24.09.2007 | Kategorie: Archiv , 2007 ,

Frauen in die Präsidien, nicht an den Katzentisch!

Ridder-Melchers stellte bei DOSB-Frauen-Vollversammlung am die Studie zu Chancengleichheit im Sport vor.

Die zweite Frauenvollversammlung des DOSB fand vom 21. bis 23.9. 2007 in Hamburg statt und begann mit einem festlichen Auftakt im Rathaus Hamburg, in der auch DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach ein Grußwort sprach. In diesem Rahmen wurde unter anderem der Alice-Profé-Preis an herausragend engagierte Frauen im Sport verliehen, der in diesem Jahr mit einem Nachwuchspreis auch das Engagement junger Frauen hervorhob. Die Veranstaltung stand am Samstag unter dem inhaltlichen Motto „Chancengleichheit und Diversity in den Sportverbänden“. Eingeleitet wurde dieser Teil der Vollversammlung durch einen Vortrag von Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews (DSHS Köln) zur Analyse landespolitischer Steuerungsmechanismen im Zusammenhang mit Geschlechtergerechtigkeit im Sport. Als eine Kernaussage der Studie, bei alle 16 Sportministerien der Bundesländer zu Strukturen und Maßnahmen in Bezug auf Gleichstellung und Frauenförderung befragt wurden, stellte sich heraus, dass die Etablierung formaler Erwartungsstrukturen (z. B. in Form von langfristigen Programmen oder Grundsatzbeschlüssen) eine positive Auswirkung auf den Umfang, die Vielfalt in Handlungsfeldern und Zielgruppen sowie die Qualität hat. In Arbeitskreisen setzen sich die Anwesenden im Folgenden mit den Themen ‚Mentoring’, ‚Führungskräftetraining’, ‚Organisationsentwicklung’ und ‚Migrantinnen im Sport’ auf der Basis von übergreifenden Input-Referaten und Good-Practice-Beispielen aus den Mitgliedsorganisationen auseinander. Britt Dahmen war als Referentin für den Arbeitskreis ‚Mentoring’ geladen und konnte auch die Erfahrungen aus der Mentoring-Projektarbeit des adh einbringen. Der Plenarteil der zweiten Frauenvollversammlung stand im Zeichen der Neustrukturierung der gleichstellungspolitischen Strukturen im DOSB wie in den Mitgliedsorganisationen. So hat sich die Frauenvollversammlung in Anpassung an die Satzung des DOSB eine neue Geschäftsordnung gegeben. In diese fließt vor allem der Ersatz des ehemaligen ‚Bundesausschusses Frauen im Sport’ durch eine ‚Sprecherinnen-Gruppe’ ein, die zukünftig die Vize-Präsidentin ‚Frauen und Gleichstellung’ in ihrer Arbeit unterstützen soll. Diese Sprecherinnen-Gruppe wird von der Frauenvollversammlung gewählt und setzt sich aus je einer Vertreterin der olympischen beziehungsweise nicht-olympischen Spitzenverbände, zwei Vertreterinnen der Landessportbünde sowie einer Vertreterin der Verbände mit besonderer Aufgabenstellung zusammen. Die Mitglieder dieser Sprecherinnen-Gruppe wurden im Anschluss gewählt: Inge Voltmann-Hummes (Deutscher Turnerbund), Sigrid Berner (Deutscher Aerosport Verband), Silvia Novak (LSB Schleswig-Holstein), Ellen Wessinghage (LSB Rheinland-Pfalz), Gabriele Wrede (Deutscher Betriebssportverband). Vorsitzende der Gruppe ist die Vize-Präsidentin Frauen und Gleichstellung Ilse Ridder-Melchers. Darüber hinaus wurde eine Stellungnahme der Frauenvollversammlung in Bezug auf die zunehmenden Prozesse der Umstrukturierung und Verschlankung von Verbandsstrukturen im Sport verabschiedet. Diese fordert die sachgerechte Einbindung gleichstellungspolitischer Argumente und die damit verbundene angemessene Berücksichtigung struktureller Verankerung von Gleichstellungspolitik in diesen Organisationsentwicklungsprozessen.