10.11.2008 | Kategorie: Archiv , 2008 ,

Für eine neue Verantwortung in einer globalisierten Gesellschaft

Gespannte Neugier herrschte unter den 104 „jungen Köpfen“ aus Wissenschaft, Wirtschaft, Industrie, Medien, Kultur, Sport und Gesellschaft, die sich zu ihrer Auftaktveranstaltung der Initiative „neue verantwortung“ vom 02. bis 04. November 2008 erstmals begegneten.

Sie bilden den ersten Jahrgang der Stiftung „neue verantwortung“, die sich zum Ziel gesetzt hat, durch interdisziplinäre Arbeitsteams zu übergreifenden gesellschaftlichen Fragestellungen wie Demokratieentwicklung, ökologische Zukunft, Friedens- und Sicherheitspolitik, Kapitalbildung und Lebenslanges Lernen innovative Visionen und Handlungsmodelle entwickeln zu lassen. Dieser „Think Tank“ wurde gebildet aus jungen Menschen bis 35 Jahren, die in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Handlungsfeld bereits außergewöhnliche Leistungen vollbracht und in besonderer Weise soziale Verantwortung übernommen haben. Sie wurden von ihren jeweiligen Institutionen vorgeschlagen und mittels eines schriftlichen und mündlichen Entscheidungsverfahrens aus insgesamt 300 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt. Träger der Stiftung sind acatec (Deutsche Akademie der Technikwissenschaften), der Bundesverband der deutschen Industrie, Egon Zehnder International, die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften sowie der Deutsche Olympische Sportbund. Aus dem Kontext des Sports sind insgesamt 6 Personen vertreten: Britt Dahmen, DSHS Köln/adh, Sven Albrecht, Special Olympics Deutschland (beide Projektteam „Age Diversity Management: Strategien und Erfolgsfaktoren für eine Zukunft der Weiterbildung“), Daniel Strigel, OSP Tauberbischofsheim, Johannes Polgar, Powerpartner GmbH/Segeln (beide Projektteam „Die Kultur der Bildung: Leitbild und Bildungsansatz staatlicher Universitäten in der globalen Zivilgesellschaft“), Michael Weiß, Linklaters LLP/Deutsche Turnerjugend (Projektteam „Güter der Einheit: Identität, Selbstverständnis und moralische Grundlagen Deutschlands im 21. Jahrhundert“) , Stefanie Schulte, Deutscher Fußballbund (Projektteam „Parteien mit Zukunft: Neue Strukturen für eine moderne Parteiendemokratie“). Ein gemeinsames Abendessen und die Vorstellung der Stiftungsleitung sowie einiger Kuratoriumsmitglieder in den beeindruckenden Räumen der Akademie der Künste direkt am Brandenburger Tor bildeten den Auftakt der dreitägigen Veranstaltung. Der inhaltliche Veranstaltungsteil begann am 03. November 2008 in der Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft mit einem anregenden Vortrag von Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio, Lehrstuhlinhaber für öffentliches Recht an der Uni Bonn und Richter am Bundesverfassungsgericht, zur Bedeutung von Verantwortungsübernahme und sozialem Verantwortungsbewusstsein in Deutschland. Dr. Friederike Müller-Friemauth vom Sozialforschungsinstitut Sinus Sociovision skizzierte anschließend drei wertebasierte Zukunftsszenarien für das Jahr 2030, die auch unterschiedliche Ausprägungen eines Verantwortungsverständnisses aufzeigten. So wurde in Szenario „Free is fair“ die Eigenverantwortung der Menschen für sein Wohlergehen hervorgehoben, im Szenario „Shared Destiny“ wurde die kollektive Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen besonders stark betont, im dritten Szenario „Metamorphosis“ rückte die lokale Verantwortung in globalen Entwicklungen in den Vordergrund. Ab dann begann die eigentliche Arbeit in den neun verschiedenen Arbeitsgruppen. In insgesamt drei Arbeitssitzungen wurden Kennenlernprozesse angestoßen, Fragestellungen präzisiert, Wissensbedarf erörtert und Projektprozesse festgelegt. Dabei wurden sie von verschiedenen Kuratoriumsmitgliedern begleitet, die die Arbeit der kommenden Monate mit großem Interesse verfolgen. Aus dem Sport sind dies beispielsweise der Präsident des DOSB Dr. Thomas Bach, Jochen Schümann (mehrfacher Olympiasieger im Segeln) und Katharina Witt (mehrfache Olympiasiegerin im Eiskunstlauf). In den kommenden 10 Monaten haben die Teams die Aufgabe, ihre jeweiligen Arbeitsfelder zu entwickeln, auszubauen und mit Expertinnen und Experten zu diskutieren mit dem Ziel, ein abschließendes Policy-Paper zu entwickeln, das an zentralen politischen Stellen veröffentlicht wird. Besonderes Interesse an den Ergebnissen signalisierte bereits der Sprecher der Bundesregierung Ulrich Wilhelm, der in Vertretung für Thomas de Maiziere vom Bundeskanzleramt am Abend des 03. November 2008 im Deutschen Historischen Museum ein Grußwort sprach.