Auf Einladung der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Sport der SPD-Bundestagsfraktion war Olaf Tabor am 28.09.2004 Gast der Sitzung in Berlin. Gegenstand dieses Besuchs, dem bereits eine Informationsveranstaltung im Rahmen einer nacholympischen Sitzung der sportpolitischen SprecherInnen der SPD-Landtagsfraktionen Anfang September vorausgegangen war, waren vor allem Themen des Hochschulsports mit Blick auf die aktuelle Diskussion um Elitehochschulen in Deutschland. Der Generalsekretär machte deutlich, dass gerade die gern zitierten internationalen Beispiele für überdurchschnittlich leistungsfähige Hochschulen in den USA, in England und in Frankreich zeigten, dass für eine hochqualifizierende Ausbildung in erster Linie ein geeignetes Lehr- und Forschungsangebot von Bedeutung ist. Gleichzeitig würde allerdings von Vertretern der als beispielhaft genannten Elitehochschulen im Ausland der Aspekt eines vollumfänglichen Bildungsangebotes mit Nutzungsmöglichkeiten für Programme im Bereich kultureller, musischer und sportlicher Aktivitäten besonders hervorgehoben. Zudem spielt der Sport als Kompetenzfaktor für die Hochschule gerade in Stanford, Yale, Oxford und Cambridge sowohl als Angebot im studienbegleitenden Programm als auch im Wettbewerb der Hochschulen auf leistungssportlichem Niveau eine wichtige Rolle. Dies gilt umso mehr für die ohnehin deutlich besser als Beispiele für die deutschen Hochschulen geeigneten hochklassigen staatlichen Hochschulen in den Vereinigten Staaten. Als Beleg für die Aussage mögen prestigeträchtige universitäre Sportveranstaltungen mit vielen tausend Zuschauern und entsprechendem Medieninteresse wie die englischen Vergleichwettkämpfe im Rudern oder die hochkarätig besetzten sportlichen Auseinandersetzungen in der US-amerikanischen NCAA herangezogen werden. In der Diskussion um bundesdeutsche Elitehochschulen spielen derzeit wichtige Serviceaspekte wie die Bereitstellung von sportlichen Angeboten in der Breite und in der Spitze keine Rolle. Tabor machte an diversen nationlen Beispielen deutlich, dass Tugenden, die im sportlichen Umfeld leistungsfördernd und im Hinblick auf die Erreichung bestmöglicher Ergebnisse zielführend seien, auch im Hochschul- und Berufsumfeld höchste Priorität hätten. Zahlreiche Beispiele erfolgreicher AthletInnen, die nach Beendigung ihrer Karriere auch im Berufsleben Bestleistungen zeigten, führte er als vorbildhafte Persönlichkeiten an. „Der Sport, insbesondere im Spitzenbereich darf als Kompetenzfeld der Hochschulen nicht unterschätz werden und muss in der Diskussion um Elitehochschulen in Deutschland Berücksichtigung finden.“ Ein weiteres Thema seines kurzen Beitrags zur Sitzung war das Projekt „Partnerhochschule des Spitzensports“ mit einem Bericht zum gegenwärtigen Projektstand und der aktuell durchgeführten Evaluation mit dem Ziel der Erhebung von Eckdaten des studentischen Spitzensports und der Feststellung des erreichten Umsetzungsniveaus der zugesicherten Leistungen aller Projektpartner. Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Verbesserung der Studiensituation von SpitzenathletInnen und einer Etablierung der Hochschulen als wichtiger zusätzlicher Säule im deutschen Spitzensportkonzept ist der adh durch lokale und regionale Erfolge mit engagierten Partnerhochschulen einen guten Schritt voran gekommen. Tabor ließ aber keinen Zweifel daran, dass für die Realisierung der selbst gesteckten Ziele die intensive Mitarbeit aller beteiligten Organisationen erforderlich und noch ein weiter Weg zurückzulegen sei.