der „gestresste Bachelor“ in einer „kranken Universität' wurde in Folge genauer unter die Lupe genommen, um im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise von Gesundheit diverse Stressfaktoren zu lokalisieren. Durch die abwechslungsreiche Vortragsgestaltung der Referentin konnten die Teilnehmenden in aktiver Zusammenarbeit mögliche Partner für die Sportreferate innerhalb der Hochschule finden und auch Ideen für eine gesündere Unigestaltung entwickeln. Dass Gesundheitssport nicht zwingend „Rentnersport“ sein muss, sondern auch Spass machen kann, konnten die Seminarteilnehmenden praktisch erfahren. ((yoga1.jpg)) Eine Übungsleiterin des Hochschulsport Lüneburgs stellte Yoga als ein Beispiel ausgleichenden Gesundheitssports vor. Angeregt durch die praktische Erfahrung sammelten die Studierenden Themenfelder, die direkt von den Sportreferaten angegangen werden können. Fazit an diesem Tag war, dass alle Teilnehmenden viel über Gesundheitsförderung gelernt hatten. Darüber hinaus zeichnete sich ab, dass sie einen stärkeren Austausch zwischen den hauptamtlich Arbeitenden und engagierten Studis im Sinne von Netzwerkarbeit wünschen. Dazu passend stellte Ulf Bögelholz (Uni Ulm) die nun online gestellte Website [[www.sportreferate.de]] des Sportreferateausschusses vor. Zum Tagesausklang durften sich die Studis beim Paddeln auf der Ilmenau nochmals sportlich betätigen. Der Sonntagvormittag widmete sich ausführlich aktuellen studentischen Fragestellungen und der Verbandsgenese. So regten die studentischen Vorstandsmitglieder eine Diskussion über die schwindende Ehrenamtlichkeit und die Probleme, die zu abnehmendem studentischem Engagement im Verband führen, an. Nach einer intensiven Diskussion waren sich die Studis einig, dass durch die momentanen Studienbedingungen sehr wenig Zeit bleibt, um sich neben dem Studium und der Arbeit im Sportreferat noch auf Verbandsebene einzubringen. Auch die finanzielle Belastung durch Studiengebühren und ungewisse Zukunftspläne würden eine Verpflichtung zum Ehrenamt nur äußerst eingeschränkt zulassen. Sie wünschten sich zudem mehr Informationen über den Umfang und die Art der Arbeit, die ein verbandliches Engagement mit sich bringt. Die Frage, wie man das Ehrenamt attraktiver machen könnte, wurde außerdem ausführlich erörtert, mit dem Ergebnis, dass größere zeitliche Flexibiliät und ein besseres Nachwuchskonzept erste Schritte sein könnten. Am Ende des Seminars waren sich die Teilnehmenden einig, sehr viel über den Ausgleich zum Studium gelernt zu haben. Besonders wichtig sei ihnen - gerade den Neueingestiegenen - aber der persönliche Erfahrungsaustausch gewesen. Der Sportreferateausschuss bedankt sich sehr herzlich bei Karin Nentwig für ihren inhaltlich sehr informativen und methodisch abwechslungsreichen Vortrag sowie beim Hochschulsport Lüneburg für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten.